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    17.3.2025AQ 2670
    »Um zur Wahrheit zu kommen, musst du dich nicht mit den Fakten beschäftigen, sondern mit deinem Antrieb.«
    0:006:50

    Um zur Wahrheit zu kommen, musst du dich nicht mit den Fakten beschäftigen, sondern mit deinem Antrieb. Die meisten Menschen sind der Meinung, dass sie mit Informationen und Fakten die Wahrheit finden.

    Deshalb beschäftigen sie sich im Wesentlichen mit der Recherche nach diesen Fakten und Informationen. Oft sind sie dabei der Meinung, dass diese Informationen und Fakten, die sie gefunden haben, nur auf eine bestimmte Art und Weise interpretierbar sind.

    Sie glauben, dass diese Informationen zu Objektivität führen. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass man die auch anders interpretieren kann und falls sie jemand anders interpretiert, halten sie ihn für dumm oder bescheuert.

    Mit dem Studium von Fakten und Informationen löst sich aber das Problem nicht auf. Das Problem liegt in dir und du kannst diesem Problem auf die Schliche kommen, indem du deinen Antrieb genauer untersuchst. Du musst herausfinden, was dich antreibt und dabei vollkommen ehrlich zu dir selbst sein.

    Und obwohl wir behaupten, dass wir ehrlich zu uns und anderen wären, sind wir es nicht. Das bedeutet nicht, dass wir lügen. Wir wissen es nicht besser.

    Denn wir trauen uns nicht, das genauestens zu untersuchen. Und so begründen wir unseren Antrieb mit hübsch herausgeputzten Argumenten. Mit diesen Argumenten täuschen wir nicht nur andere, sondern vor allem uns selbst.

    So kommen wir uns und unserem Ego nicht auf die Schliche. Die Herausforderung bei dieser Hinterfragung deines Antriebs liegt darin, dass es keine rationale Hinterfragung ist. Die Nachfrage von anderen oder deine eigene Nachfrage an dich "Warum will ich das?

    Warum mache ich das? " darf keinerlei Vorwurf beinhalten. Sie muss mit größtem Interesse gefragt werden: "Was treibt dich wirklich an?

    " Wenn wir eine rationale Erklärung liefern, dann hört die sich zum Beispiel folgendermaßen an: "Ich bin für Gleichheit und Gerechtigkeit, weil ich nicht möchte, dass andere Menschen leiden.

    Ich möchte, dass es uns allen gut geht. " Dagegen kann niemand irgendetwas sagen. Und trotzdem ist es dein Ego, das so argumentiert.

    Denn dein Ego will eine Sache ganz sicher nicht: Dass du herausfindest, wie es funktioniert. Eine echte Begründung hört sich ganz anders an und mit "echt" meine ich "ehrlich". Es ist aber überhaupt nicht einfach, zu diesem Punkt der Ehrlichkeit vorzudringen.

    Eine ehrliche Begründung, was in dir abläuft, wäre zum Beispiel: "Immer wenn ich an die Ungerechtigkeit in der Welt denke, fühle ich etwas im Bauch. Da ich dieses Gefühl nicht fühlen und wahrnehmen möchte, kämpfe ich gegen Ungerechtigkeit. " Auch wenn das leider hart klingt: Aber "Mitgefühl" ist eines der häufigsten falsch verwendeten Argumente.

    Wir müssten erst einmal lernen, mit uns zu fühlen, bevor wir durch Mitgefühl begründet eine Übersprungshandlung vollziehen. Und spätestens jetzt ist der Punkt erreicht, wo bei den meisten die Sicherungen durchbrennen. Denn das Mitgefühl ist so eine schöne Erklärung.

    Hinter dieser Begründung können wir alles verstecken — vor allem vor uns selbst. Insbesondere können wir uns dadurch auf ein Podest stellen und hervorheben, wie mitfühlend wir doch sind und wie wenig alle anderen mitfühlen, die das nicht erkennen, was wir erkannt haben und warum wir kämpfen.

    Echtes Mitgefühl kann erst dann entstehen, wenn du mit dir selbst mitfühlst und wenn du in der Lage bist, deinen eigenen Antrieb zu entlarven. Erst dann ist dein Mitgefühl nicht mehr mit Leid verbunden. Und erst wenn du deinen eigenen Antrieb erkennst, wirst du authentisch.

    Vorher geht das gar nicht, weil du selbst nicht einmal weißt, warum du etwas tust. Beschäftige dich also mit den Fakten hinter den Fakten.

    Also dem Grund, warum du dich mit etwas beschäftigst. Finde diesen Grund in dir und nicht außerhalb von dir und du erblühst. Du wirst wahrhaftig, ohne dass du das ein einziges Mal erwähnen musst.