Wenn dir jemand sagt, dass er fest daran glaubt, dann weißt du, dass er es nicht weiß. Mit der Überzeugung verhält es sich wie mit dem Glauben. Es sind gefährliche Vorgänge. Überzeugungen und Glauben führen immer zu Fanatismus. Ob dieser offen sichtbar ist oder nicht, ist eine ganz andere Frage. Und mit Überzeugungen und Glauben bist du manipulierbar. Uns ist überhaupt nicht klar, wie viel auf Glauben und Überzeugungen basiert. In dem Leben eines normalen Menschen ist es das Allermeiste. Es ist alles programmierter Glaube und programmierte Überzeugung und davon ist das Meiste auswendig gelernt und niemals selbst erlebt. Es gibt ein Anzeichen dafür, wie du sehen kannst, ob jemand an etwas glaubt oder ob er es weiß. Der Gradmesser dafür ist die Ruhe, die er ausstrahlt. Diese Ruhe sorgt auch dafür, dass er sich mit anderen nicht streitet, weil es für ihn überhaupt nichts zu streiten gibt. Wenn du etwas aus eigener Erfahrung weißt und dadurch zu dir zurückgefunden hast, dann musst du das gegenüber niemandem verteidigen. Jeder Zweifel von anderen berührt dich nicht mehr, weil du selbst auch nicht mehr zweifelst. Frei von Zweifel bist du nur, wenn du es weißt. Solange du fest daran glaubst oder fest davon überzeugt bist, zweifelst du. Vielleicht nicht bewusst, aber ein kleiner Zweifel schwelt immer im Hintergrund. Wenn jemand etwas weiß, dann will er niemanden davon überzeugen, denn er weiß dann auch, dass er es nur durch eigene Erfahrung in Erfahrung gebracht hat. Er weiß aufgrund von Erfahrung und nicht aufgrund von Wissen. Wer das erlebt hat, weiß, dass es allen anderen genauso gehen muss, damit sie etwas wissen und nicht mehr glauben müssen. Ein Problem stellt bei diesem Prozess nur der Verstand dar, der Dinge wissen will, die er noch nicht erfahren hat. Er denkt, er dürstet nach Wissen. Tatsächlich müsste er sagen, er möchte Erfahrungen machen. Aber genau das will er ja nicht, denn Erfahrungen bringen Gefühle, die er verdrängen möchte. Also stellt er die Gefühle aufs Abstellgleis und damit auch jede neue Erfahrung. Stattdessen liest er dann Bücher, bucht Onlinekurse und absolviert die nächste Ausbildung. Und selbst bei dieser Ausbildung realisiert er nicht, dass er gerade eine Erfahrung macht. Denn die Gefühle sind ja etwas Verachtenswertes oder zumindest der Verdrängung würdig. Um Menschen, die fest an etwas glauben oder sehr überzeugt von etwas sind, mache ich schon länger einen größeren Bogen. Sie wissen auf keiner Ebene, wovon sie sprechen, bilden sich aber wahnsinnig viel darauf ein. Du kannst dir mal einen Spaß machen und in die Licht-und-Liebe-Szene gehen und dich dort umschauen, wie viele von Liebe überzeugt sind und wie viele davon überzeugt sind, dass sie bald gerettet werden oder dass wir gemeinschaftlich aufsteigen. Und du kannst auch einmal recherchieren, wie lange sie das schon glauben und voller Inbrunst verbreiten. Oder du schaust dich im Bereich der Weltuntergangsszenarien um. Beobachte einfach, mit wie viel Überzeugung sie predigen und schau auch genau nach, ob sie verstanden haben, was Apokalypse tatsächlich bedeutet. Das ultimative Wissen ist übrigens ein Nichtwissen. Und dabei geht es noch nicht einmal darum, dass du nichts weißt. Es geht um die Energie des Nichtwissens. Jemand, der nicht weiß, will dich nicht überzeugen. Und jemand, der nicht glaubt, braucht keine Glaubensgemeinschaft. Das entspannt diese Menschen und diese Entspannung kannst du fühlen. Jemand, der nichts mehr wissen will, weil er bereits weiß, macht dir keinen Stress mehr. Und wenn dir jemand sagt, dass er fest an etwas glaubt oder stark von etwas überzeugt ist, dann lass ihn reden und beobachte seine Unsicherheit. Beobachte, wie sehr er danach dürstet, dass du ihm zustimmst. Mit dieser Eigenschaft verrät sich jeder, der glaubt, statt zu wissen.