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    25.1.2025AQ 2619
    »Wünsche entstehen aufgrund von Widerständen.«
    0:008:16
    Wünsche entstehen aufgrund von Widerständen. Wünsche entstehen im Widerstand zum jetzigen Moment. Sie sind ein Zeichen dafür, dass wir den Moment, wie er jetzt gerade ist, so nicht annehmen wollen. Irgendetwas ist zu wenig, irgendetwas ist nicht gut genug. So sind unsere Widerstände Lebensthemen. Das größte Lebensthema ist, dass wir nicht hier sein wollen. Zumindest nicht mit dem, wie es jetzt gerade ist. Was wir uns also tatsächlich wünschen, ist der Wegfall der Widerstände. Wenn wir im Widerstand sind, wünschen wir uns das Gegenteil von dem, was wir gerade erfahren. Ein ganz einfaches Beispiel: Du hast gerade wenig Geld. Deshalb wünschst du dir mehr Geld. Du fühlst dich gerade einsam. Deshalb wünschst du dir Zweisamkeit, Beziehung, Gemeinschaft. Das geht natürlich auch umgekehrt. Menschen überfordern dich gerade. Also wünschst du dir Ruhe. Der wichtigste Grund, warum unsere Wünsche nicht in Erfüllung gehen und auch gar nicht in Erfüllung gehen können, hängt damit zusammen, dass wir die Wünsche nicht untersuchen. Wir schauen nicht genau genug hin und wir wollen es auch gar nicht wissen. Wir haben uns so sehr an unseren Zustand des ständigen Wünschens gewöhnt, dass wir das gar nicht loswerden wollen. Würden wir nicht mehr wünschen und hoffen, würde uns etwas fehlen. Wünsche und Hoffnungen sind zu einer Sucht geworden. Diese Sucht wird von allen Seiten bedient. Und alle, die diese Süchte bedienen, haben nicht verstanden, wie es im Kern funktioniert. Das liegt daran, dass sie sich selbst nicht genau beobachten. Ich habe jetzt einen einfachen Satz für dich und ich erkläre ihn dir anschließend. Du kannst selbst überprüfen, ob du ihn sofort verstehst. Wenn Widerstände wegfallen, ist nicht das Gegenteil eingetreten. Wünsche entstehen aufgrund von Widerständen. Was wir uns tatsächlich wünschen, ist der Wegfall von Widerständen. Sobald wir diesen Moment annehmen können, wie er ist, fallen die Widerstände weg. Wenn die Widerstände wegfallen, ist nicht das Gegenteil eingetreten. Unsere Wünsche sind nicht in Erfüllung gegangen, aber unsere Widerstände sind weggefallen und damit der Grund für unsere Wünsche. Wenn die Widerstände weg sind, haben wir keine Wünsche mehr. Zumindest nicht so, wie wir sie gewöhnt sind. Es können natürlich immer wieder alte Programme auftauchen, vor allem alter Schmerz. Aber wenn die Widerstände weg sind, dann kannst du keinen Wunsch mehr daraus machen. Es geht vielleicht noch kurz, aber nicht mehr lange. Diese Abwesenheit von Widerständen kannst du aber nicht machen. Du kannst diesen Zustand nicht herbeiführen und du kannst auch nicht so tun, als hättest du keine Widerstände mehr, obwohl du sie noch hast. Denn solange sie noch da sind, wird dein Verstand Wünsche produzieren. Wünsche für dich, Wünsche für andere, Wünsche für die ganze Welt. Es ist ein Ping-Pong-Spiel mit deinen Widerständen. Sobald du den Widerstand fühlst, denkst du an den Wunsch. Dann kommt der Widerstand zurück. Dann kommt wieder der Wunsch. Und so geht es ständig hin und her. Die einzige Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen, ist wahrzunehmen, was jetzt gerade wirklich hier ist. Denn das ist das, was du vermeiden willst. Du kannst den Kreislauf nicht anhalten. Du kannst nicht mit dem Verstand befehlen, dass der Verstand schweigen muss. Aber du kannst deine Aufmerksamkeit abziehen, indem du sie auf etwas anderes legst. Und am besten sind das keine neuen Gedanken, sondern das, wie es wirklich für dich ist. Du kommst in die Realität zurück. Die Realität ist nicht das, was du denkst. Die Realität ist jenseits davon. Sie ist lange vorher da und sie hat mit dem, was du denkst, überhaupt nichts zu tun. Wir wurden so erzogen, als könnten wir über die Realität nachdenken. Und das ist falsch. Das ist vollkommen unmöglich. Und so denken wir über die Realität in China, in Russland, in Amerika nach, als wäre das unsere Realität. Das ist vollkommen verrückt. Unsere Realität ist nicht das, was wir denken. Es ist das, was wir jetzt wahrnehmen können. Und wahrnehmen kannst du nur Gefühle. Auch Gefühle sind keine Gedanken. "Ich fühle mich gut oder ich fühle mich schlecht" stimmt nie. Wenn du mit deiner Aufmerksamkeit dorthin gehst, wo du etwas fühlst, wirst du feststellen, dass du über das Gefühlte gar nichts mehr sagen kannst. Du kannst nur noch sagen: "Es ist hier. Ich fühle es. Ich kann es wahrnehmen." Und wenn du das wirklich kannst, weil du es übst, dann gibt es keinen Grund mehr für Widerstände und damit auch keinen Grund mehr für Wünsche. Das bedeutet überhaupt nicht, dass du dich nirgends mehr hingezogen fühlst. Es bedeutet auch nicht, dass du nicht mehr planen kannst. Diese Ideen entwickelt nur der verrückte Verstand, der Angst hat, etwas Wichtiges zu verlieren. Du verlierst aber nichts. Du gewinnst etwas Wesentliches. Und zwar die Fähigkeit, hier zu sein, statt in Hoffnungen, Wünschen und Träumen. Das sind alles Vermeidungsstrategien des Verstandes, um das Hier und Jetzt, so wie es wirklich für dich ist, nicht wahrnehmen zu müssen. Es ist aber das Einzige, das für dich tatsächlich existiert.