»Wenn ihr bei eurem Lehrer keine Fehler mehr findet, habt ihr euch auf Seelenebene verbunden.« Swamiji Das heutige Zitat habe ich erlebt, ohne dass ich es wusste und ohne dass ich Worte dafür hatte. Die Worte dazu sind mir bis heute nicht wichtig, denn ich habe es ja erlebt. Aber als ich die Worte dazu hörte, wusste ich, dass mir genau das passiert ist. Ich hätte das nie so ausgedrückt und es ist mir auch nicht wichtig, es so auszudrücken. Aber als ich dieses Zitat von Swamiji gelesen habe, wusste ich: Das ist es. Das habe ich erlebt. Und ich habe das ohne mein Zutun erlebt. Das ist für mich das Besondere daran. Ich wusste überhaupt nichts über Spiritualität und ich wusste nicht, dass einem das passieren kann und dass das gerade mir passiert. Ich kannte damals kein "Spirisprech" und hätte es deshalb nie so formuliert. Und das bringt eine weitere extrem wichtige Erkenntnis: Du erlebst nicht auf der Ebene der Worte. Du erlebst auf einer Ebene, die mit Worten nichts zu tun hat. Deshalb macht es auch gar nichts, falls du nicht beschreiben kannst, was du erlebt hast. Das ist ganz im Gegenteil sogar ein sehr gutes Zeichen. Denn diejenigen, die alles erklären können und für alles sofort die richtigen Worte haben, sind auch diejenigen, die dir deine eigene Erfahrung erklären wollen. Es sind diejenigen, die ständig ganz tolle spirituelle Tipps für dich haben. Es sind die Menschen mit großem, spirituellem Ego. Diese Worte von Swamiji sind nicht die Essenz. Mein Erleben ist die Essenz. Er hat noch mehr dazu gesagt und ich möchte dir das vorlesen: "Es gibt nur einen Weg, sich selbst von den Fehlern des Satgurus freizumachen und das ist völlige Hingabe, denn nach der völligen Hingabe wird man keine Fehler mehr bemerken können. Mit Hingabe ist nicht notwendigerweise die eines Körpers einem anderen Körper gegenüber gemeint. In diesem Fall geht es um die Hingabe einer Seele gegenüber einer anderen Seele. Wenn ihr auf der Seelenebene seid und eure Aufmerksamkeit auf der Seele des Satgurus liegt, dann werdet ihr seine Fehler nicht bemerken, denn die Fehler liegen auf der körperlichen Ebene. Die Seele ist ein Teil Gottes." "Der lebende Satguru ist nicht daran interessiert, jemandem zu gefallen und deshalb wird er seine Fehler nicht verbergen. In Wahrheit ist der Satguru ein Heiliger, dem es nicht auf sein Verhalten ankommt." Es braucht diesen Unterschied zwischen Schüler und Lehrer. In dem Moment, wo man einen Menschen als perfekt ansieht, wirkt etwas. Ohne diesen Niveauunterschied wirkt es nicht. Ohne diesen Niveauunterschied will dein Ego auch was zu melden haben und etwas zu diesem Thema sagen. Es will das, was es gehört und gelesen hat, einbringen. Und es will die Widersprüche, die es beim Lehrer entdeckt hat, nicht unerwähnt lassen. Es will vom Lehrer gesehen werden und bedeutend sein. Nichts widerstrebt ihm so sehr, als den Lehrer als fehlerfrei zu sehen. Es findet tausend Argumente, warum das ja gar nicht geht und warum es auch überhaupt nicht so ist. Genialerweise hat es damit recht. Es bringt ihm aber nichts. Denn es geht um einen vollkommen anderen Effekt, der außerhalb seiner Sichtweise und Erfahrung liegt. Und dafür gibt es nur zwei Möglichkeiten. Die eine ist: Es passiert dir einfach. Dann kannst du weder etwas dafür noch dagegen tun. Diese Erfahrung findet dann jenseits der Worte statt und muss nicht kommentiert werden. Tatsächlich kann sie auch gar nicht kommentiert werden. Die andere Möglichkeit ist es, den Lehrer als perfekt zu sehen, obwohl er es nicht ist und zu beobachten, was dann passiert. Und damit auch nicht aufzuhören, bis etwas passiert. Im schlimmsten Fall passiert nichts und du hast einen Menschen als perfekt angesehen, obwohl er es nicht ist. Im besten Fall trittst du in eine Erfahrung ein, für die du keine Worte mehr brauchst. Durch diese Erfahrung fließt die Weisheit des Lehrers in dich. Das ist weder von Seiten des Lehrers noch von deiner Seite ein aktiver Akt. Es ist etwas, das passiert, wenn ihr auf Seelenebene verbunden seid. Nichts hat mein Leben so sehr verändert wie diese Erfahrung.