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    11.1.2025AQ 2605
    »Ein spiritueller Lehrer spricht für die Stimmung in dir.«
    0:006:54
    Ein spiritueller Lehrer spricht für die Stimmung in dir. Das heutige Zitat entsteht mal wieder, während ich es spreche. Es geht mir um ein Thema, von dem ich das Gefühl habe, dass es die wenigsten verstehen. Ein spiritueller Lehrer spricht nicht für die Worte und auch nicht für die Fakten. Ein spiritueller Lehrer spricht für die Energie. Ich verwende dieses Wort nicht gerne, da es sehr seltsam verwendet wird und da es vor allem von Menschen missbraucht wird und dadurch überhaupt nicht mehr der Wahrheit entspricht. Und es gibt auch noch eine bessere Beschreibung. Ein spiritueller Lehrer spricht für die Stimmung in dir. Er sagt das, was du hören musst, damit sich in dir etwas verändern kann. Dazu hat er keine Technik gelernt. Er macht das intuitiv und zwar indem er fühlt. Er fühlt nicht dich, sondern sich. Und da er sich fühlt, fühlt er auch alles andere. Durch das 'sich selbst fühlen' bekommt man einen Zugang zu allem. Man muss dann keine komplizierten Ausbildungen machen. Es genügt, wenn man sich auf das einlässt, was der Lehrer macht. Doch genau das lässt das Ego der meisten Menschen nicht zu. Denn das Ego kann zum Beispiel nicht mit Widersprüchen umgehen. Es kann nicht verstehen, dass ein Lehrer an einem Tag sagt: "Glaube und vertraue!" Und am anderen Tag: "Glaube nichts und vertraue niemandem." Es glaubt immer, es gibt eine Regel, die du auswendig lernen kannst und durch deren Einhaltung du auf einem ganz bestimmten Gebiet perfekt wirst. Es versteht nichts von Hingabe. Hingabe an die eigenen Gefühle und damit Hingabe an den Moment. Meine Vermutung ist, dass 90 % der Spirituellen nicht verstehen, dass es einem Lehrer nicht um Fakten geht. Ich würde es so beschreiben, dass ein Lehrer nach dem Schlüssel sucht, der in dein Schloss passt. Was er nie versucht, ist dich zu überzeugen. Vor allem nicht auf der Ebene der Fakten. Denn auf der Ebene der Fakten findet nichts statt. Alles Relevante geschieht auf der Ebene der Gefühle. Deshalb kannst du die Worte der Lehrer und ihre Zitate nicht auswendig lernen und anderen gegenüber wiedergeben und dadurch die gleiche Berührung bei anderen auslösen, wie sie durch die Worte deines Lehrers bei dir ausgelöst wurde. Wenn du eine Ausbildung zum spirituellen Coach machst und wirklich glaubst, du bräuchtest einen Werkzeugkasten, damit du die richtigen Werkzeuge zum richtigen Zeitpunkt einsetzen kannst, dann bist du derart auf dem Holzweg, dass mir die Worte dafür fehlen. Spiritualität ist keine Aneinanderreihung von Werkzeugen. Es ist kein Abarbeiten von Techniken. Wenn überhaupt, dann ist es eine Fähigkeit, alles wahrzunehmen, was jetzt hier ist und dich auf etwas einzulassen, was jenseits der Worte existiert. Ein spiritueller Lehrer muss diesen Zustand, in dem er sich auf andere einlassen kann, nicht erst herbeiführen. Das ist einer der größten Unterschiede, die ich auch bei den Kongress-Interviews beobachten konnte. Es gab ernsthaft Interviewpartner, die waren der Meinung, dass sie sich im Vorgespräch gemeinsam mit mir einschwingen müssen. Einige wollten auch kurz meditieren und dadurch gemeinsam mit mir zur Ruhe kommen. Daran kann ich sehen, wie seltsam die Vorstellungen der Menschen sind und wie wenig sie Spiritualität im Alltag leben können. Denn wenn ich mich immer erst einschwingen muss oder erst einmal meditieren muss, damit ich in einer spirituellen Stimmung bin, dann ist das für mich an Absurdität überhaupt nicht zu überbieten. So verkommt Spiritualität zur Farce. Es ist nicht echt, sondern künstlich und gewollt. Das sind dann aber durchweg Menschen, die in diesem Bereich tätig sind. Sie halten sich für Heiler und spirituelle Lehrer. Vor einem Interview ist mal mein Bildschirm ausgefallen und dann musste ich den Rechner neu starten. Daraufhin wollte der Interviewer eine Intention setzen, damit so was nicht noch einmal passiert. Da bin ich fast von der Couch gefallen. Wie kann man Spiritualität so künstlich und so unnatürlich leben? Für mich ist das zum größten Teil ein Zirkus. Ein Zirkus aus trainierten Affen und Möchtegerns. Ich habe jetzt zwar noch immer kein Zitat, aber ich habe alles gesagt, was wichtig war.