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    28.11.2024AQ 2561
    »Der Umweg ist der eigentliche Weg der Erkenntnis.«
    0:006:21
    Der Umweg ist der eigentliche Weg der Erkenntnis. Ohne einen sogenannten Umweg zu gehen, kannst du nichts erkennen. Du musst auf die Schnauze fallen und deshalb wirst du auf die Schnauze fallen. Das ist keine Strafe, sondern Teil von Erkenntnis. Die meisten Business-Coaches und selbst die spirituellen Coaches wollen dir Umwege abnehmen. Und falls du sie trotzdem gehst, wollen sie dir hinterher sagen: "Siehst du, ich hab's dir doch gesagt." Und das sagen sie nur, weil sie den Wert des Umwegs nicht sehen können. Weder bei sich noch bei anderen. Sie sind nach wie vor im Verstand gefangen, der auf Effizienz und Effektivität trainiert ist. Ein Verstand, der alles so schnell wie möglich erreichen will. Verrückterweise sagen dir diese Menschen auch: "Der Weg ist das Ziel." Ich würde sagen: "Der Umweg ist das Ziel." Der Umweg führt dich auf eine spannende Entdeckungsreise der Erkenntnisse. Ohne Umweg und ohne Scheitern keine Erkenntnis. Wenn du keinen Umweg machst, bedeutet das: Du machst keine Fehler. Du kennst immer den direktesten Weg zum Erfolg. Das bedeutet auch: Du kannst gar nichts mehr lernen. Wenn du etwas können möchtest, dann interpretierst du einen bestimmten Zustand in das Erreichen dieses Ziels. Und du denkst, dass diejenigen, die das können, was du können möchtest, diesen Zustand erreicht haben. Wenn sie es aber einfach so können, vielleicht weil sie ein Naturtalent sind, weil es in ihnen angelegt ist, dann mussten sie sich ja nie damit auseinandersetzen. Das bedeutet, dass es für sie nichts Besonderes ist. Doch dieses Besondere ist es für dich, weil du es nicht kannst. Derjenige, der es bereits kann und der es auch schon immer kann, kann sich in deine Situation überhaupt nicht hineinversetzen. Denn er kennt das nicht. Er kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie man so etwas nicht können kann. Er hatte auch nie den Spaß und den Frust des Lernens. Wir machen also nur den Fehler, dass wir uns an anderen orientieren und so sein wollen wie sie. Stattdessen müssten wir unseren eigenen Erkenntnisweg gehen. Und den gehen wir nur, wenn wir nichts abkürzen. Alleine der Versuch, etwas abzukürzen, zeigt schon, unter wie viel Druck wir stehen. Dieser Druck ist selten echt und meistens rein mental. Unser Verstand hat sich nur dieses Ziel in den Kopf gesetzt und wir folgen ihm, ohne ihn zu hinterfragen. Außerdem beobachten wir uns nicht gut genug, um diese Mechanismen zu erkennen. Deshalb machen wir, wenn wir das erste Ziel erreicht haben, beim nächsten Ziel einfach so weiter. Wir lassen uns von unserem Verstand unter Druck setzen und suchen dann eine Abkürzung. Wir haben aber nie untersucht, wie es für uns war, das erste Ziel zu erreichen, ob uns der Weg Spaß gemacht hat, ob es etwas gebracht hat, dieses Ziel schneller zu erreichen, ob uns die Abkürzung Spaß gemacht hat und ob wir wirklich etwas erreicht haben oder ob wir einfach so weitermachen wie bisher und damit den Status quo aufrechterhalten. Der Status quo davon, dass du eine Abkürzung suchst, liegt im Stress, den du dir machst. Das bedeutet, dein Status quo ist ein stressiges Leben. Abkürzungen brauchst du nur, wenn du diesen Stress aufrecht halten willst. Die meisten Menschen denken, dass dieser Stress von außen kommt. Und das ist nicht wahr. Der Stress kommt immer von dir. Du setzt dich Situationen, Strukturen und Systemen aus, die diesen Stress scheinbar notwendig machen. Und in diesem stressigen Zustand ist es auch verständlich, dass du Abkürzungen suchst in der Hoffnung, diesen Stress zu reduzieren. Das kann niemals funktionieren. Du bist dann nur schneller, aber nicht stressfreier. Auch diese Erkenntnis bekommst du erst, wenn du zum ersten Mal einen Umweg gehst.