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    5.10.2024AQ 2507
    »'In deine Kraft kommen' bedeutet, bereit zu sein, dich kraftlos zu fühlen.«
    0:007:33
    'In deine Kraft kommen' bedeutet, bereit zu sein, dich kraftlos zu fühlen. All jene, die damit werben, dass du in deine Kraft kommen sollst und sie dir den Weg dahin zeigen, zahlen auf dein Ego ein. Sie locken dich mit einem Wunsch deines Ego. Denn das klingt doch auch so schön und verlockend: "In deine Kraft kommen. Was könnte es Besseres geben?" Tatsächlich ist der Weg ein vollkommen anderer. Du kommst nicht in deine Kraft, indem du dich selbstermächtigst. Oder anders gesagt: Selbstermächtigung funktioniert nur, indem du den Schatten deines Wunsches kennenlernst. Denn Wünsche ergeben sich aus der Flucht vor dem Schatten. Du willst etwas nicht erleben. Selbstermächtigung ist das Gegenteil. Du bist bereit, alles zu erleben. Wählerisch ist nur dein Ego. Deine Seele betrachtet keine Erfahrung besser als die andere. Im Schatten entdeckst du deine wahre Kraft. Wenn du immer nur im Licht bist, kannst du nur die bedingte Kraft kennenlernen. Sie ist immer abhängig davon, dass die Umstände positiv sind. Sobald die Umstände nicht mehr positiv sind, verschwindet diese Kraft. Viel mehr Menschen kommen nicht in ihre Kraft, weil sie den falschen Weg wählen. Sie machen 'in ihre Kraft kommen' von äußeren Umständen abhängig. Das kann niemals funktionieren. 'In deine Kraft kommen' muss ein innerer Weg sein. Und der innere Weg ist nicht die Verdrängung der Kraftlosigkeit, der Schwäche und der Ohnmacht durch immens viel Kraft. Im Gegenteil, die Kraft erwächst aus der Bereitschaft, die Kraftlosigkeit, die Ohnmacht zu fühlen. Erst wenn du dazu bereit bist, kann dich nichts mehr aus der Bahn werfen. Diese Kraft ist dann viel mehr als Resilienz. Resilienz wird ja definiert als Fähigkeit, dich anzupassen und Krisen zu bewältigen. Wenn du deine Schatten erleben kannst, erlebst du es nicht mehr als Krise. Du erlebst es als weiteren Aspekt deines Lebens. Du musst dich auch nicht anpassen, denn du bist in der Lage, es zu erleben. Anpassen müssen sich nur diejenigen, die versuchen, es zu verdrängen. Wenn du es fühlen kannst, dann kannst du es so da sein lassen, wie es ist, ohne dich anzupassen. In der spirituellen Szene werden so viele Schlagworte verwendet und so viele Säue durchs Dorf getrieben, dass gar nicht mehr klar ist, was du jetzt eigentlich machen sollst. Sollst du in deine Kraft kommen oder sollst du dich hingeben? Sollst du manifestieren und groß träumen oder die Gefühle fühlen, die jetzt hier sind? Mit den Schlagworten werden Kurse verkauft. Ob die hilfreich sind, zeigt sich erst immer hinterher. Für mich sind die meisten nicht hilfreich, weil sie ein Ziel vorgeben. Und meine Ziele entstehen aus meinem Ego. Das ist also maximal eine Beschäftigungstherapie. Dagegen ist nichts einzuwenden. Das kann man machen. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass es einen spirituell ganz sicher nicht weiterbringt. Es ist zu verwirrend, zu viel auf einmal oder auch hintereinander. Und es beinhaltet viel zu wenig Klarheit. Es gibt immer nur Klarheit für die Dauer eines Kurses. Ganz selten existiert diese Klarheit über Jahre. Eine bekannte spirituelle Influencerin propagiert zum Beispiel Manifestation. Sie betont immer wieder, was für ein mächtiges Schöpferwesen du bist und dass du alles erreichen kannst. Sie merkt dabei nicht, dass sie damit auf ihr Ego und auf das Ego ihrer Kunden einzahlt. Denn mit dem Versprechen der Erfüllung von Wünschen und Träumen sind wir unglaublich manipulierbar. Zwischendurch lässt sie dann einfließen, dass es um Hingabe geht, während sie vorher das Gegenteil gelehrt hat. Und so verwenden die meisten immer nur die aktuellen Schlagworte und orientieren sich an den Themen, die allgemein anerkannt sind. Sie können das alles gar nicht aus eigener Erfahrung lehren, denn so viel können sie nicht erlebt haben. Sie schauen einfach nur, was gut ankommt. Der Grund, warum ich dir etwas anderes sage, liegt darin, dass ich nur über Erlebtes spreche. Es gibt bei mir keine Theorie. Es gibt bei mir auch nichts, das ich zwei Tage oder zwei Wochen ausprobiert habe, um dann der Meinung zu sein, es integriert zu haben. Es gibt bei mir nur harte praxiserprobte Spiritualität. Und deshalb muss ich 90 % der Spiris widersprechen. Nicht, weil es nicht richtig ist, was sie sagen, sondern weil sie es nicht erlebt haben. Und damit Theoretiker und keine Praktiker sind. Deshalb widerspricht auch das heutige Zitat allen Theoretikern.