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    8.11.2024AQ 2541
    »Alles, was du dir wünschst, gibt es nicht.«
    0:007:43
    Alles, was du dir wünschst, gibt es nicht. Es gibt nur das Gegenteil davon, weil der Wunsch aus dem entsteht, was du nicht fühlen willst. Wenn es um unser Ego geht, sind wir keine guten Beobachter. Wären wir gute Beobachter, hätten wir keine Wünsche mehr. Denn wir würden das beobachten, was die Wünsche auslöst. Und dann würden wir uns mit dem Auslöser der Wünsche beschäftigen, statt zu wünschen. Und je mehr wir uns mit den Auslösern unserer Wünsche beschäftigen, desto mehr würden sie sich auflösen und mit ihnen auch die Wünsche. Die meisten Wünsche entstehen aus negativen Gefühlen, die wir nicht wahrnehmen wollen. Zumindest aber wollen wir sie verdrängen. Und das machen wir mit Verbesserungswünschen, Wünschen, die unsere Situation verändern und verbessern. Und an dieser Stelle gibt es etwas sehr Lustiges. Denn es gibt Menschen, die behaupten: "Nein, Stefan, meine Wünsche sind Herzenswünsche und Visionen." Und wenn sie dann über das Gefühl sprechen, dann kommt ein ganz bestimmtes Gefühl. Und dieses Gefühl ist so massiv, dass sie diese Herzenswünsche und Visionen haben. Weißt du, welches Gefühl ich meine? Sie behaupten, es sei kein negatives Gefühl. Trotzdem sind sie nicht bereit, es zu fühlen. Es ist auch kein negatives Gefühl. Aber es ist ein Gefühl, das die meisten nicht aushalten. Wir nennen es Sehnsucht. Und es hat tatsächlich den Charakter einer Sucht. Wir lieben sie und wollen sie gleichzeitig loswerden. Würden wir die Sehnsucht fühlen, würde sie keine Wünsche kreieren. Wir würden nicht in Tagträume abschweifen, sondern die Körperempfindung im Moment wahrnehmen. Die Wünsche, Träume und Visionen, die aus der Sehnsucht entstehen, sind gleichzeitig ihre Verdrängung. Daraus entsteht ein Ping-Pong-Spiel zwischen Gefühl und Wunsch, Gefühl, Wunsch, Gefühl, Wunsch. Wie komme ich jetzt dazu, zu behaupten, dass es das, was du dir wünschst, nicht gibt? Es ist eigentlich sehr einfach. Wir wollen es nur nicht wahrhaben. Was du dir wünschst, ist nicht der Wunsch oder das Ziel, sondern in erster Linie die Verdrängung des aktuellen Gefühls. Dazu verwendest du eine Vorstellung, etwas, das du erreichen möchtest. Du willst das aber gar nicht erreichen. Du willst die Körperempfindung, die gerade hier ist, nicht fühlen. Du willst sie verdrängen. Das ist dein tatsächliches Ziel. Zusätzlich interpretierst du schöne Gefühle in deinen Wunsch. Sobald du das Ziel erreicht hast, glaubst du, du würdest dich besser fühlen. Selbst diese Idee von dem besseren Gefühl ist jetzt gerade in diesem Moment nur dafür da, um dein schlechtes Gefühl zu verdrängen. Du kannst das auch ganz einfach nachvollziehen, wie du dich da selbst hinters Licht führst. Denn die meisten Dinge, die du dir wünschst, hast du noch nie erlebt. Falls du sie tatsächlich schon erlebt hast und sie dir trotzdem noch einmal wünschst, dann hast du sie nicht bewusst erlebt. Alles, was du bewusst erlebt hast, musst du nie wieder wiederholen. Wenn du dir also Dinge wünschst, die du noch nie erlebt hast, dann kannst du gar nicht wissen, wie du dich fühlen wirst. Es ist einfach nur deine Interpretation, deine Annahme. Wenn du nie Millionär warst, dir aber Millionen wünschst, woher willst du wissen, wie du dich fühlen wirst? Außerdem sind das alles abstrakte Wünsche. Millionär sein, heiraten, Haus kaufen — die sind alle nicht konkret. Da gibt es so viele Variablen und du kannst auch in einem schönen Haus mit Mann, Hund und Kind und mit viel Geld unglücklich sein. Tatsächlich wünschst du dir, glücklich zu sein und du hast verlernt, wie das geht. Glücklichsein hat nichts mit äußeren Umständen zu tun. Das weiß jeder, der auch nur ein paar Monate in der spirituellen Szene unterwegs war. Aber kaum jemand will es leben. Und auch die Anbieter in der spirituellen Szene verarschen dich zum Teil. Sie sagen dir zwar, dass du nach innen gehen musst und dass du alles nur innen finden kannst, aber sie locken dich mit Versprechen für äußere Effekte. Ich habe es erst heute wieder gelesen. Sie versprechen dir, dass du dich selbst heilst und damit auch deinem Umfeld helfen kannst und die gesamte Welt verändern kannst. Beides zusammen geht nicht. Du musst mit innen beginnen. Wenn du alles auf einmal willst, verarschst du dich selbst. Das, was du dir wünschst, gibt es nicht als äußeren Umstand. Was du dir wünschst, gibt es nur in dir. Und das kannst du nur erreichen, wenn du bereit bist, das zu fühlen, was jetzt gerade hier ist. Alles andere sind Nebelkerzen deines Verstandes oder des Verstandes der anderen.