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    10.2.2025AQ 2635
    »Ob wir mit etwas zufrieden sind, hat mit der Realität nichts zu tun.«
    0:006:07
    Ob wir mit etwas zufrieden sind, hat mit der Realität nichts zu tun. Ob wir mit unserem Leben zufrieden sind, hat mit unserem Leben nichts zu tun. Auch dann nicht, wenn wir sehr überzeugt davon sind, dass andere Umstände, also eine andere Realität, für unsere Zufriedenheit sorgen würden. Es ist das größte Missverständnis unseres Strebens. Wir denken, wir streben, weil wir zufrieden sein wollen. Doch der einzige Grund für unser Streben ist, Erfahrungen zu sammeln. Der einzige echte Spaß, den wir hier haben, ist, etwas zu lernen. Das ist die einzige Befriedigung, die wir durch unser Streben nach Zufriedenheit erhalten. Ganz egal, was wir anstreben und ganz egal, welche Ideen wir mit der Erreichung des Ziels verbinden, es geht währenddessen und am Schluss immer nur um das Gefühl, etwas gelernt zu haben. Und im Kern kannst du zwei Dinge lernen: Einmal, wie du dich und andere manipulierst und wie du dich und andere berührst. Hätte unsere Zufriedenheit etwas mit der Realität zu tun, dann dürfte es zum Beispiel keine Multimillionäre oder Milliardäre mit Problemen geben. Gibt es aber. Jeder, der seine Bedürfnisse befriedigt, müsste rundum zufrieden sein. Ist aber nicht der Fall. Und es dürfte keinen einzigen glücklichen armen Menschen geben. Gibt es aber. Es gibt nur zwei Dinge, die unserer Zufriedenheit im Weg stehen. Das eine ist das Radio in deinem Kopf, das dir immer wieder die gleichen oder ganz ähnliche Geschichten erzählt. Das andere sind deine Körperempfindungen, die sich nicht verändern, obwohl sich deine Realität verändert hat. So kann es sein, dass du als Hartz-IV-Empfänger Druck fühlst, dann reich wirst und immer noch Druck fühlst. Du dachtest, deine Körperempfindungen hätten etwas mit deiner finanziellen Realität zu tun. Das ist nicht der Fall. Oder du lebst in einer gefährlichen Gegend und hast Angstgedanken. Du ziehst um und die Gedanken gehen nicht weg. Du lebst jetzt in einer sicheren Gegend und hast immer noch Angst. All das Drama in der Welt existiert nur, weil wir nicht bereit sind, genau hinzuschauen. Wir wollen nicht erkennen, dass alles nur an unserem Inneren liegt. Denn dann würde jeder hoffnungslose Veränderungsversuch im außen komplett wegfallen. Und dein Verstand und dein Ego hätten keine Beschäftigung mehr. Und wenn die keine Beschäftigung mehr haben, dann drehen sie durch. Sie beginnen dann mit den wildesten Spekulationen. Sie labern dich voll und machen dir Druck. Und zwar so richtig. Sie wiederholen das, was in deiner Kindheit in dir angelegt wurde. Entgegen vieler therapeutischer Ansätze und auch entgegen dem Verständnis von vielen Coaches geht es nicht darum, das loszuwerden. Es geht darum, dir das bewusst zu machen. Heilung ist nicht kompliziert. Sie braucht nur ein großes Maß an Beharrlichkeit. Dazu musst du fühlen, was du willst und du darfst dich von kleinen Hick-ups nicht aus der Ruhe bringen lassen. Denn Verstand und Ego werden jede noch so kleine Möglichkeit nutzen, um dir dreinzugrätschen. Sie werden dir deine eigenen Bemühungen schlechtreden. Sie werden die anderen schlechtreden. Und sie werden alles tun, damit du in alte Verhaltensmuster zurückfällst. Du musst einfach nur stärker sein. Und "stärker" bedeutet in diesem Fall "klarer". Du musst in der Lage sein, sie toben und wüten zu lassen und dich währenddessen immer wieder daran erinnern, zu dir zurückzukommen. Das ist kein 4-Wochen-Programm, sondern ein 10- oder 20-Jahre-Programm. Ich weiß, dass das nicht sehr sexy klingt. Wir hätten es gerne anders und vor allem schneller. Aber wir haben gar keine Eile. Denn währenddessen leben wir ja sowieso. Und wir leben, um zu lernen.