Wenn du angekommen bist, werden deine Fragen nicht beantwortet. Sie fallen weg. Unser Verstand ist ein süchtiger Sucher. Er stellt Fragen am laufenden Band. Er ist überzeugt davon, dass er auf diese Art und Weise die Welt erfassen kann. Doch erstens ist die Welt zu groß, um sie komplett erfassen zu können. Und zweitens erfasst du sie gar nicht dadurch, dass du alles erklären kannst. Du erfasst sie, indem du alles fühlen kannst. Im Idealfall frei von Gedanken. Solange du über Antworten nachdenken musst, bist du im Verstand gefangen. Deshalb macht es für niemanden Sinn, sich selbst mit Fragen zu quälen. Wir fragen uns dann, warum die anderen so sind, warum wir so sind, warum die Welt so ist, wie sie ist. Was wir damit die ganze Zeit sagen, ist: "Ich will meine Gefühle nicht fühlen. Ich will nicht wahrhaben, dass andere das, was ich gerade fühle, in mir auslösen können. Ich will nicht wahrhaben, dass meine Gedanken das, was ich jetzt gerade fühle, auslösen können. Deshalb stelle ich Fragen und suche nach Gründen." Diese Gründe existieren nicht. Und selbst wenn sie existieren würden, hätten sie keinen Einfluss auf das, wie es jetzt gerade für dich ist. Dann kannst du dir erklären, warum der andere so ein Arsch ist. Du fühlst es trotzdem. Dann kannst du dir erklären, warum du diesen Gedanken hast. Du fühlst dich trotzdem so, wie du dich jetzt gerade fühlst. Die Beantwortung deiner Fragen hat noch nie etwas verändert. Was dagegen etwas verändert hat (und das kannst du auch selbst in deinem eigenen Leben nachvollziehen), ist, wenn du keine Fragen mehr hattest, wenn du dich nicht mehr gequält hast mit Fragen. Das hat in deinem Leben einen immensen Unterschied gemacht! Manchmal tritt dieser Zustand ein, wenn wir glauben, eine Antwort gefunden zu haben. Das ist aber keine Garantie. Du kennst es aus eigener Erfahrung, dass du eine Antwort gefunden hast und du hast dich trotzdem noch gequält mit dieser einen Frage. Du kennst es auch, dass dieser Zustand eingetreten ist, als du einfach aufgegeben hast. Du hast deine Hoffnung auf eine Antwort verloren und dann entschlossen, jetzt nicht mehr darüber nachzudenken. Du hast die Fragen einfach vergessen. Oder etwas anderes war wichtiger und du hattest keine Zeit mehr, dich mit diesen verhältnismäßig unwichtigen Fragen zu beschäftigen, denn jetzt warst du mit all deiner Aufmerksamkeit in einem anderen Bereich gefragt. Was viele Menschen quält, ist die Tatsache, dass diese Fragen, die weg waren, die du vergessen hast oder die du verdrängt hast, wiederkommen. Zum Beispiel beim Einschlafen. Immer dann, wenn dein Verstand nicht mehr beschäftigt ist, erinnert er dich daran, dass es ja noch offene Fragen gibt. Deren Beantwortung kann aber gar nicht so wichtig sein, denn bis sie dir wieder eingefallen sind, die Fragen, lief es ja auch ganz okay, oder? Wir wollen nicht zugeben, dass unser Verstand uns quält. Und er quält uns mit Fragen. Denn es gibt keine zufriedenstellenden Antworten. Es gibt nur Antworten, mit denen du deinen Verstand zufriedenstellen kannst, weil er so programmiert ist. Es gab noch nie eine Frage, die richtig beantwortet wurde. Es gab immer nur Antworten, mit denen sich dein Verstand zufrieden gegeben hat. Sobald du damit in Frieden fällst, dass deine Fragen nicht beantwortet werden können, bist du angekommen.