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    2.11.2024AQ 2535
    »Der Befreier wirkt immer bedrohlich.«
    0:006:21
    Der Befreier wirkt immer bedrohlich. Derjenige, der das Potenzial in sich trägt, dich zu befreien, wirkt bedrohlich. Zumindest dann, wenn du nicht zu den wenigen Glücklichen zählst, für die jede Alternative zur Befreiung bedrohlicher wirkt. Wenn alles andere als Freiheit schlimmer wirkt, bist du bereit für echte Freiheit. Die meisten Menschen sind nicht bereit für echte Freiheit. Auf diese Menschen wirkt Freiheit bedrohlich und alles, was sie von Freiheit abhält, wirkt auf sie beruhigend. Deshalb werden auch jede Menge Schlafmittel verabreicht. Für einen Befreier bist du entweder bereit oder er wirkt wie die größte Bedrohung für dich. Was er tatsächlich bedroht, ist deine Programmierung. Mit dieser Programmierung bist du identifiziert, als wärst es du selbst. Jeder freie Mensch ist eine Gefahr für diese Programmierung. Deshalb lehnen die meisten Menschen freie Menschen ab. Deshalb gibt es das Narrativ vom chaotischen Anarchisten. Der programmierte Verstand hat für alles eine Schublade, damit das Feindbild einfach bleibt. Einfache Feindbilder halten dich von Freiheit ab. Komplexität kann der programmierte Verstand gar nicht verarbeiten. Befreier haben Komplexität in sich integriert und wirken deshalb immer bedrohlich. Sie können etwas, das der programmierte Verstand nicht begreifen kann. Sie können sich selbst widersprechen und bleiben dabei trotzdem integer. Es ist ein Unterschied, ob ich sage: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?" Ob ich also beliebig und opportunistisch bin oder ob mir sehr wohl bewusst ist, dass ich gestern das Gegenteil gesagt habe, aktuell aber nicht daran gedacht habe und aus dem jetzigen Moment heraus in Bezug auf eine neue Situation oder einen anderen Menschen eine gegenteilige Aussage treffe. Ein Befreier, der sich selbst widerspricht, spricht immer nur für deine Freiheit. Und dir muss er etwas anderes sagen als einem anderen. Denn es geht einfach nicht um die Worte und die Fakten. Es geht um das, was in dir ausgelöst wird. Und alles, was in dir ausgelöst wird, ist emotional und nicht rational. Jeder gute Lehrer ist ein Meister darin, die Worte auf die jeweilige Situation und den jeweiligen Menschen abzustimmen. Er ist eine Art spirituelles Chamäleon. Er passt sich seiner Umgebung an. Und der Unterschied zu allen anderen, die sich selbst widersprechen, zu ihrem eigenen Vorteil ist der, dass der Lehrer das eben nicht zu seinem eigenen Vorteil, sondern zu deinem Vorteil macht. Er versucht, uneigennützig zu deinem Vorteil zu sprechen. Nichts ist so schwierig und nichts ist so bereichernd, wenn es klappt. Es braucht dazu eine Stufe der Bewusstheit, die absolut nichts mit auswendig gelernten Sätzen zu tun hat. Du musst dazu vollkommen frei im Moment sein. Du darfst nicht an die Konsequenzen denken, die deine Worte haben könnten. Du darfst nicht an andere Lehrer denken, die dir vielleicht widersprechen würden. Und du darfst auf gar keinen Fall an die Gesellschaft und ihre Verurteilung denken. Dein innerer Zensor darf nicht anwesend sein. Es gibt stattdessen einen anderen Maßstab in dir. Du musst ohne zu denken automatisch wissen, was dieser Mensch gerade braucht. Welche Worte ihm das nahelegen, was du gerade vermitteln willst. Und auch dafür gibt es keinen einheitlichen Weg. Jeder gute Lehrer macht das auf seine eigene individuelle Art und Weise. Einige sind sehr ruhig und manche wirken sogar ein bisschen aufgeregt. Form und Inhalt sind variabel. Worum es geht, ist immer das Gleiche: Es geht immer um deine Freiheit.