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    15.2.2025AQ 2640
    »Wenn du dein Trauma tatsächlich fühlst, wird auch das Trauma aller anderen sichtbar.«
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    Wenn du dein Trauma tatsächlich fühlst, wird auch das Trauma aller anderen sichtbar. Wenn du alle deine Gefühle fühlst, statt über sie nachzudenken, lernst du ganz automatisch und Schritt für Schritt, wie diese Welt funktioniert. Du merkst, was sie im Kern antreibt und du lernst jeden Mechanismus der Steuerung kennen, weil alles unbewusste Selbststeuerung ist. Das Trauma der anderen kann dir erst auffallen, wenn du dein eigenes Trauma kennenlernst. Das Ego der anderen kannst du erst erkennen, wenn du dein eigenes Ego erkannt hast. Ohne Selbsterkenntnis gibt es keinerlei echte Erkenntnis. Erst wenn du dich selbst erkannt hast, bringt es etwas, wenn du andere so behandelst, wie du selbst behandelt werden willst. Denn vorher willst du so behandelt werden, wie dein Ego behandelt werden will. Sobald du dein Trauma erkennst, erkennst du dein Ego und weißt, dass das gar nicht du willst. Du erkennst, dass dir die Behandlung auf Basis der Wünsche deines Ego überhaupt nichts bringt. Ein echter Traumatherapeut braucht ein eigenes Trauma, das er erkennen kann. Und genauso muss ein spiritueller Lehrer sein eigenes Ego erkennen. Ohne Selbsterkenntnis ist es nicht möglich zu wirken. Perfektion ist dafür nicht notwendig. Es ist sogar eher hilfreich, wenn du dich zwischendurch selbst ertappen kannst. So bleibst du in der Praxis verankert und verwurzelt. Die meisten Menschen kommen über ihren Glauben und über ihre Überzeugungen nicht hinaus. Sie schauen sich unzählige Videos zu ihrem Lieblingsthema an, ganz egal, ob es um Hochsensibilität, Narzissmus, Berufung, Erleuchtung oder was auch immer geht. Aber sie wollen nur hören, was andere dazu sagen. Und sie suchen nach eigener Bestätigung. Ein guter Lehrer bestätigt dich nicht. Er verunsichert dich. Er gibt dir Halt, indem er dir die Stütze wegnimmt, weil dein bisheriger Halt nicht echt ist. Er ist in deinem Ego und nicht in deiner echten Erfahrung verankert. Deshalb argumentieren Menschen aus der Theorie heraus und sie wollen wissen, was die Wissenschaft dazu sagt. Es ist aber egal, was die Wissenschaft dazu sagt und es ist sogar egal, ob sie richtig- oder falschliegt. Wenn dir andere sagen, dass sie recht haben und es dir scheinbar beweisen können, dann ist es trotzdem ein Glaube, wenn du ihr Wissen wiederholst. Es wird dadurch nicht zu deinem Wissen. Du kannst Wissen nicht von anderen übernehmen. Natürlich kannst du das. Das ist ja auch das, was die meisten machen. Es ist aber dann halt kein Wissen. Nur weil du die Zahl auswendig kennst, wie viele Kilometer der Mond angeblich von der Erde entfernt ist, weißt du es nicht. Genau genommen hast du gar keine Ahnung. Du weißt ja noch nicht einmal, ob es stimmt, denn du kannst es gar nicht überprüfen. Deine eigene Erfahrung gibt das gar nicht her. Und hättest du nicht gelernt, wie weit der Mond von der Erde entfernt ist, würdest du sehr wahrscheinlich nach Augenschein eine ganz andere Zahl schätzen. Und selbst falls du die Zahl jetzt nicht weißt, ist es sehr wahrscheinlich, dass du eine sehr große Zahl schätzt. Das liegt nicht daran, wie es dir erscheint. Das liegt daran, was dir gesagt wurde. Und im Zusammenhang mit dem Weltall wurde dir immer gesagt: "Es sind unfassbar große Distanzen." Das hast du geglaubt und das genügt schon, um diese Zahl vollkommen anders einzuschätzen, als es dir tatsächlich erscheint. Und mit dem Trauma verhält es sich genauso. Du kannst in der Vorlesung an der Uni unheimlich viel über Trauma hören, über Trauma lesen und du kannst im Praxissemester sogar mit traumatisierten Menschen sprechen. Und dabei tust du die ganze Zeit so, als wäre das etwas außerhalb von dir. Nur deshalb kannst du gar nicht verstehen, was gemeint ist, falls jemand das Richtige meint. Und genauso kannst du natürlich Onlinekurse buchen, in denen du ganz viel Theoretisches über Traumata, Hochsensibilität oder irgendein anderes Thema hörst. Solange du von diesem Thema getrennt bist und dich als getrennt wahrnimmst, weißt du nicht, was gemeint ist. Nur Menschen, die sich selbst wahrnehmen, können auch alle anderen wahrnehmen.