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    6.1.2025AQ 2600
    »Du kannst nichts einfordern, was du nicht bereit bist hinzunehmen.«
    0:008:45
    Du kannst nichts einfordern, was du nicht bereit bist hinzunehmen. Ich überlege gerade noch, ob dieses Zitat wieder ein internes Zitat wird, das ich nicht veröffentliche. Denn es braucht die Erklärung, damit es verständlich wird. Und ich kann es nur anhand von Beispielen erklären. Stell dir einfach vor, du trägst dich in einen E-Mail-Verteiler ein. Vielleicht gefällt es dir, was du bekommst? Vielleicht gefällt es dir von Anfang an nicht? Irgendwann jedenfalls gefällt es dir nicht mehr. Dann trägst du dich einfach aus. Das ist der erste Teil des heutigen Zitates. Jeder darf selbstverständlich jederzeit gehen. Dazu musst du noch nicht einmal sauer sein. Du kannst ja auch jederzeit zurückkommen. Vielleicht wundert dich das jetzt, aber vielleicht kennst du es auch, wenn ich dir sage: Es gibt aber Menschen, die sind da sauer auf dich. Sie sind sauer, dass du gehst. Sie fühlen sich zum Beispiel ungerecht behandelt von dir, weil sie dir so viel gegeben haben und du dich doch wenigstens mit deiner kostenlosen Mitgliedschaft bedanken könntest dafür. Dir ist wahrscheinlich klar, dass das das Ego ist. Falls es dir nicht klar ist, kann ich es dir aus eigener Erfahrung sagen: "Das ist mein Ego." Gott sei Dank kann ich in diesem Bereich in der Vergangenheitsform sprechen: "Das war mein Ego." Denn ich kontrolliere das nicht mehr und falls ich es noch kontrollieren würde, hätte ich kein Problem damit. So weit, so gut, oder? Ich vermute, dass mir die meisten folgen können und wahrscheinlich stimmst du mir auch zu, dass es selbstverständlich ist, dass jeder jederzeit gehen kann. Aber wie ist das umgekehrt? Darf ich jeden jederzeit rauswerfen? Es muss so sein. Denn das geht nicht einseitig. Du kannst nichts einfordern, was du nicht bereit bist hinzunehmen. Wenn du frei bist, jederzeit zu gehen, bin ich dann auch frei, dich jederzeit rauszuwerfen? Warum ist das eine schlimmer als das andere? Warum wollen die Menschen jederzeit gehen dürfen, aber auf gar keinen Fall rausgeworfen werden? Ganz besonders dann nicht, wenn sie gerade ein bisschen angepisst sind. Sie dürfen angepisst gehen. Das muss drin sein. Logisch. Klar. Wie auch sonst. Und ich muss jedes Verhalten hinnehmen? Und wer entscheidet, wann es gerechtfertigt ist? Und warum gibt es da überhaupt jemanden, der das entscheiden sollte? Entscheidet jemand, ob es gerechtfertigt ist, dass jemand geht? Hat da irgendjemand mitzureden? Ganz sicher nicht! Und umgekehrt ist es genauso. Vielleicht bin ich dünnhäutig? Vielleicht habe ich einen schlechten Tag? Vielleicht bin ich ungerecht und im allerschlimmsten Fall ein Narzisst? Auch das geht niemanden etwas an! Ich beobachte das aber schon seit Jahren, dass es umgekehrt gehandhabt wird. Sogar von Retreat-Teilnehmern. Wenn ich sie anspreche, warum sie nicht da waren oder warum sie nicht mehr kommen, dann sind sie ganz erstaunt. Sie hatten gedacht, mir ist alles scheißegal. Wie sehr sich der spirituelle Verstand doch täuschen kann! Umgekehrt wären diese Menschen meistens die ersten, die sich beschweren, wenn ich nicht komme. Ich erzähl dir das nicht, um mich zu rechtfertigen, denn das ist mein tägliches Geschäft, dass ich mir die Freiheit herausnehme, Menschen zu entlassen. Die Reaktion dieser Menschen ist mitunter amüsant bis aggressiv. Ich erzähl dir das aber nicht wegen mir, sondern für dich. Denn die meisten von uns kennen diese Situation. Von ihnen wird Flexibilität selbstverständlich eingefordert. Aber wehe, sie selbst sind einmal flexibel, dann brennt die Hütte. Und ich habe auch einen Tipp aus der Praxis für dich. Ignorier die Feuerteufel. Es ist dein selbstverständliches, gutes Recht. Wir haben dabei immer die Idee, dass wir eine Begründung brauchen. Aber wenn jeder Gast einer Party jederzeit gehen darf und keine Begründung dafür braucht, warum brauche ich eine Begründung als Gastgeber, wenn ich jemanden nach Hause schicke? Merkst du das Ungleichgewicht und wie absurd das ist? Und geht es dir wie mir, dass wir es logisch verstehen können, aber emotional nicht verarbeiten? Dass wir einen inneren Zensor haben, der sagt: "Na klar darf der gehen. Aber wehe, du schmeißt ihn raus. Das geht doch nicht. Und wenn, dann brauchst du eine gute Begründung." Manche Menschen passen nicht zu mir. Und da muss ich mir die Freiheit nehmen, sie zu entfernen. Sogar auf die Gefahr hin, dass ich falschliege. Das weiß ich sogar vorher. Ich kann und ich werde falschliegen. Was ich dadurch aber auch erlebt habe, ist etwas Außergewöhnliches. Menschen schreiben mir und entschuldigen sich dafür, dass sie sich so aufgeführt haben. Und sie bitten mich, sie wieder aufzunehmen. Und diejenigen, die ich fälschlicherweise entfernt habe, kommen auf anderen Wegen zu mir. Ich bin nicht für jeden. Und ich bin auch nicht für viele. Ich bin nur für jene, die mich verstehen wollen und verstehen können. Das braucht ein hohes Maß an Selbstreflexion. Und das fordere ich ein. Denn es ist so einfach, dein Ego sprechen zu lassen und deinen Verstand dominieren zu lassen. Das ist, was die ganze Welt tut. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die sich dem Verstand tatsächlich entziehen können. Und ich bin für alle hier, die bereit sind, Anfänger zu sein.