Die meisten spirituellen Coaches sind aus den falschen Gründen Coach. Die spirituellen Coaches, die in den letzten Jahren den Markt geflutet haben und vor allem diejenigen, die den Markt in den nächsten Monaten und Jahren noch fluten werden, sind aus den falschen Gründen Coach. Die drei wichtigsten falschen Gründe sind diejenigen, warum sie die Ausbildung gebucht haben. Und es sind die Gründe, mit denen die Ausbildung beworben wird. Es sind drei der stärksten Motivatoren unseres Ego: Geld verdienen, helfen wollen und bekannt beziehungsweise anerkannt sein. Das Beste, was dir für deine Karriere als spiritueller Coach passieren kann, ist, dass kein einziges dieser Ziele erfüllt wird. Sobald du als spiritueller Coach ein einziges dieser drei Ziele erreichst, hast du verschissen. Denn dann glaubt dein Ego, es würde richtigliegen, es hätte die richtige Entscheidung getroffen und es wäre ja auch ganz besonders spirituell. Das Beste, das dir passieren kann, ist, dass gar nichts funktioniert und du wieder und wieder auf dem Hosenboden landest, denn das sind die echten Jahre deiner spirituellen Ausbildung. Dagegen ist jedes Jahresprogramm von spirituellen Coaches ein Pappenstiel. Lächerlich, vernachlässigbar, irrelevant. Bevor du ein guter spiritueller Coach sein kannst, muss dein Ego gecrasht werden, sonst begehst du den Fehler, den auch die größten spirituellen Coaches in Deutschland begehen und bist der Meinung, du könntest Werkzeuge aus einem Werkzeugkasten hervorholen und sie einsetzen, um Menschen zu helfen. Denn diese Werkzeuge sind fast ausnahmslos auswendig gelernte Anleitungen ohne eigene Praxis. Eine spirituelle Ausbildung ist nicht der Einsatz von ein paar Werkzeugen und auch nicht die regelmäßige Meditation. Eine echte spirituelle Praxis ist, wenn die Spiritualität dein ganzes Leben durchdringt. Aber nicht als Klugscheisser, sondern als spirituell Praktizierender in deinem eigenen Leben. Diese spirituelle Praxis sollte im Idealfall noch nicht einmal auffallen und zumindest nicht darstellbar sein. Sobald du dich im Schneidersitz ablichten musst, damit du transportierst, wie spirituell du bist, bist du auf dem absoluten Holzweg und hast dir nur abgeschaut, was allgemein anerkannt ist. Auf dem Weg zu einem echten spirituellen Coach wird dein Geltungsdrang im Idealfall deutlich in seine Grenzen verwiesen. Besser als die Möglichkeit, im Fernsehen aufzutreten, wäre, wenn du ignoriert wirst. Wenn kein Hahn nach dir kräht und noch nicht mal eine einzige Henne gackert. Das sind die echten Lehrjahre, in denen du tatsächlich reifst. Nichts ist für dein Ego so gefährlich wie Erfolg. Und Gott sei Dank werden den die meisten auch nicht haben. Was diese angeblich und scheinbar Erfolgreichen produzieren, kannst du an jeder Ecke beobachten. Das sind Menschen, die präsentieren dir etwas mit einer vollkommenen Fassade. Nichts davon ist echt, alles ist gewollt und es wird dann sogar noch behauptet, sie seien authentisch. Das sind dann Achtsamkeits- und Manifestationscoaches, die jedem, der das nicht schafft, was sie angeblich geschafft haben, ein Mindset-Problem unterstellen. Denn das Ego kann nicht zugeben, dass man etwas nicht kann oder dass man einem bestimmten Menschen einfach leider nicht helfen kann. Das würde am eigenen Lack kratzen. Und so etwas will man nicht. Diejenigen spirituellen Coaches, die erfolgreich werden, sind alles Mögliche, aber nicht spirituell. Denn sie werben mit lauter weltlichen Zielen. Da geht es um all das, was sich dein Ego schon lange wünscht: den Traumpartner, den Traumstrand, den Traumberuf, das Traumgeld. Alles muss in der Fülle stattfinden. Du musst aus dem Mangel und aus deinem Opferbewusstsein herauskommen. Und dabei merken sie gar nicht, dass sie sich selbst widersprechen, denn sie behaupten ja immer, alles ist gleich gültig. Dann müsste ja ein Scheißleben auch gut sein. Aber wenn sie damit werben, dass sie dir ein Scheißleben versprechen, dann buchst du natürlich nicht. Sie behaupten ja alle, dass sie auf dem Weg in die neue Zeit und in die neue Welt sind, nehmen aber die alten Maßstäbe. Die alten Maßstäbe sind einfachste und billigste Psychologie und die nutzen sie, um ihre Angebote zu verkaufen. Für die meisten Menschen scheint es so zu sein wie im Kryptobereich. Sie müssen erst einmal ein paar Shitcoins kaufen, um den Wert von Bitcoin zu erkennen. Einige verlieren dabei all ihr Geld. Wenn sie daraus lernen, ist alles in bester Ordnung. Wenn sie aber ihre Fehler den Shitcoins in die Schuhe schieben, haben sie nichts verstanden. Sie sind auf die allzu schönen Werbeversprechen hereingefallen, während Bitcoin seelenruhig auf sie wartet. Mit den guten Lehrern verhält es sich genauso.