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    15.3.2025AQ 2668
    »Wenn du innerlich in Konkurrenz zu deinem Lehrer trittst, hast du es falsch verstanden.«
    0:006:20
    Wenn du innerlich in Konkurrenz zu deinem Lehrer trittst, hast du es falsch verstanden. Die meisten Menschen können sich keinen anderen Zustand vorstellen als den, den sie seit Beginn ihres Lebens erlebt haben. Und das ist ein Zustand im Widerstand und im Streit mit der Welt. Ein spiritueller Lehrer ist nicht dadurch spiritueller Lehrer, dass er sich so nennt. Ein spiritueller Lehrer ist erst dann spiritueller Lehrer, wenn sich für dich etwas verändert. Solange du mit ihm diskutieren oder sogar streiten möchtest, hast du den Kern von Spiritualität nicht erkannt und nicht erlebt. Wenn du deinen spirituellen Lehrer tatsächlich getroffen hast, endet mit ihm dein Weg. Bei einem spirituellen Lehrer endet deine Individualität und wenn deine Individualität endet, dann kannst du gar nicht mehr widersprechen. Und falls du noch könntest, willst du nicht mehr. Alle Menschen, die diskutieren und streiten wollen, haben den Lehrer nicht erkannt. Noch präziser ausgedrückt: Sie haben sich nicht als Schüler erkannt. Das Ego will kein Schüler sein. Es bevorzugt Selbstermächtigung. Und es will etwas zu sagen haben. Deshalb hauen sich die Spirituellen gegenseitig die spirituellen Sätze um die Ohren. Es ist ein Wettstreit der spirituellen Egos. Egos lieben es zu philosophieren und spirituell zu diskutieren. Sie suchen Argumente statt echte Spiritualität. Und sie verstehen Hingabe nicht einmal ansatzweise. Solange du über die Sätze deines spirituellen Lehrers nachdenkst, können sie ihre Wirkung überhaupt nicht entfalten. Einen spirituellen Lehrer musst du wirken lassen können. Er ist überhaupt nicht für den schnellen Konsum geeignet. Er ist ja noch nicht einmal für den langsamen Konsum geeignet. Du musst ihn in einem vollkommen anderen Zustand aufnehmen als alles andere bisher. Wenn das nicht der Fall ist, hast du deinen spirituellen Lehrer noch nicht gefunden und du musst weiter suchen. Nichts ist Spiritualität so abträglich wie argumentativer Wettstreit. Alle Begriffe, die für das verwendet werden, was jenseits davon ist, treffen es für mich nicht. Menschen sprechen von einem Raum der Stille, der Harmonie, des Friedens, der Liebe. Und während ich diese Begriffe verstehe und auch verstehe, warum Menschen sie verwenden, habe ich es vollkommen anders erlebt. Das einzige Wort, das dem nahekommt, ist "Präsenz". Aber dadurch, dass ich es erlebt habe und dafür keine Worte hatte und auch nicht das Bedürfnis hatte, Worte dafür zu finden, habe ich keinen Namen dafür. Als ich es erlebt habe, waren Namen überflüssig. Es war aber noch nicht einmal etwas ganz besonders Schönes. Es war eher vertraut, mir sehr bekannt. Und meine Hingabe an meinen Lehrer ist geblieben. Ich will ihm immer noch nicht widersprechen. Er ist für mich perfekt, weil ich mich mit ihm auf Seelenebene verbunden habe. Selbstverständlich weiß ich, dass er als Mensch höchstwahrscheinlich nicht perfekt ist. Doch dort liegt nicht meine Aufmerksamkeit. Ich konzentriere mich auf das, was er mir geschenkt hat. Denn sein Geschenk hat mich nie wieder verlassen. Und in diesem Zustand gibt es keine Konkurrenz. Es gibt auch keinen Wunsch für Diskussion oder Austausch von Argumenten. Es ist ein Zustand von "zu Hause sein". Vollkommen unabhängig davon, wo du gerade bist. Der Wegfall der inneren Konkurrenz und des inneren Klugscheißers ist das deutlichste Anzeichen, deinen spirituellen Lehrer gefunden zu haben.