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    24.12.2024AQ 2587
    »Mein Aufstieg begann mit dem Ende meines Jammerns.«
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    »Mein Aufstieg begann mit dem Ende meines Jammerns.« Das Ende des Jammerns kommt aber nicht durch vollkommen grenzdebile und geistig behinderte Coaches. Es kommt nicht durch diejenigen, die dir dein Opfersein vorwerfen. Ein solcher Vorwurf kann ein Augenöffner sein, doch danach beginnt erst die tatsächliche Arbeit. Diese Arbeit kann nicht von Mindset-Hypochondern geleistet werden. Denn es bringt dir nichts, wenn dir jemand sagt: "Du musst an deinem Mindset arbeiten. Du musst an deinem Mindset arbeiten. Du musst an deinem Mindset arbeiten." Er weiß ja selbst überhaupt nicht, wovon er spricht. Er weiß ja gar nicht, woher dein Mindset kommt, weil er sein eigenes nie untersucht hat. Er ist nur der Meinung, eine Lösung gefunden zu haben. Aber sie hat noch nie funktioniert, noch nicht einmal bei ihm. Denn sonst müsste er dir nicht sagen, dass du dein Mindset ändern musst. Wenn sich dein Mindset verändert hat, dann kannst du alle anderen Mindsets getrost so sein lassen, wie sie sind. Du hast dann überhaupt kein Problem mehr mit Mindset. Aber das verstehen diejenigen nicht, die tatsächlich in ihrem eigenen Mind gefangen sind. Sie kapieren überhaupt nicht, dass sie selbst ein Teil derjenigen Matrix sind, die sie dir vorwerfen. Denn ein Mensch, der sich als Opfer fühlt, braucht dringend jemanden, der ihm das vorwirft, ein Opfer zu sein. Die Schlauberger-Analyse, dass du zu viel jammerst und im Opfermodus gefangen bist, bringt überhaupt keine Veränderung. Noch nicht einmal dann, wenn es dir selbst auffällt. Und natürlich auch dann nicht, wenn es dir jemand ständig vorwirft. Mein Jammern zu beenden hat mindestens zehn Jahre gedauert. Es ist jetzt nicht komplett verschwunden. Ich kann es zwischendurch wieder bemerken und ich gehe jetzt nach zehn Jahren Übung weitgehend anders damit um. Ich heiße es willkommen, aber so richtig. Ich will es gar nicht mehr loswerden. Es darf hier sein. Mehr noch! Ich erlaube mir sogar, vollkommen darin zu versinken und zu versumpfen. Und auch wenn es da draußen einige gibt, die etwas Ähnliches behaupten und dir Ähnliches empfehlen, weiß ich, dass es die meisten nicht wirklich tun. Sie heißen ihren Opfermodus nicht wirklich willkommen und sie geben sich dem auch nicht hin. Sie wiederholen nur das, was sie gelesen und gehört haben. Wüssten sie es aus ihrer eigenen Praxis, ihrer eigenen Erfahrung, würden sie vollkommen anders darüber sprechen. Es wäre ihnen vollkommen klar, dass sie diesen Opfermodus, dieses Jammern, nicht mit einem Wochenendseminar hinwegfegen können. Entweder hatten sie es also nie oder es ist überhaupt nicht verschwunden. Sie schaffen es lediglich, mit einem Erfolg nach dem anderen über diesen Modus hinwegzugehen. Da ist überhaupt nichts bearbeitet und schon gar nicht integriert. Ihre Worte sind hohle Phrasen und jeder, der es selbst erlebt hat, kann die sofort entlarven. Sie sind für die Öffentlichkeit und in der Öffentlichkeit künstlich gehypt und gepumpt. Die Öffentlichkeit ist für sie eine Droge. Sie wollen und müssen sich anderen überlegen fühlen. Sie müssen so tun, als hätten sie keine Probleme mehr oder zumindest, als wäre das alles überhaupt nicht mehr bedeutend und als hätten sie das lange gemeistert. Lange ist dann manchmal ein halbes Jahr und wie sehr sie es gemeistert haben, merkst du daran, dass sie sich gerade heimlich, still und leise von ihrem Mann getrennt haben. Jeden einzelnen ihrer Erfolge bejubeln sie aufs Äußerste und jedes Scheitern wird entweder verschwiegen oder kleingeredet. Das sind Menschen mit öffentlichen Masken, die eine ganz bestimmte Rolle spielen, nämlich die, die sie sich selbst ausgedacht haben. Erst wenn du selbst von deinem eigenen Jammern genervt bist und wenn du selbst für dich merkst, dass diese Opferrolle für dich nicht mehr passt oder vielleicht sogar richtig beschissen ist, erst dann wird sich langsam, aber sicher etwas ändern. Vorher musst du aber so richtig die Schnauze voll haben davon. Du musst selbst feststellen, dass dein Jammern und dein Opfermodus bisher nichts gebracht haben. Und zwar selbst dann nicht, wenn du das bekommen hast, was du durch das Jammern erreichen wolltest. Zum Beispiel Mitleid. Du musst merken: Das Mitleid, das man dir entgegengebracht hat, hat dir zwar Mitleid gebracht, aber nicht das Ende deines Leidens. Und auch davon musst du die Schnauze voll haben. Du musst eine regelrechte Abneigung Mitleid gegenüber entwickeln. Und zwar nicht, weil es falsch ist oder weil es die Menschen nur heucheln oder vorspielen, sondern weil du für dich merken musst, dass es dir überhaupt nichts bringt. Du musst realisieren, dass sich das, was du verändern willst, dadurch überhaupt nicht verändert. Dir muss auffallen, dass es die Menschen zwar gut meinen, aber überhaupt nicht wissen, wie sie dir helfen können. Und du musst realisieren, dass Menschen, die das, was du meistern willst, nicht gemeistert haben, dir dabei nicht helfen können. Und von all dem, was dir da auffällt, musst du die Schnauze voll haben. Für mich war und ist das ein schmerzhafter Prozess, weil ich dabei erkenne, dass es alle, die es gut meinen, nicht gut machen. Und dass mein Aufstieg damit zusammenhängt, diesen Menschen nicht mehr zu glauben.