Wer das Gute im großen Maßstab erschaffen will, kreiert das Böse. Wenn du gut beobachten kannst, ist dieses Zitat selbsterklärend. Es liegt an einem ganz einfachen Umstand, dass du das Böse kreierst, wenn du das Gute im großen Maßstab erschaffen willst. Im großen Maßstab brauchst du die anderen. Und wenn die anderen nicht mitmachen, musst du dir die Frage stellen, wie du sie dazu bekommst. Sobald du dir diese Frage stellst, beginnt die Manipulation. Und unabhängig davon, ob das Ziel tatsächlich gut oder nicht so gut ist, verwendest du auf dem Weg dorthin Mittel, die nicht gut sind. Du verwendest als Rechtfertigung ein Zitat, das fatal ist. Es lautet: "Der Zweck heiligt die Mittel." Tatsächlich ist es umgekehrt: "Die Mittel heiligen den Zweck." Denn wenn du fiese Methoden anwendest, um andere in etwas hineinzutricksen, dann kann das Ergebnis noch so gut sein, auf dem Weg zum Ergebnis hast du Menschen mindestens verarscht, wenn nicht sogar erpresst. Und all das liegt nur daran, dass du denkst, du müsstest etwas Gutes im Großen erschaffen. Wenn du diesen Zusammenhang verstehst, dann ist dir auch Folgendes klar: Alles, was wir derzeit als negativ wahrnehmen, kann ursprünglich eine positive Absicht gewesen sein. Diese positive Absicht wurde negativ, da Menschen an einem Rad drehen, das zu groß ist. Traditionellerweise sagt man dazu: "Sie versuchen, Gott zu spielen." Das ist aber gar nicht ihre Absicht. Ihre Absicht kann tatsächlich sein, Gutes im großen Maßstab zu bewirken. Diese Absicht ist bereits der Teufel. Dazu gibt es auch einen Spruch. Er heißt: "Der Teufel steckt im Detail." Und dieses Detail übersehen die meisten. Dieses Detail übersehen übrigens auch diejenigen, die gegen das Böse sind und es mit Gutem bekämpfen wollen. Jeder, der außerhalb von sich beginnt, erschafft das Negative. Jeder, der mit dem Guten in sich beginnt, erntet automatisch, was er sät. Würdest du stattdessen bei dir beginnen, könntest du unendlich viel Gutes kreieren. Das geht aber nur, wenn du es niemals für etwas außerhalb von dir kreierst. Die meisten Menschen verstehen das überhaupt nicht und wollen deshalb dringend dagegen protestieren. Sie finden es so schlimm, dass man nichts gegen das Böse unternehmen kann. Doch, das geht. Man kann das. Aber nicht so, wie das Böse entstanden ist. Den Menschen kommt die Arbeit im Kleinen zu klein vor. Sie glauben, das hätte keine Auswirkung. Außerdem glauben sie, sie seien nicht schuld. Sie hätten das Böse ja nicht kreiert. Deshalb suchen sie nach der großen Lösung gegen das Böse und für das Gute und kreieren so mehr vom Bösen. Die Umkehr von Goethes Zitat stimmt damit also auch: "Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft." Deshalb behaupte ich: Niemand macht das absichtlich. Alle machen es unbewusst. Es gibt dafür nicht nur die großen namhaften Beispiele. Es gibt auch Menschen, die ich aus der Rohkostszene kenne, die ihr Geschäftsmodell geändert haben und jetzt Communities gründen wollen. Sie glauben, dafür die richtigen Methoden zu haben. Und sie sehen ihr Scheitern darin begründet, dass sie die Methoden nicht richtig angewendet haben oder den Menschen nicht genügend zur Verfügung gestellt haben. Das ist nicht der Fall. Tatsächlich haben sie nie überprüft, warum sie als Erstes mit dem Guten außerhalb von sich im großen Stil beginnen wollen, bevor sie das Gute in sich entwickelt haben. Würden sie zuerst das Gute in sich entwickeln, würde das Äußere dem einfach folgen. Wie groß der Maßstab des Guten außerhalb von dir ist, ist nicht deine Entscheidung. Wenn du das Gute in dir entwickelt hast, interessiert dich die Größe des Guten außerhalb von dir auch überhaupt nicht mehr. Das ist dann die Sache Gottes.