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    22.11.2024AQ 2555
    »Tu Gutes und sprich nicht darüber.«
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    Tu Gutes und sprich nicht darüber. Oder noch besser: Tu Gutes und tu es so, dass niemand weiß, dass du Gutes getan hast. Mach es so, dass niemand weiß, wem er das Gute zu verdanken hat. Und dann beobachte deine Gedanken. Das ist so viel kraftvoller, als voller Stolz davon zu erzählen, wie viel Gutes du tust und wie gut du bist. Außerdem entlarvt es dein Ego. Es zeigt dir dadurch, welche Themen es noch hat. Es wird dir einen ausgemachten Mindfuck präsentieren und entlarvt sich dadurch selbst. Du musst gar nichts tun. Du musst nur beobachten. Tu Gutes, sprich nicht darüber und beobachte dich. Beobachte, wie dein Verstand deine Aktion entweder schön- oder schlechtredet. Beobachte, wie er dich oder andere beurteilt. Wie er dir sagt, wie sinnlos diese Aktion war oder wie er sich damit brüstet, wie viel Gutes du gerade getan hast und dass du das doch ruhig erwähnen könntest. Leg mal Geld auf eine Parkbank oder lass einen Geldschein irgendwo auf der Straße fallen, ohne dass es jemand mitbekommt. Es muss dir vollkommen egal sein, was damit passiert. Und natürlich wirst du Gedanken haben, Fantasien entwickeln, wer den Geldschein wohl findet und wie sehr er sich darüber freut. Und genau das ist Teil der Übung. Nimm bewusst wahr, wie dein Verstand Fantasien entwickelt. Und obwohl diese Fantasien von anderen handeln können, geht es bei diesen Fantasien immer nur um dich. Du entwickelst sie! Und du entwickelst sie aus einem bestimmten Grund. Diesen Grund musst du selbst herausfinden. Es ist leider sehr wahrscheinlich ein trauriger. Du willst mit diesen Fantasien etwas kompensieren. Du denkst darüber nach, damit du etwas nicht fühlen musst. Zum Beispiel den Schmerz, dass du jetzt gerade Geld verloren hast. Oder auch die Enttäuschung, dass es niemanden interessiert, was du gerade getan hast. Dieser Schmerz und diese Traurigkeit ist zwar deine Realität, aber nicht die Wahrheit. Und zur Wahrheit kommst du nur durch deine erlebte Realität. Experimente, die gegen dein Ego, gegen deine Programmierung gehen, bringen immer dein Trauma zum Vorschein. Manchmal braucht es nur ein bisschen länger. Mach es deshalb ruhig öfter. Teste dich und beobachte dich. Und denk dabei daran: Es ist nicht ernst. Es ist dein Unterhaltungsprogramm. Du hast in diesem Leben nichts anderes vor, als dich zu entdecken. Das ist eine Aufgabe, die die meisten in ihrer frühen Kindheit bereits zu den Akten gelegt haben. Seitdem funktionieren sie und sie funktionieren immer nach dem gleichen Schema. Das ist zwar nicht angenehm, aber es bietet Vertrautheit. Es gibt dir den Anschein eines normalen und stabilen Lebens. Als wäre deine Entwicklung mit der Volljährigkeit abgeschlossen. Tatsächlich fängt sie da erst an.