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    23.9.2024AQ 2495
    »Wenn jemand meine Zitate ergänzen oder einschränken wollte, war bei genauer Betrachtung immer ein eigener Schmerz dahinter.«
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    Wenn jemand meine Zitate ergänzen oder einschränken wollte, war bei genauer Betrachtung immer ein eigener Schmerz dahinter. Wenn wir Menschen, die wir nicht kennen oder mit denen wir uns nicht beschäftigt haben, korrigieren wollen, dann liegt das immer an unserem Schmerz und nicht an unserer Freude. Wir regen uns über sie auf, ohne zu realisieren, dass das nichts bringt. Weder unsere Aufregung noch die Konfrontation anderer mit unserer Aufregung beseitigen das Problem. Das Problem ist ja unsere Aufregung. Wir können nicht entspannt bleiben, wenn andere etwas behaupten, was uns stört oder womit wir nicht übereinstimmen. Obwohl wir unzählige Erfahrungen damit haben, haben wir es nie genau beobachtet. Wir verstehen den Prozess der Beschwerde, den Prozess der Kritik und den Prozess der Korrektur anderer überhaupt nicht. Das hat einen ganz einfachen Grund. Während wir das tun, sind wir nicht anwesend. Und wir sind nicht anwesend, weil der Prozess der Verbesserung und Korrektur anderer genau dafür bestimmt ist. Es ist ein Verdrängungsprozess und den wollen wir nicht wahrhaben. Menschen, die in der Lage sind, alles zu fühlen, müssen andere nicht mehr korrigieren. Vor allem dann nicht, wenn sie mit ihnen überhaupt nichts zu tun haben. Du musst nicht jeden so sein lassen, wie er ist. Aber bei denjenigen, die mit dir nichts zu tun haben, sollte es dir am leichtesten fallen. Und von dort ausgehend kannst du dich ja hocharbeiten. Das heißt übrigens überhaupt nicht, dass du beliebig wirst. Es könnte sogar genau das Gegenteil eintreten. Du wirst in deinem Umfeld präziser. Denn du verschwendest deine Energie nicht beliebig mit irgendwelchen zufällig dahergelaufenen Typen oder von Algorithmen eingestreuten Posts. Wenn du das bei dir noch nicht beobachten kannst, dann habe ich ein Beispiel für dich, das es dir klar macht. Schau dir mal Demonstrationen an. Am besten eine Demonstration, bei der du nicht involviert bist. Da gibt es oft eine Demonstration und eine Gegendemonstration. Und die Teilnehmer der beiden Demonstrationen beschimpfen sich gegenseitig. Glaubst du ernsthaft, dass die sich auf diese Art und Weise gegenseitig bekehren? Und falls ja, müssten sie ja beide ähnlich erfolgreich sein. Das heißt, sie wechseln die Seiten und dann stehen auf beiden Seiten wieder gleich viele. Aber nehmen wir mal an, du wüsstest, was die richtige Seite ist und du könntest alle von der richtigen Seite überzeugen. Und am Schluss der Demonstration und der Gegendemonstration stehen alle auf einer Seite. Du hast dein Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch! Was machst du denn jetzt mit dieser Energie, die in dir ist? Du bist ja nicht auf die Demonstration oder auf die Gegendemonstration gegangen, weil du so unfassbar friedlich bist. Du warst ja wütend und vor allem warst du ohnmächtig. Und du wolltest, dass jeder weiß, wie ohnmächtig du dich fühlst. Würdest du dich nicht ohnmächtig fühlen, bräuchtest du nicht demonstrieren. Dann würdest du in deinem eigenen Leben Lösungen finden und entsprechend handeln. Du bräuchtest mit niemand diskutieren. Denn nur die Ohnmacht beziehungsweise die Idee von Ohnmacht hält dich gefangen. Du hältst eine Lösung für unmöglich oder unvorstellbar. Das heißt aber nicht, dass es auf deiner persönlichen, subjektiven Ebene keine Lösung gibt. Diese Lösungen sind vorhanden. Du kennst sie nur nicht, weil du dich statt mit einer Lösung mit dem Protest beschäftigst. Das heißt, du triffst dich mit Menschen, die sich genauso ohnmächtig fühlen wie du. Der Grund, warum wir oft keine Lösungen finden, liegt darin, dass wir nicht radikal sein wollen. Wir wollen nicht zur Wurzel des Problems gehen. Und wir wollen keine Lösungen, die extrem klingen. Denn manche Lösungen machen uns Angst. Es sind aber oft wirklich gute Lösungen. Wir können es uns nur momentan nicht vorstellen und wir können uns nicht vorstellen, dass wir bei der Ausführung keine Angst haben. Denn sobald wir daran denken, haben wir Angst. Und diese Angst ist der Grund für unsere Ohnmacht. Denn diese Angst sorgt dafür, dass wir jede mögliche Lösung ablehnen. Es gibt selten nur eine Lösung für deine Probleme. Aber jede einzelne Lösung, die es gibt, macht dir Angst. Und wenn du überhaupt keine Lust hast, auch nur die geringste Angst zu fühlen, dann gibt es einen noch besseren Verdrängungsmechanismus. Dann sagst du einfach: "Das ist nicht möglich. Das geht nicht. Das kann ich nicht. Das schaffe ich nicht." Und am allerbesten: "Das ist unmoralisch." Ich habe absolut nichts gegen deine dir innewohnende Moral. Die Moral, die Lösungen ablehnt, ist aber keine. Diese Moral ist Programmierung. Und so stehen Menschen vor unzähligen Lösungen, können aber nicht handeln. Es ist viel zu gefährlich und viel zu unmoralisch. Stattdessen beschweren sie sich lieber über andere und wollen sie einschränken. Sie wollen also das mit den anderen tun, was sie mit sich selbst tun. Das ist ein herrlicher Kreislauf von Demonstration und Gegendemonstration. Und dieser Kreislauf sorgt dafür, dass alles gleich bleibt. Doch wenigstens fühlt man sich währenddessen schlau und ist der Meinung, im Recht zu sein. Eine wunderbare Zeitverschwendung, ohne die geringste Möglichkeit für Veränderung. Denn bei Veränderung würde der eigene Schmerz erscheinen. Und genau den will man mit der Demonstration gegen andere unterdrücken.