Dein Leben ist absolut. Dein Verstand relativiert. Alles, was du erlebst, erlebst du absolut. Von diesem absoluten Erleben gibt es keine relative Sichtweise. Relativieren, über Kompromisse nachdenken und alle Stufen und Schattierungen bedenken kannst du erst hinterher. Während du es erlebst, gibt es nur ein einziges absolutes Erleben. Du kannst nur hinterher darüber nachdenken, ob dieses Erleben richtig war, ob man es auch anders sehen könnte und was andere wohl dazu sagen würden. Auf diese Art über dein Leben nachzudenken hat man dir auch beigebracht. Man hat behauptet, dass dies eine wichtige Fähigkeit sei, die du haben müsstest oder ausbauen müsstest, damit du ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft sein kannst. Das Ergebnis deiner Relativierung des Absoluten ist aber nicht, dass du ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft wirst. Ganz im Gegenteil. Es führt dazu, dass du dich nicht mehr entscheiden kannst und auch nichts mehr tun kannst. Die Relativierung des Absoluten führt zu Verzweiflung und das vollkommen zu Recht. Denn das sind zwei vollkommen verschiedene Positionen, die sich diametral gegenüberstehen und die du in dir nicht zusammenführen kannst. Wenn du relativ über etwas nachdenkst, denkst du über Dinge nach, die du nicht erlebt hast. Du überlegst, wie es anderen damit gehen würde. Du fantasierst, wie sich andere fühlen, wenn sie das hören, was du erlebt hast. Und du verirrst dich dadurch in Annahmen, Behauptungen und Fantasien. Du bist dadurch nicht mehr in der echten Welt. In deiner echten Welt! Deine echte Welt entsteht und besteht nur aus dem, was du absolut erlebst. Jede andere Welt ist Fantasie. Menschen, die alles abwägen und relativieren, leben in einer massiv eingebildeten Fantasie. Ironischerweise sind das diejenigen, die sich für unfassbar rational halten. Sie glauben, sie könnten nüchtern über alles nachdenken und alles reflektieren. Es sind Menschen, die sich selbst als skeptisch bezeichnen. Und sie würden von sich selbst behaupten, dass sie mit beiden Beinen fest im Leben stehen und in der Realität verankert sind. Sie verurteilen die Träumer und Fantasten, während sie selbst welche sind, denn sie fantasieren über ein relatives Leben, obwohl sie alles absolut erleben. Sie sind nur von ihrem Relativismus sehr überzeugt. Das erreichen sie meistens durch klare Feindbilder. Damit sorgen sie dafür, dass sie versteinert in dieser Ecke sitzen bleiben. Sie behaupten, dass sie ein ziemlich klares Bild von der Welt haben. Und sie behaupten sogar, dass sie glücklich sind. Tatsächlich sind sie in ihrem Verstand gefangen und wollen da auch überhaupt nicht raus. Die größeren Probleme haben diejenigen Menschen, die zwischen beiden Positionen schwanken. Also diejenigen, die bewusst erleben und dann in die Falle tappen, darüber nachzudenken. Sie befinden sich dadurch in einem emotionalen Vollwaschgang. Denn diese beiden Welten sind nicht zusammenzubringen. Unser Verstand versucht das trickreich trotzdem. Er redet dir ein, dass es doch hilfreich wäre, Kompromisse zu machen. Ein Kompromiss bedeutet immer, dich für keine Sache komplett zu entscheiden und zwischen den beiden Alternativen hin und her zu pendeln. Und das sorgt nur dafür, dass du noch mehr verzweifelst. Kompromisse sorgen weiterhin dafür, dass du dein Leben nicht absolut erfährst und lebst. Es ist übrigens einer der häufigsten Kommentare, die ich bekomme und meistens lösche. Menschen schreiben darin von: "Sowohl als auch. Alles hat seine Gültigkeit." Und sie meinen damit, besonders spirituell zu sein. Sie haben aber nie "sowohl als auch" erlebt, sondern immer nur "sowohl oder auch". Beides gleichzeitig kannst du nicht erleben. Beides gleichzeitig erlebst du nur, wenn dir dein Verstand das einredet. Wenn jemand meine Zitate mit dem Kommentar "sowohl als auch" relativiert, geht er in die Fantasie, um sich selbst von dem Absoluten zu erleichtern. Falls es dir noch nicht aufgefallen ist: Ich neige dazu, meine Zitate absolut zu formulieren. Jetzt kennst du den Grund dafür.