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    24.1.2025AQ 2618
    »Die etablierte spirituelle Szene ist eine Droge.«
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    »Die etablierte spirituelle Szene ist eine Droge.« Martin Uhlemann Das gesamte Zitat lautet: "Die etablierte spirituelle Szene ist eine Droge, für die du teuer bezahlst." Ich habe den Nebensatz erst einmal weggelassen, weil wir das "teuer bezahlen" allzu oft nur mit Geld verbinden. Tatsächlich zahlst du mit Lebenszeit. Aber auch Geld ist ja nur Lebenszeit. Denn so lassen sich die meisten bezahlen. Ich finde den Aspekt, dass es teuer ist, aber gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist der erste Teil: "Die etablierte spirituelle Szene ist eine Droge." Sie macht dir erst einmal gute Gefühle und sie verspricht dir die Lösung all deiner Probleme. Als ob es das Ziel deines Lebens wäre, alle deine Probleme zu lösen! Tatsächlich musst du erst einmal herausfinden, wie deine Probleme entstehen. Kein Drogenabhängiger macht das gerne. An diesem Punkt muss ich gleich den allerwichtigsten Aspekt einschieben. Es geht nicht darum, so zu tun, als würden deine Probleme nicht existieren. Es geht auch nicht darum, dir die Schuld an all deinen Problemen zu geben. Ich kenne die Videos, in denen dir gesagt wird von führenden spirituellen Experten, dass es in deiner Verantwortung liegt, dein Leben in die Hand zu nehmen und dass du alles ändern kannst und dass du alles erreichen kannst. Das ist unfassbarer Blödsinn. Ganz einfaches Beispiel: Wenn du als Mann geboren bist, dann wirst du in diesem Leben keine Frau mehr. Umgekehrt auch nicht. Hätte ich so etwas vor zehn Jahren gesagt, wäre alles klar gewesen. Wenn ich das heute sage, bin ich kontrovers. Wie sich die Zeiten ändern. Aber es passt sogar zur etablierten spirituellen Szene, denn auch die redet dir ein: "Du kannst alles sein. Du kannst alles erreichen." Tatsächlich muss ich damit klarkommen, dass ich in diesem Leben bestimmte Dinge nie erreichen werde und nicht mehr erreichen kann. Und das liegt nicht daran, weil ich ein Mindset-Problem habe. Das liegt daran, weil es unmöglich ist. Und dann muss ich damit klarkommen, dass das die allermeisten Dinge sind. Das bedeutet, die meisten Dinge, die ich mir vorstellen kann und die es gibt, werde ich niemals erreichen. Meine Aufgabe ist es nicht, die Möglichkeiten zu erweitern und mehr zu erreichen als das, was möglich ist. Meine Aufgabe ist es, damit klarzukommen, dass ich ganz vieles nicht erreichen werde. Nur so kann ich herausfinden, dass mein Verstand ziemlich einen an der Waffel hat, wenn er sich alles Mögliche und Unmögliche wünscht. Mein Verstand steht auf diese Droge. Die Droge, meine Wünsche zu erfüllen. Und zwar nicht nur einen, zwei oder drei, sondern alle. Und dabei konstant weiter zu pennen und nicht zu erkennen, wie Wünsche entstehen, warum ich so viele davon habe und was es mir bringt, wenn sie erfüllt werden. Dadurch werde ich auch nie erkennen, dass mein Antrieb tatsächlich im Grunde nicht von den Wünschen ausgeht. Und solange ich von meinen Wünschen getrieben bin, kann ich meinen ursprünglichen Antrieb nicht finden. Er wird überdeckt von Sucht und Wahnsinn. Dadurch werde ich nie herausfinden, was mich im Inneren antreibt. Und ich werde immer den Drogen nachjagen. Ganz egal, ob es die etablierte spirituelle Szene ist, die mir die Erfüllung meiner Wünsche verspricht oder ob es Substanzen sind. Ich bleibe abhängig von meinem Verstand und ich bleibe abhängig von den Drogen, die mein Verstand gegen mich verwendet, damit ich nie diejenigen Gefühle fühlen muss, die er mit den Drogen zukleistert. Die etablierte spirituelle Szene ist die letzte Droge, die dir genommen werden muss, damit du spirituell sein kannst.