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    15.11.2024AQ 2548
    »Hätten wir unsere Traumata erkannt, wären Regierungen handlungsunfähig.«
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    Hätten wir unsere Traumata erkannt, wären Regierungen handlungsunfähig. Es wird immer wieder behauptet, dass wir unsere Traumata heilen müssen. Das ist überhaupt nicht notwendig. Es genügt, wenn wir sie erkennen. Denn sobald wir sie erkannt haben, ist uns bewusst, warum wir etwas tun und was wir damit verdrängen. Wenn das zu Verdrängende erkannt ist, verliert es seine Macht. Denn das zu Verdrängende ist der einzige Grund, warum wir handeln. Wir wollen Angst und alles Ungemütliche verdrängen. Nur so können andere über uns bestimmen und sogar über uns herrschen. Sobald wir bereit sind, unsere Traumata wahrzunehmen und die damit verbundenen Gefühle zu fühlen, sind wir unregierbar. Verrückterweise gilt das nicht im Großen, sondern im Kleinen. Die meisten Menschen denken bei solchen Aussagen: "Ja klar. Wenn alle das erkennen würden, dann wären wir unregierbar." Und sie gehen davon aus, dass sie die anderen brauchen, um selbst unregierbar zu werden. Tatsächlich brauchen wir die anderen nicht. Wir müssen einfach mit der Veränderung in uns beginnen. Das Ergebnis wird ein vollkommen anderes sein, als wir uns vorstellen und wünschen. Das liegt daran, dass Freiheit nicht vorstellbar ist, sondern nur lebbar. Solange wir in Vorstellungen und Hoffnungen schwelgen, haben wir nichts Substanzielles verändert. Vor allem aber bleiben wir manipulierbar und sogar erpressbar. Je stärker der Drang, je stärker der Wunsch, etwas zu erreichen, desto leichter kann man uns manipulieren. Man verspricht uns einfach das, was wir uns wünschen. Oder man macht uns Angst, dass wir das, was wir haben, verlieren werden. Und schon hat man uns im Griff. Man hat uns aber nicht aufgrund von Umständen und Tatsachen im Griff, sondern ausschließlich aufgrund von Gefühlen. Wir haben Angst, etwas zu verlieren oder wir hoffen auf eine Verbesserung in der Zukunft. All das sind Körperempfindungen in uns, die wir nicht fühlen wollen. Ja, wir wollen selbst die sogenannten positiven Gefühle nicht fühlen, sonst bräuchten wir nicht mehr hoffen und könnten einfach die dazugehörige Körperempfindung wahrnehmen. Doch auch diese Körperempfindung verdrängen wir mit Gedanken an die Zukunft. Könnten wir alles hier sein lassen, wie es jetzt gerade ist, wäre jeder Herrscher handlungsunfähig. Niemand könnte über uns herrschen, weil wir entweder keine Angst hätten oder bereit wären, die Angst im Körper zu fühlen. Das bedeutet übrigens nicht, dass wir alle Chaoten werden würden. Das will man uns nur weismachen. Auch davor sollen wir wieder Angst haben. Angst vor dem Chaos, das entsteht, wenn niemand mehr herrscht. Dabei entsteht gar kein Chaos, wenn niemand mehr herrscht, sondern eine höhere Ordnung. Wir würden uns nämlich an der höheren Ordnung in uns orientieren. Die wäre nicht einheitlich, sondern von Mensch zu Mensch durchaus unterschiedlich. Sie würde aber nicht mehr von Herrschern unterbunden werden und so könnte sie sich frei entfalten. Kein Mensch strebt in seinem Inneren nach Chaos. Nur durch Herrschaft wird unsere natürliche innere Ordnung gestört. Frei von Herrschaft entwickelt sich alles zum Guten. Denn das Gute liegt nicht in Herrschaftssystemen, sondern im Menschen selbst. Nur innen kann es kultiviert werden. Und nur die wenigsten Menschen schaffen das, während sie von außen durch Herrschaft irritiert und fehlgeleitet werden. Sobald wir handlungsfähig werden, wird jeder Herrscher handlungsunfähig.