Die Grundlage für Sozialismus ist die Idee, ein Opfer zu sein. Wenn wir der Meinung sind, ein Opfer zu sein, dann denken wir, dass andere für unser Wohlergehen und sogar für unser Glück verantwortlich sind. Dabei merken wir überhaupt nicht, wie uns das einschränkt und wie wir uns damit selbst in ein Gefängnis stecken. Sobald andere für dein Leben und dein Glück im Leben verantwortlich sind, bist du von deren Wohlwollen abhängig. Diese Abhängigkeit sorgt dann dafür, dass du bereit bist, eine Menge Blödsinn zu machen, um das Wohlwollen derer zu erhalten, von denen du dich abhängig fühlst. Kurzum: Du wirst manipulierbar. Und das auf eine Art und Weise, die du selbst noch nicht einmal mitbekommst. Wir reinszenieren als Erwachsene damit nur das Abhängigkeitsverhältnis unserer Kindheit zu unseren Eltern. Deshalb ist jede Staatsform sozialistisch. Es geht immer darum, dass einem Teil der Menschen etwas weggenommen wird, um dem anderen Teil der Menschen etwas zu geben. Und uns wird erfolgreich eingeredet, dass das menschlich sei. Tatsächlich ist die Art und Weise, wie das stattfindet, aber überhaupt nicht menschlich. Denn es ist nicht freiwillig. Nur freiwillig wäre es menschlich. Erzwungen ist es unmenschlich. In Freiheit kannst du kein Sozialist mehr sein. Erstens erwartest du nichts von anderen. Zweitens gibst du freiwillig dann, wenn du willst. Und wenn du in Fülle lebst, dann wirst du öfter wollen, als du dir momentan vorstellen kannst. Das sind dann aber keine inszenierten Spendenaktionen, wie du sie von Prominenten kennst oder aus Youtube-Videos, in denen die Gutherzigkeit der Menschen zur Schau getragen wird. Du hast es noch nicht einmal mehr nötig, dafür Anerkennung zu bekommen. Denn geben ist ein Teil deiner Natur. Empfangen auch. Aber beides muss bedingungslos sein. Und diese Bedingungslosigkeit müssen wir erst wieder üben. Wir haben sowohl bedingungsloses Geben als auch bedingungsloses Empfangen verlernt. Wir wissen nicht mehr, wie das geht, weil wir an alles, was wir gegeben haben, und an alles, was wir empfangen haben, eine Bedingung geknüpft haben. Diese Bedingungen schränken uns und andere ein und sie sorgen dafür, dass wir ein Opfer sind. Denn wenn es Bedingungen gibt, dann können die auch enttäuscht werden. Und enttäuschte Bedingungen sorgen dann wieder für eine Erwartungshaltung, wie diese Enttäuschung wiedergutgemacht werden sollte. Und dann wird sie nicht wiedergutgemacht oder nicht so, wie wir es uns erwartet haben und schon fühlen wir uns als Opfer. Tatsächlich sind wir gar keines, aber wir tun so, als ob wir eines wären. Ich kann dir aus eigener leidvoller Erfahrung sagen, dass mich nichts so sehr aufgehalten hat wie die gut gemeinte Hilfe anderer. Wenn wir es gut meinen, bedeutet es nicht, dass wir es immer auch gut machen. Und wenn es gut gemeint ist, bedeutet das auch immer, dass eine Absicht damit verbunden ist, also auch eine Erwartung damit verknüpft ist. Erst dann, wenn du dein Glück unabhängig von den äußeren Umständen selbst in die Hand nimmst, bist du frei und damit kein Opfer mehr. Entgegen der landläufigen Meinung wirst du als freier Mensch überhaupt nicht zu einem gierigen Kapitalisten, der mit Ellbogen nur noch für seinen eigenen Vorteil kämpft. Du wirst zu einem freien Menschen, der freiwillig sozial ist. Menschen, die im Opfermodus gefangen sind, können sich das überhaupt nicht vorstellen. Deshalb verurteilen sie die freien Menschen und unterstellen ihnen böse Absichten. Und das ohne die Bereitschaft, die eigene Überzeugung zu überprüfen. Denn nichts wäre schlimmer, als festzustellen, dass die Überzeugung, ein Opfer zu sein, falsch ist.