Unsere Probleme entstehen, weil wir andere teilhaben lassen und mitnehmen wollen. Wenn wir begeistert sind, wollen wir andere voreilig mit unserer Begeisterung anstecken. Es ist nicht nur voreilig, weil die anderen noch nicht so weit sind. Es ist voreilig, weil wir noch nicht so weit sind. Wir sind Anfänger. Wir haben gerade erst davon gehört oder gerade erst damit begonnen. Und jetzt wollen wir unser gesamtes Umfeld schon davon überzeugen, dass unser neuer Weg der richtige Weg ist und dass sie ihn auch gehen sollten. Wir haben aber noch gar nicht genügend Erfahrung. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass unser bisheriges Umfeld überhaupt nicht dafür geeignet ist, diesen Weg mit uns mitzugehen. Der Grund, warum wir versuchen, sie mitzunehmen, ist unsere eigene Unsicherheit. Wärst du dir sicher oder würdest du in dir ruhen ob deines neuen Weges, müsste niemand mitmachen. Wir suchen immer nach Gesellschaft, um bestätigt zu werden. Dabei kann deinen Weg niemand bestätigen. Und selbst falls ihn jemand bestätigt, bringt dir das gar nichts, weil du deine Unsicherheit weiterhin in dir mitträgst. Über diesen in uns angelegten Herdentrieb wird immer ganz positiv gesprochen. Das ist dann der Gemeinschaftswunsch. Und bei diesem Gemeinschaftswunsch ignorieren wir unsere Individualität. Wenn bei jeder deiner Veränderungen dein gesamtes Umfeld mitmachen muss, bestimmen deine Launen ständig die anderen. Sei einfach der Verrückte, der etwas anders macht als die anderen. Lass dich von ihren Zweifeln nicht verunsichern. Und such bei ihnen keine Sicherheit. Sie werden dir diese Sicherheit niemals geben können, die du fühlen willst. Du wirst dich auch niemals sicher fühlen. Dein Gefühl der Unsicherheit wird im Lauf der Zeit wegfallen. Oder du wirst ein Meister im Fühlen deiner Unsicherheit. Unser Drang ist die Gesellschaft mit anderen, damit wir unsere Gefühle nicht wahrnehmen müssen. Der richtige Weg geht genau umgekehrt. Du bist bereit, deine Gefühle wahrzunehmen und dadurch ergibt sich irgendwann eine Gesellschaft. Neue Menschen kommen in dein Leben, die alten fallen vielleicht sogar weg oder treten in den Hintergrund. Diese äußere Veränderung musst du nicht aktiv gestalten. Du kannst sie gar nicht aktiv gestalten. Aber wir alle tun so, als wäre das möglich. Mach erst das, was du machen willst und kümmere dich nicht um deine Begleitung. Sei dir selbst dein bester Begleiter. Niemand wird dich so gut verstehen wie du dich selbst. Die Bestätigung von außen durch Begleitung und Gesellschaft kommt dann, wenn du in dir gefestigt bist. Wenn man dich nicht mehr so leicht aus dem Konzept bringen kann. Und wenn du merkst, dass du gar kein Konzept mehr brauchst. Menschen werden deine Gesellschaft suchen. Aber es dauert länger, als dir lieb ist. Und da die meisten Menschen ungeduldig sind, zäumen sie das Pferd nach wie vor von hinten auf. Sie wollen es richtig machen und suchen deshalb die Bestätigung von anderen. Oder sie sind in einer Art Rettungswahn und wollen alle vor dem bewahren, wovor sie selbst Angst haben. Beides ist nicht hilfreich, denn beides untergräbt den eigentlichen Sinn und Zweck deiner Existenz. Du willst dich selbst ausprobieren und du willst experimentieren und forschen. Du selbst bist dein größtes Forschungsvorhaben. Es geht dir nur um dich selbst. Nicht im egoistischen Sinn, sondern im Sinn der Selbsterforschung. Bei deiner Selbsterforschung kann es niemals um die anderen gehen. An deiner Selbsterforschung kannst du auch niemanden teilhaben lassen und schon gar nicht mitnehmen auf dein eigenes Abenteuer. Denn er hat ja sein eigenes. Lass die Welt und dein Umfeld so sein, wie sie sind. So kannst du auch dich selbst so sein lassen, wie du bist. Und lass andere erst dann teilhaben und nimm sie erst dann mit, wenn sie dich fragen. Ihre Frage signalisiert die Offenheit, die notwendig ist, damit du wirken kannst. Ohne echte Frage gibt es keine Möglichkeit zu wirken.