Der Großteil der spirituellen Szene heuchelt Liebe. Sie heucheln Liebe, weil sie bei anderen abschauen. Und sie heucheln Liebe, weil sie den Erwartungen gerecht werden wollen. Es geht überhaupt nicht um Liebe. Wenn du frei sein willst, geht es um etwas vollkommen anderes. Dieses Andere ist so hart und so beschissen, dass kaum jemand darüber spricht. Dieses Andere kannst du tun und du musst es tun. Du musst dich von deinem Verstand befreien. Diese Befreiung funktioniert nicht dadurch, dass du ihn wegschweben lässt und dadurch plötzlich ganz sanft in Liebe landest. Deinen Verstand zu verlassen bedeutet, einen Tod nach dem anderen zu sterben. Du darfst dabei keine Kompromisse machen, wenn du vollkommen frei sein willst. Der Verstand gewährt dir ein bisschen Freiheit, die Hälfte Freiheit oder wenigstens noch einen kleinen Kompromiss. Aber er gewährt dir nie vollkommene Freiheit. Die musst du dir erkämpfen. Der einzige Grund, warum ich in den Interviews von meinem Lebensweg erzähle, ist der, dass ich Beispiele brauche, anhand derer ich es erklären kann. Meine Geschichte hat keinen Wert für dich und sie ist für dich nicht hilfreich, indem du sie nachlebst. Meine Geschichte hat nur dann einen Wert für dich, wenn du sie als Beispiel verwendest und wenn du sie auf dein eigenes Leben überträgst. Spiritualität ist nicht in erster Linie meditieren, Yoga machen, affirmieren, immer gut drauf sein. Spiritualität ist durch die Scheiße deines Lebens zu gehen, weil du es so gewählt hast. Du kannst dich nicht ein kleines bisschen frei lassen. Du musst zur Wurzel des Problems gehen und die Wurzel deines Problems ist deine Programmierung, dein Verstand, der dich einschränkt. Er sagt dir, was du machen darfst und was du nicht machen darfst. Er sagt dir, wer du bist und wer du sein solltest. Meine Übung, von der ich dir berichte, ist keine Übung, die im Kopf stattfindet. Dein Weg in die Freiheit findet nicht durch Gedanken statt. Er findet auch nicht dadurch statt, dass du die Audioquickies hörst. Du musst es machen. Ein schönes und für mich manchmal auch beklemmendes Beispiel sind die Online-Kongresse. Du kennst sie ja wahrscheinlich. Die haben alle irgendwie das Motto Freiheit. Und oft wird das auch nach außen ganz besonders kommuniziert und manchmal sogar richtig schön dargestellt. Es sind Webseiten. Wenn du die siehst, da denkst du tatsächlich: "Wir stehen vor dem Dimensionssprung." Oder "Wir haben ihn schon vollzogen." Und im Hintergrund bekomme ich E-Mails, das kannst du dir teilweise gar nicht vorstellen. Die Inhalte sind ganz offensichtlich oft von Stress geprägt. Das ist für mich auch alles verständlich und vollkommen nachvollziehbar. Das ist überhaupt keine Kritik an den Kongressveranstaltern. Es zeigt nur, wie schwer es ist und wie leicht es immer wieder dargestellt wird. Die flöten dann ganz toll von Vertrauen und Urvertrauen. Allerdings nur vor den Kulissen. Hinter den Kulissen ist teilweise auch verständlicherweise kein Vertrauen. Ich kenne das sehr gut. Nicht nur, weil ich bei mittlerweile fast 300 Kongressen dabei war, sondern weil ich selbst Kongresse veranstaltet habe. Das kannst du auch gerne als Metapher verwenden. Mir geht es um den Bereich, in dem du Kongresse veranstaltest, sprich um das, was hinter den Kulissen stattfindet und wo es für dich ans Eingemachte geht. Den Rest, also die schöne Fassade, kannst du getrost vergessen. Um den geht es hier nicht. Und zwar weder bei mir noch in deinem Leben. Du kannst das auch selbst ganz einfach nachvollziehen. Stell dir einfach vor, du bist zu einer Hochzeit eingeladen. Du richtest dich her. Du gehst noch mal zum Friseur. Du putzt dich heraus. Du willst dich von deiner besten, schönsten, attraktivsten Seite zeigen. Das ist vollkommen in Ordnung. Und das ist auch ganz nett, hat aber absolut keinen Wert, wenn du schlecht drauf bist. Dann musst du entweder während der gesamten Hochzeit so tun, als ob und gute Miene zum bösen Spiel machen oder zu deiner schlechten Stimmung. Oder du bist derjenige, der die Stimmung auf der Hochzeit versaut. Für dein gesamtes Leben ist nur entscheidend, wie es in dir aussieht. Und nicht, wie dich die anderen wahrnehmen. Und in dir sieht es gut aus, wenn du frei bist. Diese Freiheit musst du dir erkämpfen. Du erreichst sie nicht durch Meditation. Du erreichst sie aber auch nicht dadurch, dass du so kämpfst wie bisher. Bisher ging der Kampf von deinem Verstand aus. Und jetzt geht der Kampf gegen deinen Verstand. Dabei kannst du dich von spirituellen Lehrern inspirieren lassen. Aber kämpfen musst du selbst. Denn so viele Beispiele kann ich gar nicht nennen, wie dein Verstand Gedanken haben kann. Er kann sich so viel Blödsinn einfallen lassen, da kommt keiner hinterher. Es kann auch kein Lehrer für dich entscheiden: Wann bist du im Verstand? Wann bist du frei? Das musst du selbst herausfinden. Und um das herauszufinden, sind die harten und schwierigen Situationen in deinem Leben da. In schwierigen Situationen kannst du üben, deine Gefühle zu fühlen. In schwierigen Situationen kannst du üben, deine Gedanken zu ignorieren. Und in schwierigen Situationen kannst du üben, deinen Weg zu gehen entgegen aller äußeren und inneren Widerstände. Auf die Gefahr hin, dass aus dir niemals etwas wird. Ganz egal, was das sein soll. All das macht kaum jemand. Es macht kaum jemand, weil der Verstand unfassbar mächtig ist. Beziehungsweise genauer gesagt, weil wir dem Verstand unfassbar viel Macht geben. Es ist nicht die Macht des Verstandes. Es sind wir, die ihm diese Macht verleihen. Wir glauben ihm. Wir folgen ihm. Wir plappern seine Gedanken nach. Wir wollen es ihm recht machen. Und wir geben allen recht, die ihn bestätigen. Wir fühlen uns schlecht und haben ein schlechtes Gewissen, sobald wir ihm widersprechen und etwas anders machen, als er von uns verlangt. Und wir vertrauen nur in unserer Fantasie, nicht in unserer erlebten Realität. Wir spielen lieber anderen Liebe vor, als durch diesen Prozess der Abnabelung von unserem Verstand zu gehen. Es ist uns wichtiger, wie wir erscheinen, als zu erkennen, wie wir sind. Und wir glauben immer noch an eine Praxis, die vorgegeben ist, die aus Regeln besteht, die man einhalten muss, um erfolgreich zu sein. Das ist nicht wahr. Aber es ist das, was dir alle nach wie vor verkaufen. Ich verkaufe dir mit den Audioquickies auch was. Aber ich sage die Wahrheit. Ich sage die Wahrheit aus der Beobachtung meiner eigenen Erfahrung, der Beobachtung der Erfahrung anderer Lehrer und der eigenen tiefen, schmerzhaften Erkenntnis, dass es anders nicht geht. Genau genommen und ehrlich gesagt war das Normale, das ich vorher gemacht habe, wesentlich schmerzhafter. Ich habe es nur nicht mehr gefühlt. Den Schmerz deiner Programmierung zu fühlen ist etwas, das bei den meisten nicht vorkommt. Sie geben dir lieber weitere Verdrängungstipps und behaupten, in der Liebe zu sein. Sobald du ein bisschen hinter die Kulissen schauen kannst, hinter deine eigenen und damit auch hinter die der anderen, weißt du, dass es nicht so ist, wie es dargestellt wird. Die Freiheit, die auf dich ganz konkret wartet, wenn du bereit dafür bist, kannst du dir in deinen kühnsten Träumen nicht vorstellen. Allerdings im Wesentlichen nicht außen, sondern innen. Außerhalb von dir können immer noch beschissene Dinge passieren, aber in dir hat sich deine Wahrnehmung vollkommen verändert. Und wenn du das einmal erlebst, dann merkst du, dass du gar nicht ständig Liebe brauchst, sondern die Fähigkeit, deine Gefühle im Körper wahrzunehmen und dadurch deine Gedanken zu ignorieren. Ergänzung Stefan: Es ist wichtig, dass du nicht kühn träumst, also nichts erwartest. Der Untergang muss in Ordnung sein. Du darfst all das nicht machen, um etwas zu erreichen. Das Erreichen muss irrelevant werden.