»Es ist arg, dass gerade die Menschen, die nichts erfassen, sich für wissend halten und daher nicht erfassen können, was Wissen ist.« Bruno Gröning Das Zitat geht folgendermaßen weiter: "Dass der Weg der Wissenschaft nicht hundertprozentig richtig war, beweist alleine die Zahl der Wissenschaftler, die das Gefühl verdrängten und dafür den Verstand sprechen ließen. Mit dem Verstand kann ich bestimmt nicht verstanden werden." Die Unwissenden sind am überzeugtesten von ihrem Wissen. Sie sind der Meinung, alles erklären zu können, während ein Großteil ihrer Erklärungen einfach nur aus Skepsis ohne Folgen besteht. Skepsis ist nicht verkehrt, aber nur Skepsis mit einer Folge daraus hat einen Wert für dich. Wenn du einfach nur skeptisch bist und die nächstbeste Erklärung nimmst, um alles abzulehnen, dann kommst du nicht weiter. Wenn du aber skeptisch bist und nach einer Erklärung suchst, dann wird es spannend. Dann beginnst du, dich zu entdecken. Die meisten Skeptiker sind einfach nur Nihilisten. Sie lehnen alles ab. Sie halten jeden, der etwas anderes macht als alle anderen, für einen Hochstapler. Und genau genommen haben sie keinerlei emotionalen Zugang. Sie selbst sind emotional nicht zu erreichen und sie gehen auch nicht emotional auf die Welt zu. Sie leben in ihrem Verstand und glauben, alles rational erklären zu können. Doch auch das ist ein Glaube. Eine Überzeugung. Überzeugung ist kein Wissen. Die meiste Überzeugung ist mentale Versteifung, mentale Inflexibilität. Die meisten sind darauf sogar stolz. Körperlich sind die meisten froh, wenn sie flexibel sind und bleiben, aber mental lehnen sie jegliche Flexibilität ab. So wird das mentale Gefängnis größer als das körperliche. Bruno Gröning beschreibt in diesem Zitat alles, was die Meister und Lehrer unserer Zeit sagen. Wenn wir das Gefühl verdrängen und den Verstand sprechen lassen, dann haben wir kein Wissen. Wir leben in unserer Programmierung und können uns die Welt nicht erklären. Sobald wir fühlen, ist die Erklärung der Welt sekundär. Die Gedanken sind den Gefühlen nachrangig. Die Gefühle sind das stärkere Element und die treibendere Kraft. Sie sind den Gedanken in jedem Aspekt überlegen. Sie sind schneller und präziser. Trotzdem huldigen die meisten immer noch ihren Gedanken. Deshalb ist es kein Wunder, dass Menschen wie Bruno Gröning und viele andere Lehrer unverstanden bleiben. Würden wir fühlen, hätten wir sie verstanden, bevor wir über sie nachgedacht haben. Da wir aber lieber unserem Verstand frönen, ist es kein Wunder, dass Menschen wie Bruno Gröning sogar bekämpft werden. Dieser Kampf ist ein Ausdruck dafür, dass wir nicht fühlen. Und ja, das kannst du verallgemeinern. Menschen, die kämpfen, fühlen nicht. Es ist deshalb keine Errungenschaft unserer rationalen Zivilisation, wenn wir behaupten, dass solche Menschen Scharlatane sind. Das ist lediglich eine Abkürzung unseres Verstandes, der nicht fühlen will, weil er es nicht kann. Wenn du fühlst, steht der Verstand still. Deshalb fällt er lieber Urteile. Und in diesem Zustand kannst du dich mit dem nicht verbinden, womit sich die Lehrer und Meister verbinden. Nur der Verstand macht dir Angst davor, dass du dann nie wieder denken kannst. Tatsächlich bleibt dir diese Fähigkeit problemlos erhalten. Bruno Gröning blieb für die meisten unverstanden, weil sie ihren skeptischen Verstand statt ihr Gefühl bemüht haben. Die Medien haben dann ihr Übriges getan und auf diesen skeptischen Verstand eingezahlt. Das machen sie auch heute noch, während sie sich für die größten Aufklärer halten. Tatsächlich sind sie einfach nur skeptisch und wollen nicht fühlen.