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    21.1.2025AQ 2615
    »Das Gegenteil von mental ist ehrfürchtig.«
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    Das Gegenteil von mental ist ehrfürchtig. Der mentale und rationale Schwätzer in uns möchte jetzt sofort widersprechen: "Nein, ich weiß, das Gegenteil von mental ist körperlich." Dabei bedenkt er aber nur eine Richtung. Die andere Richtung hat er noch nicht erkannt. Ehrfurcht ist auch nur der Versuch einer Beschreibung der anderen Richtung. Denn wenn du ehrfürchtig bist, wird es still in dir. Die mentale Labertasche in dir hat plötzlich nichts mehr zu melden. Solange du noch denkst, bist du nicht ehrfürchtig. Wenn du deine Ehrfurcht beschreiben willst, bist du nicht ehrfürchtig. Leider ist das Wort Ehrfurcht im Deutschen ein eher unglückliches. Furcht vor der Ehre ist nicht das, was ich erlebe, wenn ich ehrfürchtig bin. Es ist eher eine Öffnung des Mentalen hin zum Göttlichen. Und das kannst du erreichen (und jetzt wird es ziemlich verrückt), indem du körperlich wirst. Wenn dein Verstand wusste, dass das Gegenteil von mental körperlich ist, dann war das immer noch mental. Wenn du wirklich körperlich wirst, dann trittst du aus dem Mentalen heraus in deinen Körper. In deinem Körper gibt es keine Urteile und keine Gedanken. Es gibt keine Vergangenheit und keine Zukunft. Und genau das geschieht auch, wenn du ehrfürchtig bist. Körperlich ist also tatsächlich das Gegenteil von mental. Aber nicht, wenn du darüber nachdenkst. Auch nicht dann, wenn du es auswendig weißt, sondern nur dann, wenn du es aus deiner eigenen Erfahrung kennst und wenn du in der Lage bist, körperlich zu werden. Es geschieht dann, wenn wir uns verkörpern, statt vergeistigen. Sprich, wenn wir unseren Geist, unsere Gedanken verlassen und in den Körper kommen. Das kann allerdings kaum jemand, denn wir wurden in unserer Kindheit in unseren Geist, ins Mentale gedrängt. Und zwar von denen, die sich nur dort aufhalten. Das sind auch diejenigen, die dir auf Knopfdruck das Gegenteil von mental nennen können. Sie wissen sofort, dass das Gegenteil körperlich ist. Aber sie haben es nie erlebt. Nur als Kind waren sie noch körperlich. In der Spiritualität setzen wir den mentalen Aspekt unserer Flucht als Erwachsene einfach fort. Die Bhagavadgita oder die Upanishaden auswendig zu können, hat nichts mit Spiritualität zu tun. Das ist rein mental vergeistigt. Nichts davon ist in deinem Körper, außer du hast es, während du die Bhagavadgita oder die Upanishaden gelesen hast, gefühlt. Das Gleiche gilt für jeden anderen spirituellen Text, der Ehrfurcht in dir hervorruft. Ehrfurcht im Sinn eines mentalen Schweigens. Zumindest muss das Mentale in den Hintergrund treten und darf nicht mehr dominieren. Alles und jeder, der das bei dir auslöst, hat einen guten Dienst getan. Er hat das Gegenteil von mental bei dir ausgelöst. Das Gegenteil von mental ist spirituell.