Wenn du an einen Arbeitsberg denkst, dann arbeitest du nicht gerne. Wenn du wirklich gerne arbeitest, dann ist Arbeit keine Last. Wenn du immer wieder an den Berg an Arbeit denkst, den du noch abtragen musst, dann arbeitest du im falschen Bereich. Erst wenn diese drückenden Gedanken an einen Arbeitsberg wegfallen, hast du deinen Bereich gefunden. Das ist, was die meisten Menschen dann Berufung nennen. Dummerweise sind damit viele falsche Vorstellungen verbunden. Es gibt sogar Checklisten, wo du nachschauen kannst, ob du deine Berufung gefunden hast oder wie du sie finden kannst. Da gibt es dann Kriterien wie zum Beispiel: Hilft es anderen? Diese Kriterien sind von einem sozialen Verstand ausgedacht. Es gibt tatsächlich nur ein einziges Kriterium: Wie fühlst du dich dabei? Hast du Stress? Denkst du an einen Berg von Arbeit? Dann ist es keine Berufung oder du lebst sie falsch. Du kannst auch viel zu tun haben, ohne dass es dich stresst. Dazu musst du all deine Gewohnheiten, die du im Lauf der Zeit im Zusammenhang mit Arbeit angesammelt hast, loslassen. Du musst diese Gewohnheiten vergessen, verlieren und herausfordern. Du musst herausfinden, ob sie stimmen. Und falls dich Gedanken an einen Arbeitsberg stressen, dann musst du herausfinden, was passiert, wenn du diese Gedanken ignorierst und vergisst. Und du musst herausfinden, was passiert, wenn du keine dieser Aufgaben machst, die angeblich auf diesem Berg an Arbeit auf dich warten. Es bringt dabei nichts, wenn du diese Experimente mit Netz und doppelten Boden machst. Also zum Beispiel mit Eltern, die dich finanzieren, an deinem Arbeitsplatz oder auch als Selbstständiger in einer freien Tätigkeit. Du darfst das nicht auf dem Rücken anderer austragen. Du musst es auf dein eigenes Risiko und in voller Eigenverantwortung machen. Du darfst auf gar keinen Fall versuchen, dich von irgendjemand retten zu lassen. Denn so rutschst du nur in Abhängigkeit. Vor allem aber sind die Ergebnisse deiner Forschung verfälscht. Du wirst dann nie herausfinden, wie verrückt und schön das Leben tatsächlich ist. Und du wirst auch nie herausfinden, wie unfassbar verrückt dein Verstand ist. Wenn dir andere aus der Patsche helfen, wird dein Verstand nie eines Besseren belehrt. Er bleibt in seiner Abhängigkeit und fühlt sich bestätigt. Um deine Berufung zu leben, musst du Abenteurer und Pionier sein. Du musst es herausfinden wollen und es muss dir wichtiger sein als alles andere. Kein einziger Kompromiss wird dich dorthin bringen. Ganz im Gegenteil: Jeder faule Kompromiss wird dich in der Matrix deines Verstandes gefangen halten. Das, womit dich dein Verstand am meisten stresst, musst du überprüfen. Und wenn es der Arbeitsberg ist, dann musst du jeden Aspekt davon genauestens untersuchen. Ich sage dir das aus eigener Erfahrung. Denn ich habe das in der Praxis und ohne Netz und doppelten Boden alles selbst überprüft. Nicht in einem Wochenend- oder Onlinekurs, sondern im Verlauf von 10 Jahren. Ich habe mich dabei von den Vorstellungen meines Verstandes so weit entfernt, dass er aufgegeben hat. Und seit ich den wesentlichen Teil meines Wesens lebe, bin ich nie wieder in den alten Stress zurückgefallen. Das bedeutet nicht, dass es keinen Stress gibt, aber es bedeutet, dass es mir auffällt. Und dadurch verändert sich alles. Es ist eine Veränderung, die jenseits der Worte liegt und die auch keine Worte braucht. Aber das Wort Arbeitsberg kommt darin ganz sicher nicht mehr vor.