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    20.9.2024AQ 2492
    »Freiheit heißt Verantwortung. Deshalb wird sie von den meisten Menschen gefürchtet.«
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    »Freiheit heißt Verantwortung. Deshalb wird sie von den meisten Menschen gefürchtet.« George Bernard Shaw Wir fürchten uns nicht vor der Freiheit, sondern vor der Verantwortung, die die Freiheit mit sich bringt. Wir sind nämlich gar nicht so skrupellos und unmenschlich, wie man uns weismachen will. Wir sind uns unserer Verantwortung durchaus bewusst. Weil aber die meisten von uns zu Feiglingen erzogen wurden, drücken wir uns vor der Verantwortung. Wir haben Angst vor dem Risiko, entscheiden uns deshalb für Sicherheit und geben dadurch unsere Freiheit auf. Lieber keinen Fehler gemacht als Verantwortung übernommen. Das Risiko von Freiheit ist also Verantwortung. Und mit Verantwortung haben wir größtenteils schlechte Erfahrungen gemacht. Man hat uns nämlich keine Verantwortung übernehmen lassen. Wir wurden stattdessen dafür bestraft, dass wir Verantwortung übernommen haben. Immer dann, wenn wir einen Fehler gemacht haben, durften wir die Verantwortung dafür nicht übernehmen. Stattdessen wurden wir bestraft. Bestraft zu werden ist aber nicht Verantwortung übernehmen. Strafe ist das Gegenteil von Verantwortung. Du kannst das auch in der Politik beobachten. Da müssen Minister zurücktreten. Und die sagen dann, dass sie mit ihrem Rücktritt die Verantwortung übernehmen. Tatsächlich geben sie die Verantwortung damit ab. Die Strafe entbindet dich also von der Verantwortung. Wenn du die Verantwortung übernehmen darfst, würde das im ersten Schritt bedeuten, dass du zu deinem Fehler stehst. Und wenn sich für dich herausstellt, dass du einen Fehler gemacht hast, dann würdest du dich bemühen, diesen Fehler wiedergutzumachen oder zumindest den Schaden zu begrenzen. Das wäre menschlich. Das ist ein ganz normaler Antrieb, den die meisten Menschen in sich tragen. Denn wir sind nicht böse und wir wollen anderen nichts Schlechtes. Es ist auch klar, dass manche Fehler nicht wiedergutzumachen sind. Es gibt verantwortungsbewusste Menschen, die solche Fehler, die sie selbst gemacht haben, zum Anlass nehmen, um als schlechtes Vorbild zu dienen. Das ist echte Übernahme von Verantwortung. Bestraft zu werden und von der Bildfläche zu verschwinden, hat dagegen nichts mit der Übernahme von Verantwortung zu tun. Die Verantwortung wird dir auch nicht von anderen aufgezwungen. Es ist dein eigenes natürliches Bedürfnis, die Verantwortung zu übernehmen. Verantwortungsbewusste Menschen stehen nicht am Pranger. Sie sind ein leuchtendes Beispiel. Sie können eigene Fehler zugeben und sie sind bereit für Veränderung. All das ist ein interner Prozess und kann nicht von außen gesteuert werden. Er kann nur von außen verhindert werden. Und er wird verhindert, indem wir lernen, dass Verantwortung zu übernehmen mit Strafe gleichgesetzt wird. Dadurch wird der an sich interne Prozess externalisiert und damit von anderen abhängig gemacht. Verantwortung ist aber niemals von anderen abhängig. Es geht dabei immer nur um dich und um deinen internen Prozess. Den kann dir niemand abnehmen. Den können dir andere nur zerstören. Frei wirst du in dem Maß, in dem du dir diesen Prozess von anderen nicht zerstören lässt.