Nichtstun ist vor allem Nichtdenken. Während die meisten Menschen den Verstand als Inspirationsgeber anbeten, haben andere bereits entdeckt, dass er sie in den meisten Fällen stresst. Da wir positiv und negativ programmiert sind, gehen wir davon aus, dass es einen guten Teil und einen schlechten Teil des Verstandes gibt, einen hilfreichen und einen, der verhindert. Tatsächlich können wir auf dem Weg des Nichtstuns beziehungsweise des Nichtdenkens erkennen, dass Inspiration gar nicht aus dem Verstand kommt. Denn mit Verstand ist der programmierte Teil unseres Geistes gemeint. Programmiert bedeutet immer eingeschränkt. Alles Programmierte ist auf eine bestimmte Funktion ausgerichtet. Innerhalb der Programmierung kann es keine Freiheit geben. Viele Satsang-Lehrer sprechen über das Nichtstun und der Verstand der Schüler interpretiert Nichtstun als faul sein. Das ist damit nicht gemeint. So werden die Worte nur von einem programmierten Verstand interpretiert. Das wesentliche Nichtstun ist, dem Verstand kein Futter zu geben. Und es bedeutet auch, die automatisierte Programmierung nicht auszuleben. Beides bedeutet nicht, dass du nichts tun darfst. Ganz im Gegenteil. Wenn du das übst, wirst du im Lauf der Zeit immer besser im Tun, denn es steht dir nichts Hinderliches mehr im Weg. Der Verstand stört dich nicht mehr mit seinen ewig meckernden Kommentaren und du handelst auch nicht mehr aus programmierten Impulsen, die dich immer wieder gegen die Wand fahren. In dieser Freiheit handelt es sich viel besser. In dieser Freiheit kannst du viel besser etwas tun. Befreites Tun hat eine vollkommen andere Qualität als programmiertes Tun. Wenn du das einmal lebst, dann ist es fast schon lustig, dem Verstand zuzuschauen, wie er all das falsch interpretiert. Du wirst Menschen treffen, die sagen: "Es gibt nichts zu tun." Und sie legen sich deshalb in die Hängematte. Spannenderweise gibt es in diesem Bereich der spirituellen Szene übrigens eine ganze Menge Hartz-IV-Empfänger. Die leben das Nichtstun auch im außen. Dagegen habe ich überhaupt nichts einzuwenden und ich habe auch kein Urteil darüber. Es ist nur so, dass dieser spirituelle Satz ganz sicher nicht so gemeint ist. Denn wenn dein programmiertes Denken eingeschränkt ist oder sogar komplett zurückgefahren, dann geschieht das Gegenteil. Du wirst äußerst tatkräftig. Du bist nicht antriebslos und du willst nicht von anderen oder vom Staat versorgt werden. Du wirst ganz im Gegenteil unabhängig. Diese Unabhängigkeit ist sogar unabhängig vom Geld. Denn echte Freiheit ist von nichts abhängig. Frei kannst du Hartz-IV-Empfänger genauso sein wie Multimillionär. Wichtig ist nur, dass du nichts Programmiertes denkst, während du tust. Denn programmiertes Denken bringt dich immer in Stress und Abhängigkeit. Nichtstun in dir ... So zu leben ist ein wilder Ritt, den du nicht verpassen solltest. Es ist das einzige echte Abenteuer unseres Lebens. Denn niemand kann dir mehr etwas vorgeben und niemand kann dir mehr sagen, wie es ausgehen wird. Es ist ein Leben ohne Kritiker, weil du nicht mehr über sie nachdenkst. Gleichzeitig entwickelst du die Fähigkeit, tatsächlich zu denken. Und das ist eine vollkommen neue Art des Denkens. Sie ist nämlich nicht eingeschränkt. Nichts ist vorgegeben, nichts ist programmiert. Deine Gedanken stressen dich nicht, weil du dich von deinen Gedanken nicht mehr stressen lässt. Das ist wahres Nichtstun und Nichtdenken.