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    17.2.2025AQ 2642
    »Der Verstand findet Widersprüche.«
    0:009:34
    Der Verstand findet Widersprüche. Dein Herz findet Möglichkeiten im Moment. Den meisten Menschen ist nicht klar, wie der Verstand funktioniert und was mit Verstand gemeint ist. Das, was ich jetzt meine, kann ich logisch in Worten nicht erklären. Das ist bei allem so, was ich versuche zu erklären. Du kannst es nur fühlen oder du fühlst es nicht. Das kann niemand machen. Weder du noch ich. Es passiert dir oder es passiert dir nicht. Denn das, was ich beschreiben will, hat mit dem Verstand und deinem Herzen überhaupt nichts zu tun. Das sind nur Worte, die ich verwende, um etwas zu beschreiben. Was ich beschreiben will, ist eine Erfahrung. Und während dieser Erfahrung habe ich weder über meinen Verstand noch über mein Herz nachgedacht. Ich habe auch nichts Besonderes getan. Es ist einfach passiert. Und es ist passiert, ohne dass ich wusste, dass es passiert und was passiert. Ich habe meinen Lehrer getroffen und alle Widersprüche haben sich aufgelöst. Er konnte sich am gleichen Abend mehrfach widersprechen. Ich konnte das auch wahrnehmen. Ich konnte schon noch denken. Es konnte mir also auffallen, dass das ein Widerspruch ist. Aber es war mir egal. Es war mir deshalb egal, weil beide sich gegenseitig widersprechenden Aussagen wahr waren. Sie waren beide die Wahrheit. Denn die Wahrheit existiert nicht durch einen Fakt oder durch Informationen. Wahrheit existiert im Moment der Präsenz. Erst im Lauf der Zeit ist mir klar geworden, dass die meisten Menschen es nicht so erleben wie ich. Ich wollte mit meinem Lehrer nicht diskutieren. Ich wollte ihn noch nicht einmal fragen, was die Wahrheit ist. Denn ich habe sie in jeder Sekunde getrunken bei ihm. Ich bin bisher einfach selbstverständlich davon ausgegangen, dass es den Menschen, die zu mir kommen, genauso geht wie mir bei meinem Lehrer. Erst im Laufe der Jahre ist mir klar geworden, dass das nicht der Fall ist. Wenn du das nicht fühlst, dann gibt es tausend Möglichkeiten, mich falsch zu verstehen. Dann denkst du zum Beispiel, dass ich recht haben möchte. Oder du denkst, dass ich als Weisheitslehrer anerkannt sein möchte. Oder du siehst meine Fehler und konzentrierst dich darauf. Vielleicht denkst du auch, dass es mir darum geht, recht zu haben und Zustimmung zu bekommen. Tatsächlich geht es mir weder um Zustimmung noch um Ablehnung. Und schon gar nicht um Anbetung oder Anerkennung. Früher hätte ich mir das gewünscht. Mittlerweile weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es mir nichts bringt. Es erfüllt mich nicht und beides ist nicht hilfreich. Es bringt dir nichts, wenn du mich anhimmelst. Und es bringt dir nichts, wenn du mir widersprichst. Denn beides zieht weitere Ziele nach sich. Die einen wollen mehr Nähe und die anderen wollen eine Bestätigung, dass ich falschliege. Es gibt einige, die gerne mit mir diskutieren würden. Sie glauben, das sei hilfreich. Spiritualität ist zu erkennen, dass das nicht hilfreich ist. Wenn es nicht fließt, brauchst du nichts stoppen. Und wenn es fließt, kannst du es gar nicht stoppen. Der Teil, der hier regulierend eingreifen will, ist der Teil, den man "Ego" nennt. Kein einziger gewonnener Streit, kein einziges gewonnenes Argument hat jemals einem Menschen irgendetwas gebracht. Doch das können die meisten Menschen noch nicht erkennen. Das bedeutet nicht, dass du dich nicht mehr aufregen darfst. Vor allem solltest du niemals künstlich so tun, als würdest du dich nicht mehr aufregen, während es in dir kocht. Aber auch das Gegenteil hat keinen Wert. Wenn du den Lehrer als Freund oder Partner begehrst, dann nimmst du ihm genau das, was er dir gibt und was du fühlst. Du machst eine persönliche Geschichte daraus. Tatsächlich kann dir ein Lehrer immer nur das zeigen, was in dir ist. Es wandert nicht von ihm zu dir. Es ist eher so wie bei Streichhölzern, die sich gegenseitig entzünden. Nachdem ich dir jetzt all das erklärt habe, was ich meine, kannst du dir vielleicht ungefähr vorstellen, wie bescheuert ich das heutige Zitat finde. Es verkürzt etwas so stark, dass es kaum auszuhalten ist. Mit solchen Zitaten landet man viel zu schnell in der Mainstreamspiritualität. Die Gefahr besteht bei mir allerdings nicht, denn ich bin ja als radikal und provokativ bekannt. Auch das ist ein Missverständnis. Ich provoziere nicht, um dich aufzurütteln. Ich habe keine Strategie. Ich bin so. Wenn ich mit dem, was mein Lehrer gesagt hat, in den Verstand gegangen bin, dann war das so unfassbar provokativ, dass es kaum auszuhalten war. Ich hätte mich dann gefragt, wie der sich traut, so etwas öffentlich überhaupt zu sagen. Ich hätte in mir politisch korrekte Menschenmassen sehen können, die ihm verbieten aufzutreten. Wenn ich all das meinem Verstand gegeben hätte, wäre ich komplett durchgedreht. Gott sei Dank hatte er bei meinem Lehrer nichts zu melden! Und in den darauffolgenden Jahren habe ich nichts anderes gemacht als das, was ich bei meinem Lehrer erlebt habe, im ganz normalen Leben zu üben. Nichts hat mein Leben so radikal verändert wie das. Ich habe jedes theoretische Hirngeficke in mir ignoriert und ich habe begonnen, die Wahrheit dort zu suchen, wo sie ist, statt dort, wo sie nicht ist. Sie ist nicht in den Worten, Argumenten, Informationen oder Fakten. Du findest sie immer nur in diesem Moment.