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    6.10.2024AQ 2508
    »'Du sprichst von Spiritualität, verhältst dich aber gar nicht spirituell.«
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    'Du sprichst von Spiritualität, verhältst dich aber gar nicht spirituell.' 'Ganz genau! Spiritualität ist keine schauspielerische Leistung.' Spiritualität findet in dir statt und muss nach außen nicht sichtbar sein. Wenn dein Inneres nach außen dringt, dann kann es spirituell aussehen, aber nur, wenn es nicht gespielt ist, ist es authentisch. Und die meisten spielen Spiritualität, weil sie denken, auf eine bestimmte Art und Weise erscheinen zu müssen. Deine spirituelle Entwicklung hat mit der äußeren Erscheinung rein gar nichts zu tun. Die äußere Erscheinung ist eine Folgeerscheinung deiner inneren Entwicklung. Sobald du es umgekehrt versuchst, wird es unecht. Dann ist deine nach außen dargestellte Spiritualität eine schauspielerische Leistung und keine innere Entwicklung. Viel zu viele Spirituelle verstehen das nicht und verkraften das auch nicht. Sie nehmen sich einen prominenten Spirituellen als Vorbild oder auch mehrere und versuchen ihn zu imitieren. Sie versuchen, schöne Dinge zu sagen, weil sie das von anderen Spirituellen kennen. Sie wählen liebliche und wohlklingende Worte, weil es allgemein anerkannt ist. Und sie machen eine geführte Meditation, weil das jeder macht. All das ist nicht spirituell, weil es nicht echt ist. Es ist Gesäusel und Singsang, der mit deinem Leben nichts zu tun hat. Du lebst damit vielleicht deine Sehnsüchte aus, aber die kommen noch nicht aus deinem Inneren. Und sie haben alle die härteste Bewährungsprobe noch nicht bestanden. Die härteste Bewährungsprobe ist die Konfrontation deiner Sehnsüchte mit den Schatten, die die Sehnsüchte auslösen. Das ist der innere Weg. Und es gibt viel zu viele Schauspieler, die versuchen, diesen inneren Weg nach außen darzustellen. Und es gibt richtig gute Schauspieler. Das ist auch eine Gabe, führt dich aber in die falsche Richtung, wenn du ihnen folgst. Ich habe dazu ein Beispiel, das für mich unglaublich ist. Ich empfehle ja immer wieder den Film Revolver. Ich dachte bisher, er wurde von Guy Ritchie geschrieben. Vor Kurzem habe ich ein Interview der Protagonisten gesehen, die eines dieser klassischen Hollywood-Interviews gaben über den Film und ihre Rolle in diesem Film. Und je mehr sie über diesen Film und ihre Rolle gesprochen haben, desto mehr habe ich gemerkt, dass die gar nicht wussten, was sie da gespielt haben. Die haben über den Film wie einen ganz normalen Actionfilm gesprochen. Und da kamen mir plötzlich Zweifel, ob Guy Ritchie weiß, was er da verfilmt hat. Und deshalb habe ich noch einmal recherchiert und habe herausgefunden, dass Guy Ritchie nicht der einzige Autor ist. Ich vermute, dass er überhaupt nicht der Autor ist, sondern nur das Drehbuch geschrieben hat. Der ursprüngliche Autor ist vermutlich Luc Besson. Leider antwortet er mir nicht. Ich hätte gerne mit ihm gesprochen. Es hätte mich interessiert, was man erlebt haben muss, um einen solchen Film zu produzieren. Die Schauspieler spielen ihn sehr, sehr gut, aber erlebt haben sie das, was sie da darstellen, nicht. Das ist logischerweise auch die Qualität von Schauspielern. Doch die können dir den inneren Weg überhaupt nicht erklären. Die sind viel zu sehr beschäftigt damit, wie sie nach außen wirken. Diese Schauspieler gibt es auch in der spirituellen Szene, sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern. Und das hat überhaupt nichts damit zu tun, wie jemand erscheint, sondern damit, ob jemand versucht, anders zu erscheinen, als er tatsächlich ist. Es gibt spirituelle Lehrer, die schreiben ein Drehbuch für ihre Kurse und sie tragen ihre Texte als Schauspieler vor. Wenn das gut gemacht ist, dann kann dich das motivieren und erheben. Es gibt nur einen einzigen Fehler, den du nicht machen darfst: Davon ausgehen, dass das das echte Leben sei.