Der richtige Weg ist nicht, welchen Weg du gehst, sondern wie du ihn gehst. Die meisten Menschen sind auf der Suche nach dem richtigen Weg. Und sie glauben, sie brauchen dafür richtige Entscheidungen. Selbst wenn sie glauben, dass sie nicht auf der Suche nach dem richtigen Weg sind, wollen sie trotzdem immer die richtigen Entscheidungen treffen. Das bedeutet, sie sind doch auf der Suche nach dem richtigen Weg. Und diesen richtigen Weg gibt es nicht in der Form, in der wir ihn suchen. Es ist nicht wichtig, ob du dich richtig entscheidest. Mit dem Verstand kannst du dich sowieso nie richtig entscheiden. Dafür gibt es erstens viel zu viele Optionen. Und selbst wenn für dich nur zwei Optionen zur Wahl stehen, weißt du nie, wie es gewesen wäre, wenn du dich anders entschieden hättest. Es bleibt also immer eine hypothetische Abwägung. Irgendwann gehst du dann links oder eben doch rechts und dann weißt du nie, ob die andere Richtung nicht auch gut gewesen wäre oder vielleicht sogar besser. Das ist aber nur die Sichtweise des Verstandes. Er will zum Beispiel einen irgendwie profitablen Weg gehen. Einen Weg, wo er vielleicht viel lernt oder viel verdient. Einen Weg, der ihn irgendwie zu etwas Besonderem macht. Er will herausstechen, glänzen, brillieren. Wirklich brillant bist du erst, wenn du jeden Weg zu deinem Weg machst. Wenn du jeden Weg auf deine ganz eigene individuelle Art und Weise gehst. Und zwar selbst dann, wenn du dich angeblich falsch entschieden hast. Wenn du einen Weg gehst, der scheinbar nicht der richtige ist. Wenn du dir selbst erzählst, dass du dich falsch entschieden hast. Brillanz entsteht nicht auf den einfachen und vorgegebenen Wegen. Sie entsteht, wenn du selbst die schwierigsten Wege auf deine Art gehst. Dazu musst du ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie relativ die Bewertung des richtigen oder falschen Weges ist, wie unterschiedlich die Faktoren sind, die verschiedene Menschen unter verschiedenen Bedingungen für relevant halten. Jeder bewertet Erfolg unterschiedlich. Der eigentliche Erfolg ist deine Individualität. Man könnte sogar sagen, deine Unangepasstheit. Denn genau das ist Individualität. Angepasst kann jeder und das machen auch die meisten. Das kannst du beobachten. Unangepasst ist eine ganz andere Hausnummer. Unangepasst zu sein ist übrigens nicht das, was die meisten vor ihrem inneren Auge sehen, wenn sie das Wort hören. Es bedeutet nicht, dass du in ständiger Rebellion leben musst. Ganz im Gegenteil. Der Sinn davon, nicht angepasst zu sein, ist nicht, dass du mit dieser Nichtanpassung die ganze Zeit im Streit bist. Du solltest dich daran gewöhnen und es sollte für dich irgendwann selbstverständlich sein. Und zwar nicht im Gegensatz oder Widerstand zu einem anderen, sondern für dich. Du machst alles nur für dich. Du machst es nicht, um anderen zu gefallen und du willst dir bei niemandem ein Fleißbildchen abholen. Es ist auch okay, wenn es andere anders sehen oder anders machen. Unangepasst bedeutet vor allem, dass du gar nicht willst, dass sich irgendjemand an dir orientiert. Du willst keine Bewegung gründen und du willst auch nicht irgendeine Lehre oder einen besonderen Weg verbreiten. Du willst einfach nur deinen Weg auf deine ganz besondere Art und Weise gehen. Das Maximale, das dabei passieren kann, ist, dass andere von deiner Individualität beeindruckt sind und dass du sie dadurch inspirierst, selbst ihren eigenen individuellen Weg zu gehen.