Glaube nichts. Fühle alles. Wir streben danach, die Welt zu verstehen. Wir wollen die Welt begreifen. Aber wir suchen auf der falschen Ebene nach Verständnis. Durch Wissen ist die Welt niemals zu begreifen. Denn durch Wissen kannst du dich selbst nicht erkennen. Und du kannst die Welt erst verstehen, wenn du dich erkannt hast. Es ist sogar so, dass dir durch Wissen jedes Verständnis fehlt. Denn Leben findet nicht auf der Verstandesebene statt. Im Verstand kannst du es zwar analysieren, aber jede Analyse bringt dich weiter weg von dir. Und das sogar unabhängig davon, ob du andere oder dich selbst analysierst. Leben findet nicht im Kopf statt. Im Kopf wird es lediglich nachträglich analysiert. Das ist aber immer, nachdem es bereits stattgefunden hat. Mit dem Verstand versperrst du dir den Weg zum Verständnis. Denn auch Verständnis ist ein Gefühl. Und spätestens jetzt dreht dein Verstand durch. Er ist nämlich felsenfest davon überzeugt, dass das nicht möglich ist. Wenn er das denkt, dann habe ich eine Frage an dich: Kennst du das Gefühl, wenn du etwas herausgefunden, wenn du etwas verstanden hast? Fühlt sich das nicht gut an? Was würde es dir bringen, wenn du es verstehst, ohne dich dabei gut zu fühlen? Verständnis ohne Gefühl ist tot. Du wirst die Welt niemals verstehen, wenn du dich selbst nicht verstehst. Und du wirst dich selbst niemals verstehen, wenn du dich nicht fühlst. Sobald du beginnst zu fühlen, was nur bedeutet, im Körper wahrzunehmen, verstehst du alles. Es bleibt dir nichts verborgen, weil du vor dir selbst nichts mehr versteckst. Du hast dich selbst entdeckt. Du hast deine Welt in dir entdeckt. Und damit entdeckst du die Welt. Denn es gibt keine andere Welt als die Welt in dir. Und jeder andere funktioniert genauso wie du. Um das zu entdecken, musst du übrigens nicht anders werden, als du bereits bist. Das ist eines der größten Missverständnisse in der spirituellen Szene. Alle denken, sie werden jetzt liebevoller. Das ist aber überhaupt nicht notwendig. Und wenn du es künstlich versuchst, dann ist es der komplette Fake und hat mit Spiritualität überhaupt nichts zu tun. Da versuchst du halt deinen Wunsch nach einer heilen Welt nach außen zu projizieren. Und das, während es in dir immer noch kämpft. Aber das willst du nicht wahrnehmen. Und mit deiner liebevollen Art willst du das jetzt weiterhin verdrängen. Du musst nicht jeden lieben. Du musst noch nicht einmal jeden mögen. Du kannst und du wirst sogar andere nach wie vor doof, unmöglich und sogar vollkommen irre finden. Du kannst und sollst nicht künstlich lieben. Aber du kannst, wenn du willst, alles fühlen. Dazu brauchst du keinen Glauben. Du musst auch niemandem vertrauen, nicht einmal dem Universum. Du kannst es einfach tun und je mehr du es tust, wirst du merken, dass du die Welt mehr und mehr verstehst. Du wirst herausfinden, wie die Welt funktioniert, weil du herausfindest, wie du funktionierst. Wenn du dir selbst nicht mehr verborgen bleibst, bleibt dir nichts verborgen. Du wirst in Menschen lesen wie in einem offenen Buch. Sie werden erstaunt sein und dich fragen, wie du das machst. Aber du machst es gar nicht. Diese Fähigkeit entspringt keiner Anstrengung, sondern im Gegenteil. Je weniger du dich anstrengst, desto einfacher ist es. Wissen anzuhäufen ist anstrengend. Im Gefühl fällt diese Anstrengung von dir ab. Und deshalb wirst du, wenn du fühlst, die Welt verstehen.