Macht über dich hat nur, was du verdrängen willst. Durch unseren Wunsch zu verdrängen und unseren damit verbundenen Versuch nicht zu fühlen, erschaffen wir unsere Ohnmacht. Ohnmacht entsteht nicht einfach so, sie ist unsere Schöpfung. Wir kreieren sie durch unseren Versuch zu verdrängen. Wären wir in der Lage und würden alles fühlen, könnte uns nichts und niemand beherrschen. Alles, was du bereit bist zu fühlen, kann keine Macht über dich haben. Wenn du diejenigen Gefühle fühlst, die das in dir auslösen, was du gerne verdrängen würdest, schwindet jede Ohnmacht. Derjenige, der Macht über dich hat, bekommt sie von dir. Er bekommt sie durch deine Unfähigkeit zu fühlen. Er bekommt sie, weil du deine Ohnmacht und alle anderen damit verbundenen Gefühle verdrängen und unterdrücken willst. Er bekommt seine Macht nicht dadurch, dass er Macht über dich hat. Er bekommt sie dadurch, dass du keine Macht über dich hast. Macht über dich zu haben bedeutet nicht, dass du hart zu dir selbst bist. Es bedeutet nicht, dass du verdrängst, was du nicht fühlen willst, sondern im Gegenteil: Macht im spirituellen Sinne zu haben bedeutet die Fähigkeit, deinen Fokus auf das zu richten, was alle anderen normalerweise ablehnen. Und das ist nicht außerhalb von ihnen, sondern in ihnen. Nach innen zu gehen ist nicht der schöne Sonntagsspaziergang, den dir die spirituelle Szene gerne verkaufen möchte. Nach innen zu gehen ist eine Unterbrechung deiner Programmierung. Und immer dann, wenn deine Programmierung unterbrochen wird, rebelliert dein Ego. Dein Verstand wird immens aktiv und liefert dir 1000 Argumente, warum du das jetzt gerade nicht machen kannst, warum du auf gar keinen Fall nach innen gehen solltest, sondern weiterhin deinen Fokus auf alle anderen und die Welt da draußen behalten solltest. Nach innen zu gehen ist keine Kuschelspiritualität, sondern ein revolutionärer Akt. Und es ist nur dann echt, wenn du dadurch nichts verdrängst und im Gegenteil alles einlädst. Wenn du glaubst, nach innen zu gehen, wäre, schöne Gedanken zu haben und dadurch schöne Gefühle auszulösen, dann bist du auf dem Holzweg. Das kann ein Teil davon sein, aber der erste Teil, der wesentliche Teil ist etwas vollkommen anderes. Aufmerksam wirst du auf die Möglichkeit nach innen zu gehen nämlich nicht dadurch, dass alles in deinem Leben ganz super läuft. Wenn alles super läuft, gibt es absolut überhaupt gar keinen Grund, irgendetwas zu verändern. Da kannst du weiterhin nach außen orientiert bleiben, schließlich hast du keinen Anlass. Einen Anlass, etwas zu verändern, hast du erst, wenn es nicht gut läuft. Wenn du unzufrieden bist oder irgendein anderes negatives Gefühl hast. Nur deshalb wären positive Gedanken und Gefühle Verdrängung. Denn in dem Moment, in dem du einen Anlass hast, nach innen zu gehen, ist gerade nichts positiv. Und deshalb wären positive Affirmationen nur Verdrängung. Von mir aus kann das die gesamte spirituelle Szene anders sehen. Sie können Fachartikel darüber schreiben. Sie können daran glauben. Sie können überzeugt davon sein, dass es nicht so ist. Ich brauche keine Überzeugung und ich brauche auch keinen Glauben, weil ich aus eigener Beobachtung spreche, wenn ich mich selbst untersuche. Da kann ein Top-Psychologe und ein Philosophen-Experte einen wissenschaftlichen Artikel darüber schreiben, dass ich falschliege und dass er das alles anders sieht. Niemand kann mich durch Worte davon überzeugen, dass es anders ist, als ich es erlebe. Das sollte bei dir auch nicht möglich sein. Dazu ist es natürlich wichtig, bereit zu sein, sich selbst zu beobachten und dann auch ehrlich zu sein bei der Beobachtung. Es hilft dir nicht, wenn du es beobachtest und dir dann selbst schönredest. In den meisten Fällen ist es hilfreich, nicht nur einmal oder ein paar Mal zu beobachten, sondern am besten hunderte Male. Beobachte dich so oft wie möglich. Verdränge dabei keinen Gedanken, vor allem aber kein Gefühl. Lass diejenige Körperempfindung zu, die den anderen Macht über dich gibt.