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    31.10.2024AQ 2533
    »Verschwörungstheoretiker oder Verschwörungspraxisaufdecker.«
    0:006:21
    Verschwörungstheoretiker oder Verschwörungspraxisaufdecker. Was den Verschwörungstheoretikern tatsächlich auffällt, ist das Prinzip von Herrschaft. Andere entscheiden, was gemacht wird, ohne dass du ein echtes Mitspracherecht hast. Wenn du erkennst, dass Herrschaft falsch ist, erkennst du auch, was schiefläuft. Und der Hinweis auf das, was schiefläuft, ist keine Verschwörungstheorie. Jede Verschwörung baut auf der Idee von Herrschaft auf. Es ist dabei egal, ob das absichtlich oder unabsichtlich passiert. Und je häufiger dir auffällt, dass du beherrscht wirst und dass das schlecht ist, desto mehr merkst du, dass nicht ein paar wenige Dinge schieflaufen. Du kannst dann eindeutig sehen, dass die vorherrschende Herrschaft grundlegend falsch ist. Der einzige Ausweg ist das Ende von Herrschaft für jeden einzelnen. Du brauchst dazu kein neues Kollektiv, das die Herrschaft beendet. Denn jedes neue Kollektiv hat ganz automatisch die Tendenz zu neuer Herrschaft. Das liegt daran, dass das System in uns ist. Dieses System ist in uns unabhängig davon, ob wir dafür oder dagegen sind. Wenn du dafür bist, ist es offensichtlich, dass es in dir ist. Und wenn du dagegen bist, muss dir klar werden, dass du nur gegen das sein kannst, was in dir ist. Du musst daran glauben, damit du überhaupt dagegen sein kannst. Jede Gruppe wählt automatisch ihren neuen Anführer. Und selbst wenn sie das nicht tut, ergibt sich in der Gruppe durch die Dynamik in uns ganz automatisch eine Hierarchie. Das liegt sowohl an den Menschen, die andere dominieren wollen, als auch an den Menschen, die sich unterwerfen wollen. Ich will beides nicht mehr. Und dabei stelle ich fest, wie schwer sich die Menschen damit tun. Ich will dich weder dominieren, noch will ich mich dir unterwerfen. Ich trage einfach meinen Teil bei. Es liegt in der Natur der Sache, dass diesen Beitrag jeder anders bewertet. Für den einen ist es extrem wertvoll und der andere kennt ihn noch nicht einmal. Wenn du Kartoffeln nicht magst, dann bedeutet dir der Kartoffelbauer gar nichts. Wenn Bratkartoffeln aber deine Lieblingsspeise sind, dann findest du jeden Kartoffelbauern ziemlich cool. Die meisten Menschen sind aber nicht mehr in der Lage, dieses sehr einfache Prinzip zu leben. Sie sind der Meinung, ihre Meinung sei wichtig. Das bedeutet, dass derjenige, der keine Kartoffeln mag, eine Meinung über den Kartoffelbauern hat. Die Erkenntnis, dass diese Meinung vollkommen irrelevant ist, möchte kaum jemand haben. Denn wir definieren uns über unsere Meinung, obwohl wir die jederzeit ändern können. Mit der Betonung unserer Meinung wird unser Ego aufrechterhalten. Es ist der wichtigste Mechanismus für unser Ego. Und genauso haben wir eine Meinung, ob jemand Verschwörungstheoretiker oder Verschwörungspraxisaufdecker ist. Wir können und wollen verschiedene Theorien nicht nebeneinander stehen lassen. Und so kommt es, dass selbst unter den Verschwörungspraktikeraufdeckern gestritten wird. Selbstverständlich gibt es diesen Streit auch unter den Gegnern der Verschwörungstheorien. Für mich war die Beschäftigung mit jeder Theorie, die du dir vorstellen kannst, der Beginn meines Erwachens. Je mehr Schmerzen ich bereit war zu fühlen, desto mehr Theorien habe ich entdeckt. Und jede neue Theorie hat mich in eine tiefe Krise gestürzt. Vor allem aber hat sie den Schmerz meines Lebens ausgelöst. Ich war mir auch einige Jahre sicher, dass ich in dieser Depression mein Leben lang bleiben würde. Es hat mich stark runtergezogen. Im Verlauf von einigen Jahren ist diese Depression komplett verschwunden. Seitdem kann ich mir jede Theorie anhören oder ansehen und ich kann verschiedene, sich gegenseitig widersprechende Theorien gleichzeitig in mir da sein lassen, wie sie sind. Und ich kann sie sogar toll finden, obwohl sie sich gegenseitig widersprechen. Das liegt daran, dass ich das Prinzip von Herrschaft in mir beendet habe und damit auch die Herrschaft meines Egos über mich selbst.