Geld wird als Datenbank für Gehorsam missbraucht. Geld wird vom Staat sowohl zur Belohnung als auch zur Bestrafung eingesetzt. Bei der Bestrafung genügt in den meisten Fällen die Androhung von Strafe. Also die Androhung oder sogar nur die Möglichkeit einer Geldstrafe. Dadurch werden die meisten Menschen abgeschreckt. Am perfidesten werden diese Geldstrafen eingesetzt, wenn sie gegenüber Unternehmen eingesetzt werden. Denn damit werden sie zum Erfüllungsgehilfen des Staates wider Willen. Der Staat tut so, als würde es ja nur um die Einhaltung von Gesetzen gehen. Der Mechanismus ist aber ein vollkommen anderer. Denn dadurch sorgen die Unternehmen selbst dafür, dass sie die Gesetze ihren Kunden gegenüber einhalten. Oder noch extremer, dass ihre Kunden die Gesetze einhalten. Dafür genügt die Androhung hoher Geldstrafen, die sich die Unternehmer in der Regel nicht leisten können. Neben der Peitsche gibt es natürlich auch das Zuckerbrot. Und so wird vom Staat fleißig gefördert, was er begrüßt. Das geht so weit, dass er Dinge tut, die sich ein Unternehmer niemals leisten könnte. Es werden nämlich nicht die Fähigsten eingestellt, sondern die mit dem größten Gehorsam. Die können ruhig unfähig sein, Hauptsache, sie gehorchen. So werden nicht diejenigen belohnt, die etwas leisten, die etwas besonders gut können oder die besonders hilfreich sind. Es werden die gefördert, die nicht widersprechen und jeden Blödsinn mitmachen. Diesen Blödsinn nehmen sie aber gar nicht mehr als solchen wahr. Sie sind sogar begeistert und überzeugt davon. Um für Gehorsam zu sorgen, ist Gewalt übrigens eines der schlechtesten Mittel. Viel besser ist die Angst vor Gewalt. Und am allerbesten ist die Angst vor dem Verlust von Geld. Alternativ funktioniert das natürlich auch mit der Angst vor dem Verlust von Ansehen oder Macht. Diese Ängste sind viel besser geeignet dafür, Gehorsam herzustellen, weil sie viel subtiler wirken. Über diese Mechanismen kannst du keine Medienberichte bringen, denn sie fallen kaum auf und sie werden kaum verstanden. Und falls sie einmal verstanden werden, wollen die Betroffenen gar nicht, dass es rauskommt. Denn das ist ihnen peinlich. Während wir Angst vor gewaltsamer Kontrolle haben, hat die subtile Kontrolle längst gegriffen. Kein Mensch will das zugeben. Jeder Mensch will sich selbst als unabhängig und unbeeinflussbar sehen. Und genau das ist der beste Mechanismus, um ihn zu beeinflussen. Denn dann steht ihm sein Stolz im Weg. Kein Wunder, dass genau der so gefördert wird. Auf Gehorsam sind die wenigsten Menschen stolz. Deshalb muss Gehorsam immer umgedeutet werden. Man darf dir nie sagen: "Da warst du jetzt aber brav und schön gehorsam. Wie schön, dass du mit deinem Gehorsam dazu beigetragen hast." Stattdessen muss man dir sagen: "Du hast etwas für die Gemeinschaft getan. Du warst selbstlos und hast dich aufgeopfert." Gehorsam wird immer wieder neu interpretiert. Er darf niemals als das erkannt werden, was er ist. Die Unterwerfung aufgrund von Zuckerbrot und Peitsche. Die Vermeidung von finanziellen Nachteilen oder das Erschleichen finanzieller Vorteile.