Gehörst du dir selbst? Dann bist du Anarchist. Wir sind so indoktriniert, dass wir nicht mehr wissen, was Freiheit ist. Nur bedingungslose Freiheit ist echte Freiheit. Alles andere ist eine Ausrede für Sklaverei. Sobald ein anderer Ansprüche an dich hat, die du nicht ablehnen kannst, gehörst du nicht dir selbst. Wenn dir jemand zwangsweise etwas wegnimmt, dann ist es egal, ob du an den guten Verwendungszweck dessen glaubst, was dir genommen wurde. Wenn du nicht zu 100 % über dich und das, was du erschaffst, selbst entscheiden kannst, bist du unfrei und damit ein Sklave. Wenn du glaubst, dass dieser Diebstahl notwendig ist und du behauptest, gerne bestohlen zu werden, um eine gemeinschaftliche Sache zu finanzieren, dann bist du trotz aller Überzeugung auf dem Holzweg. Echte Hilfe kann niemals mit Zwang geschehen. Du kannst das auch ganz einfach nachvollziehen. Wenn deine Eltern dich als Kind gezwungen haben, deinem Bruder oder deiner Schwester zu helfen, hast du es dann gerne gemacht? Und hast du es so gemacht, wie du es ohne Zwang machst? Hast du es gerne und leidenschaftlich gemacht? Oder warst du im Widerstand und hast innerlich deine Eltern und deine Geschwister verflucht? Dann hast du auch die verflucht, die gar nichts dafür konnten, denn die Hilfe wurde von deinen Eltern erzwungen, nicht von deinen Geschwistern. Somit ändert sich nicht nur die Stimmung denen gegenüber, die etwas erzwingen, sondern auch denen gegenüber, die davon profitieren. Hättest du es freiwillig aus eigenem Antrieb getan, hättest du gar nicht an deine Eltern gedacht. Sie wären kein Bestandteil deiner Hilfe gewesen und du hättest leidenschaftlich deinen Geschwistern geholfen. Falls du jetzt denkst: "Ja, das geht aber nicht, denn Kinder denken ja nicht an so was, die helfen ja nicht einfach und man muss sie deshalb zwingen, damit sie es lernen." Sie lernen damit keine Hilfe. Sie lernen damit Zwang. Und den geben sie an ihre Kinder weiter. Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, wie Kinder freiwillige Hilfe lernen: durch Vorbilder. Und das ist natürlich saudumm. Denn das würde ja bedeuten, dass wir uns ändern müssten. Wir müssten von erzwungener Hilfe zu freiwilliger Hilfe kommen und wir müssten es leben. Wir müssten freiwillig helfen und damit wären wir unseren Kindern ein Vorbild. Ich meine damit nicht die grauenvollen Vorbilder. Ich meine nicht diejenigen, die dem Kind dann sagen: "Schau, was ich gemacht habe! Das kannst du auch." Jedes Vorbild ist nur dann ein Vorbild, wenn es kein Vorbild sein will. Denn die Vorbildfunktion als Vorstellung in deinem Kopf korrumpiert bereits dein Verhalten. Du denkst dann an deine Wirkung und wie es am besten wirken würde, wie du das beste Vorbild sein kannst. Und damit machst du nicht mehr das, worum es geht: in deinem Leben anderen freiwillig helfen. Falls jetzt immer noch das Argument in deinem Kopf herumspukt, dass wir Gemeinschaft zwangsweise finanzieren müssen, fasse ich es gerne noch einmal für dich zusammen: Echte Gemeinschaft kann nicht durch Zwang organisiert werden. Gegenseitige Hilfe und soziales Verhalten können und dürfen nicht erzwungen werden, sonst sind sie keine. Erzwungene Hilfe ist nicht echt. Erzwungenes soziales Verhalten ist im Kern asozial, weil es erzwungen ist. Zwang ist niemals sozial. Jede Hilfe und jedes positive Verhalten muss freiwillig sein. Frei von Freiwilligkeit ist es unmenschlich.