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    17.11.2024AQ 2550
    »Du gehst durch nichts durch.«
    0:005:51
    Du gehst durch nichts durch. Du bist immer nur hier. Jetzt. Wenn du wirklich im Hier und Jetzt lebst, dann gehst du durch nichts durch. Du erlebst dann auch keinen Prozess. Du erlebst immer nur das, was jetzt gerade hier ist. Und weil du keinen Verbesserungs- und Veränderungswunsch mehr hast, fällt die Vergangenheit und die Zukunft weg und damit die Zeit. Die Zeit selbst, also den Lauf der Dinge, kannst du nicht aufhalten. Aber deine Wahrnehmung kann sich verändern. Wenn du nichts mehr verändern willst, verändert sich deine Wahrnehmung ganz automatisch. Das, wovor der Verstand am meisten Angst hat, nämlich keine Veränderungswünsche mehr, ist die größte Veränderung, die du jemals erfahren kannst. Ab diesem Zeitpunkt lebst du im Hier und Jetzt. Und sobald dein Verstand wieder aktiv wird, lebst du nicht mehr im Hier und Jetzt. Das ist aber kein Problem. Du kannst es einfach nur wahrnehmen, wie es gerade für dich ist. Nur wenn du dem Verstand wieder zum Opfer fällst, denkst du, dass du öfter im Hier und Jetzt sein solltest. Das ist geradezu ein absurd lustiger Wunsch, den der Verstand da entwickelt. Du hast dann einen spirituellen Verstand und der weiß, dass du öfter im Hier und Jetzt sein solltest. Lustiger und absurder geht es eigentlich gar nicht im spirituellen Bereich. Aber genau so funktioniert unser Verstand. Und genau das fällt den wenigsten auf. Er macht aus der Spiritualität die gleiche Jagd wie das, was du vorher erlebt hast. Die Jagd nach guten Momenten, nach schönen Gefühlen und nach einem rundum glücklichen Leben. Das bedeutet übrigens gleichzeitig so wenig Erfahrung wie möglich. Denn sobald du eine Erfahrung machst, die neu, anders oder ungewöhnlich ist, sind Umstände damit verbunden, die der Verstand nicht gut findet. Zum Beispiel Gefühle, die du nicht kennst oder nicht magst, oder Lebensumstände, die dein Verstand schon immer verurteilt hat. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Das überlasse ich dir, in deinem Leben herauszufinden, was das alles sein könnte. Spirituelle Menschen, die ächzend und stöhnend von ihren Veränderungsprozessen erzählen, durch die sie gerade durchgehen, leben Spiritualität mit ihrem Verstand. Von dem Prozess namens Lebens gibt es kein Ende. Deshalb kannst du auch nicht durchgehen. Aber du kannst es das erste Mal in deinem Leben bewusst erleben. Wenn du dein Leben bewusst erlebst, dann kann dein Verstand die Idee "Oh mein Gott, was für ein Prozess!" nicht mehr formulieren, denn du bist ja beschäftigt damit, dein Leben zu beobachten. Sobald du in der Lage bist, deinen Fokus, deine Aufmerksamkeit von deinem Verstand, also deinen Gedanken abzuziehen, wirst du feststellen, dass es bisher nur die Gedanken waren, die dich vom Hier und Jetzt abgehalten haben. Ohne die Gedanken an die Zeit existiert die Zeit nicht. Und falls du neutral an die Zeit denken könntest, würde sie trotzdem nicht existieren. Zeit existiert nur deshalb, weil wir nicht neutral sind, wenn wir an sie denken. Wir denken zum Beispiel: "Oh, wie schnell die Zeit vergeht!" Oder: "Oh Gott, es ist schon wieder bald Weihnachten!" Das sind keine neutralen Gedanken. Und nur weil diese Gedanken nicht neutral sind, gehst du durch etwas durch. Sobald deine Gedanken neutral geworden sind, bist du immer nur hier und immer nur jetzt.