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    1.1.2025AQ 2595
    »Nichts Altes ist vergangen.«
    0:008:04
    Nichts Altes ist vergangen. Nichts Neues hat begonnen. Es bist immer noch du. Gleiches Bewusstsein, gleiche Geschichten, gleiche Ideen von dir und über dich, gleiche Geschichten aus der Vergangenheit, gleiche Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft. Alles immer noch wie zuvor. Vielleicht aufgrund der Silvesterfeier mit einem kleinen Upgrade: Du plus Kater. Und vielleicht aufgrund der guten Vorsätze mit noch mehr Hoffnung auf die Zukunft, mit noch mehr Hoffnung auf das nächste Level. Keine Sorge, diese Hoffnung verfliegt bald, genau so bald wie die guten Vorsätze. Etwas wirklich Neues kommt erst dann in dein Leben, wenn du dieses Spiel mit den Geschichten von dir sein lässt. Entgegen der Idee des depressiv geprägten Verstandes bedeutet das übrigens überhaupt nicht, dass du dich dann nie wieder verbessern wirst. Es bedeutet als Allererstes, dass du deine Verbesserung von keinen Daten mehr abhängig machst. Du orientierst dich nicht mehr an kollektiven Festen, um irgendetwas zu beschließen. Und wenn du etwas beschließt, dann beschließt du das nicht für das nächste Jahr, sondern für jetzt. Du fängst jetzt an, Sport zu machen. Du fängst jetzt mit dem Fasten an. Du willst nicht mehr Sport machen. Du machst Sport. Damit beginnt es. Es beginnt damit, dass du das machst, was du schon immer machen wolltest. Und falls du schon immer abnehmen wolltest, dann wirst du dich über den Jojo-Effekt freuen, denn du willst ja weiterhin abnehmen können. Wähle also weise, was du willst. Werde dir vor allem klar, was du willst. Kreiere deinen eigenen Kalender. Auf diesem Kalender ist es immer jetzt. Du beginnst nicht morgen oder nächste Woche. Wenn du mit etwas beginnen willst, beginnst du jetzt. Wenn du jetzt nicht beginnst, dann willst du es gar nicht wirklich. Und dann kannst du auch aufhören, dir diese Geschichte des Wollens zu erzählen. Dann brauchst du keine guten Vorsätze fürs neue Jahr. Die positive Geschichte von deiner Zukunft ist nur das programmierte Gegenteil der negativen Geschichte deiner Vergangenheit. Beides ist falsch. Beides ist nicht wahr. Du erzählst deine Geschichten gefärbt und es ist egal, ob das Opfergeschichten oder Heldengeschichten sind. Der Grund, warum mich manche Menschen nicht verstehen, liegt daran, dass ich Geschichten erzähle und sie nicht merken, dass ich sie anders erzähle als die anderen. Sie nehmen diese Geschichten mit ihrer Programmierung auf und versuchen, sich selbst eine ähnliche Geschichte zu basteln. Und irgendwann wollen sie sich selbst die Geschichte erzählen, dass sie jetzt alles erledigt, aufgelöst oder transformiert haben. Endlich ist Schluss mit Entwicklung. Und weil sie dieses Spiel so sehr lieben, kreieren sie mehr davon. Mehr Gründe, nächstes Jahr wieder zu sagen, dass dieses Jahr nicht so toll war und dass sie sich auf das nächste Jahr freuen, denn dann wird ja alles besser. Jeder Fitnessstudio-Betreiber weiß übrigens, dass im Januar und Februar die meisten Abos verkauft werden. Im Idealfall für ihn sind das Jahresabos, denn im März sind sie alle schon nicht mehr im Fitnessstudio. So schnell geht es dahin mit den guten Vorsätzen. Es gibt Menschen, die geben damit an, dass sie viermal die Woche trainieren. Jede Trainingseinheit dauert ein bis zwei Stunden. Das sind also vielleicht durchschnittlich sechs Stunden pro Woche. Für sechs Stunden Training pro Woche wäre ich früher überhaupt nicht aufgestanden. Ich habe 25 bis 30 Stunden trainiert. Ich sage dir das nicht, um anzugeben. Ich sage dir das aus einem vollkommen anderen Grund. Wenn du vier bis sechs Stunden pro Woche trainierst, dann musstest du dich anstrengen. Dann bist du stolz darauf, dass du so viel trainiert hast. Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es dir überhaupt keinen Spaß macht. Denn wenn du gerne trainierst, dann wäre es dir am liebsten, das Training hört nie auf. Dann ist dein Training nicht das Ergebnis von guten Vorsätzen fürs neue Jahr. Dein Training ist ein Ergebnis deiner Lust und nichts und niemand kann dich davon abhalten. Noch nicht einmal ein gelangweilter oder depressiver Verstand. Dann hast du einen schlechten Tag und du trainierst trotzdem. Dann ist das Wetter nicht optimal und du trainierst trotzdem. Dann hast du ganz viele andere Sachen noch vor — vorher trainierst du trotzdem. Dann sind dir ganz viele Dinge dazwischen gekommen und du trainierst trotzdem noch. Nicht weil du musst, nicht weil es deine guten Vorsätze sind, sondern weil du willst. Niemand muss dich antreiben, niemand muss dich motivieren. Dein Training hängt nicht davon ab, ob es Januar, April, Juli oder Dezember ist. Du machst es, weil es dein Leben ist. Und falls du es noch nicht gemerkt hast: Das ist kein Sportbeispiel. Das kannst du auf alles übertragen.