Weisheit ist das Ergebnis von Freiheit und umgekehrt. Nach Weisheit zu streben, ohne frei sein zu wollen, macht überhaupt keinen Sinn. Und nach Freiheit zu streben, ohne Weisheit in dir zu tragen, ist gar nicht möglich. Weisheit und Freiheit bedingen sich gegenseitig. Eines geht nicht ohne das andere. Solange du von deinen Programmen überzeugt bist, kannst du nicht frei sein. Und die Freiheit von deinen Programmen führt zu Weisheit. Sowohl Freiheit als auch Weisheit wollen und können gar nicht überzeugen. Wenn du frei bist, kannst und willst du deshalb auch nicht mehr argumentieren. Du kannst mit niemand mehr darüber streiten, was Freiheit und Weisheit ist. Du wirst auch nie wieder versuchen, irgendjemand davon zu überzeugen, dass dein Weg der richtige Weg ist. Denn frei und weise weißt du, dass der richtige Weg nicht mit Zwang erreicht werden kann. Alleine der Wunsch, andere von etwas zu überzeugen, trägt das Potenzial und die Gefahr der Manipulation in sich. Selbst wenn du davon keinen Gebrauch machst, genügt die Anwesenheit dieses Potenzials, um dich unfrei zu machen. Jeder sensible Mensch kann das fühlen. Und zwar sowohl derjenige, der andere überzeugen möchte, als auch derjenige, der überzeugt werden soll. Der Drang, andere zu überzeugen, ist ein limitierender Faktor für Freiheit und Weisheit. Missionarischer Eifer fühlt sich deshalb grundlegend falsch an. Alles in dir strebt nach Freiheit und Weisheit. Nicht um andere zu überzeugen, sondern um dir selbst zu genügen, um dich selbst zu erfüllen. Erfüllung gibt es immer nur in Freiheit. Ich meine damit aber nicht die körperliche oder räumliche Freiheit. Ich meine damit Geistesfreiheit. Denn die Fesseln deines Geistes sind viel stärker, als dein Körper jemals gefesselt sein kann. Deshalb werden Freigeister immer erst mit großer Verzögerung anerkannt. Jeder Freigeist widerspricht der gesellschaftlichen Programmierung. Er bringt Freiheit in Bereiche, in denen es sich die Menschen nicht einmal vorstellen können, dass dort Freiheit sein könnte. Freiheit ist in allererster Linie die Freiheit, alles zu denken. Im zweiten Schritt ist es die Freiheit, jeden Gedanken vergessen zu können, an nichts denken zu müssen, was dir nicht dient. Die meisten Menschen scheitern in beiden Disziplinen. Sie trauen sich weder frei zu denken, noch sind sie in der Lage, das Gedachte wieder zu vergessen. Jeder zwanghafte Versuch, Freiheit oder Weisheit zu erreichen, muss scheitern, weil dieser Versuch immer aus dem Bereich kommt, der weder frei noch weise ist. Er kommt aus dem ängstlichen Teil. Der Teil, der glaubt, er müsse dir noch etwas hinzufügen, damit du frei und weise bist. Tatsächlich musst du dir das Anerzogene abgewöhnen. Freiheit und Weisheit sind immer nur verschüttet oder verdeckt. Sie sind nie komplett verschwunden. Sie sind für jeden erreichbar, der bereit ist, alles andere dafür aufzugeben. Dann steht dir und deinem Zugang zu deiner Freiheit und Weisheit nichts mehr im Wege.