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    24.11.2024AQ 2557
    »Eine Rolle spielst du dann am besten, wenn du von ihr überzeugt bist.«
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    Eine Rolle spielst du dann am besten, wenn du von ihr überzeugt bist. Du hast wahrscheinlich schon von der Behauptung gehört, dass viele nur ihre Rolle spielen. Das wird vor allem über Personen des öffentlichen Lebens gesagt. Gleichzeitig wird aber auch behauptet, sie wüssten, was sie tun. Beides zusammen geht nicht. Du kannst eine Rolle nur dann überzeugend spielen, wenn du selbst von ihr überzeugt bist. Du musst also glauben, es gibt einen guten Grund dafür, diese Rolle vollkommen auszufüllen. Und damit das funktioniert, darfst du eines auf gar keinen Fall tun: hinter die Kulissen schauen. Und jetzt denkst du vielleicht: "Ja, aber Stefan, die Schauspieler schauen doch die ganze Zeit hinter die Kulissen. Sie bereiten sich ja hinter den Kulissen auf ihren Auftritt auf der Bühne vor." Ja, das stimmt. Aber sie nehmen auch diese Rolle sehr ernst. Und sie halten auch diese Rolle als notwendige Voraussetzung dafür, dass sie auf der Bühne ihre Rolle spielen können. Die Räume, in denen sie sich vorbereiten, sind zwar des Öfteren in sehr nüchternen Räumen, dort wird aber nicht selten Champagner serviert. Je bekannter und erfolgreicher die Schauspieler sind, desto mehr werden sie hofiert. Auch das ist ein Ego-Prozess. Zumindest dann, wenn dir diese Entwicklung etwas gibt und wenn du aufgrund deines Status Wert auf eine bestimmte Behandlung legst. Außerdem beginnt ein solcher Prozess oft mit dem Ego, weil du eben nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf der Bühne des Lebens etwas darstellen willst. Du willst etwas gelten, du willst jemand sein. Das ist das Schauspiel des Lebens. Und damit betrifft dieses Thema nicht nur die Politiker und die Personen des öffentlichen Lebens, sondern auch uns selbst. Also stellt sich die Frage: Bist du von deiner Rolle überzeugt? Identifizierst du dich vollkommen damit? Wenn ja, bist du ein guter Schauspieler und kannst deine Rolle gut spielen. Wenn du hinter deine eigenen Kulissen schauen willst, geht das nicht mehr. Du kannst dann keine Rolle mehr spielen. Und für die meisten Menschen spielst du dann auch keine Rolle mehr. Denn auch sie sind es gewöhnt, von Schauspielern umgeben zu sein, die sie selbst sind. Es gibt deshalb nur zwei Möglichkeiten: Entweder du bist vollkommen überzeugt und spielst deine Rolle richtig gut. Oder du schaust hinter die Kulissen und spielst absolut keine Rolle mehr. Eine Kombination aus beiden Möglichkeiten ist kaum möglich. Es wird dir immer schwerfallen und es wird nie so richtig funktionieren. Wenn du zum Beispiel als Politiker hinter die Kulissen schaust, wirst du immer ein schlechtes Gewissen haben. Du wirst erkennen, wie es wirklich ist und deshalb wirst du immer verzweifelter. Du wirst Ohnmacht fühlen und entweder zynisch oder depressiv. Wenn du dagegen deine Rollen abgelegt hast und dann wieder eine annehmen willst, zum Beispiel als spiritueller Lehrer oder als Manifestationslehrer, dann wirst du immer merken, dass es nicht so richtig funktioniert. Und zwar selbst dann nicht, wenn du deine Rolle wirklich gut spielst und es nach außen sehr erfolgreich wirkt. Vielleicht ist dir sogar überhaupt nicht klar, wo du begonnen hast, Kompromisse zu machen und wo du dich wieder von deinem Ego leiten hast lassen, weil es doch so schön ist, die Welt zu verbessern. Der Weltverbesserer ist auch eine Rolle. Eine Rolle in dem Theaterstück deines Lebens.