Systeme sind Viren des Geistes. Die einzige Möglichkeit für ein System zu existieren, ist in Gedanken, sprich im Geist zu existieren. Es gibt kein einziges menschengemachtes System, das außerhalb des Geistes existiert. Damit ein System auf einem Computer funktioniert, muss es programmiert werden. Programmiert wird es von Menschen. Diese Menschen setzen ihre Idee mithilfe von Computerprogrammen um. Auch alle Systeme außerhalb von Computern werden genauso programmiert mit dem einzigen Unterschied, dass sie nicht mithilfe von Computern programmiert werden, sondern mithilfe von Menschen. Wenn man ein System etablieren will, muss man die beteiligten Menschen davon überzeugen, dass es richtig und gut ist. Die häufigste Programmiersprache für diese Systeme ist Propaganda. Und eines der wichtigsten Hilfsmittel ist die Wiederholung. Es wird so oft wiederholt, bis du es glaubst. Vollkommen unabhängig davon, ob es tatsächlich richtig oder falsch ist. Sobald ein System etabliert ist, sprich sobald es in den Menschen installiert ist, läuft es routinemäßig. Die beteiligten Menschen dürfen nie wieder darüber nachdenken und sie dürfen es auf gar keinen Fall in Frage stellen. Jeder Zweifel muss geächtet werden. Das beste Mittel dafür ist die Behauptung der moralischen Überlegenheit. Alle am System beteiligten Menschen müssen das Gefühl haben, etwas Gutes zu tun und moralisch auf der richtigen Seite zu stehen. Eines der wirksamsten Gefühle für die Etablierung und Aufrechterhaltung eines Systems ist Schuld. So gesehen hat jedes System etwas Religiöses, wobei Religion hier natürlich nicht die echte Religion ist, sondern eine pervertierte Form davon. Und siehe da, die meisten Religionen arbeiten mit Schuld. Vor allem eine der größten. Ob das Zufall sein kann? Oder ist es möglich, dass das Ganze System hat? Diese Frage kann sich jeder selbst beantworten. Die Antwort ist aber komischerweise gar nicht wichtig. Denn es funktioniert so unabhängig davon, ob es absichtlich oder unabsichtlich ist. Es funktioniert so, falls es im Hintergrund eine unsichtbare Hand gibt, die das alles steuert. Es funktioniert so, falls es im Hintergrund Gruppen gibt, die sich verschwören. Und es funktioniert so, falls es unser Ego ist, das alles steuert. Die meisten Menschen verlieren sich bei der Suche nach einer Erklärung, warum das so ist. Es ist nicht wichtig, zu wissen, warum das so ist. Viel wichtiger ist es, zu erkennen, wie es ist. Noch deutlicher gesagt: Würdest du wissen, warum es so ist, könntest du die Schuld wieder jemand anders geben. Das Praktischste wäre ein kollektiver Umstand wie zum Beispiel unser Ego. Dann könntest du immer sagen: "Na ja, das macht halt das Ego und das ist halt so." Und deshalb müsstest du auch nichts ändern. Du könntest auch denken, das ist eine Elite, die es nicht gut mit dir meint. Dann würdest du dich ohnmächtig fühlen und hast schon wieder einen Grund, nichts zu verändern. Falls das alles von jemandem gesteuert wird, würde es ja sein Ziel sein, dass du nichts verändern willst, oder? Es müsste das Ziel sein, dass du dich ohnmächtig fühlst, damit es keine Veränderung gibt. Oder nur diejenige Veränderung, die beabsichtigt ist. Und die wird über die bekannten Mechanismen in die Menschen programmiert. Der Cocktail aus Schuldgefühlen und Wiederholung genügt da meistens schon. Die am leichtesten programmierbaren Menschen sind die Menschen, die sich schuldig fühlen. Bei ihnen haben die Viren des Geistes leichtes Spiel. Wenn die Schuld dann sogar noch von Generation zu Generation weitergegeben wird, lassen sich die Systeme beliebig etablieren. Menschen mit Schuldgefühlen werden alles hinnehmen, was von ihnen verlangt wird. Sie werden alles tun, damit sie sich nicht mehr schuldig fühlen. Und so werden die Systeme von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Die Viren des Geistes verbreiten sich dort am besten, wo Schuld und Ohnmacht als gefühlter Nährboden vorherrscht.