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    5.9.2024AQ 2477
    »Angst ist keine Vorahnung und keine Intuition.«
    0:005:56
    Angst ist keine Vorahnung und keine Intuition. Angst ist ein Gedanke plus eine Körperempfindung. Die meiste Angst entsteht durch Gedanken. Und weil wir uns unseren Gedanken und Gedankenströmen hingeben, ohne sie unterbrechen zu können. Wir wissen nicht, wie das geht und wir können es nicht. Wir haben es nie geübt. Wir sind unfähig, Gedanken zu ignorieren. Wir nehmen sie ernst, meistens sogar sehr ernst. Und sogar ernster als unsere Gefühle. Angst ist keine Intuition und auch keine Vorahnung. Angst ist ein Gedanke, den wir ermächtigen, indem wir ihm nachhängen. Das haben wir geübt. Das wurde uns indirekt beigebracht. Unser Umfeld hat uns gezeigt, wie wir Gedanken nachhängen. Jede Angst ist ein Gedanke plus eine Körperempfindung. Das Ziel wäre es, den Gedanken zur Körperempfindung wegzulassen und dich nur auf die Körperempfindung zu konzentrieren. So verlernst du, was du als Kind gelernt hast. So lernst du, deine Gedanken nicht durchdrehen zu lassen. Selbstverständlich kann potenziell alles geschehen, was die Angst befürchtet. Deshalb denken Menschen, sie dürften nicht mehr negativ denken. Als ob jeder Gedanke in deinem Leben sofort Realität wird und sich manifestiert. Das war noch nie der Fall. Und wenn du es genau beobachtest, ist es vollkommen anders. In dem Moment, in dem du dich deinen Gedankenströmen hingibst und nicht in der Lage bist, sie zu unterbrechen und nur deine Gefühle wahrzunehmen, ist der schlimmste Fall bereits eingetreten. Denn du erlebst es gerade bereits in deiner Fantasie, ohne dass es stattfindet. Man könnte das fast als eine Art Selbstfolter bezeichnen. Die Grundlage von Angst ist immer Ohnmacht. Und auch Ohnmacht ist eine Körperempfindung plus ein Gedanke. Eine Körperempfindung steigt auf. Du willst sie nicht fühlen. Deshalb denkst du darüber nach, wie du diese Körperempfindung möglichst schnell loswirst. Wir hätten es gerne im Griff, merken aber, dass wir es nicht im Griff haben. Wir können viel tun für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Wenn wir das getan haben, haben wir es nicht mehr im Griff. Wir haben unser Bestes gegeben. Und dann müssen wir uns unserer Körperempfindung hingeben, statt unseren Gedanken. Die aufkommenden Körperempfindungen sind nicht gegen uns. Sie sind für uns. Sie sind Transformationsmöglichkeiten. Jede gefühlte Ohnmacht ist eine Möglichkeit für Hingabe. Und sie ist eine Möglichkeit, deinen Verstand zu entlarven. Denn wenn du schon vieles getan hast, dich um dich und deine Gesundheit und dein Wohlbefinden gekümmert hast, dann dreht der Verstand trotzdem noch durch und erzählt dir, dass du zu wenig gemacht hast. Du kannst nicht alles machen. Du kannst nur eine Sache richtig machen. Und selbst dabei wirst du nicht perfekt sein. Du kannst es deinem Verstand einfach nicht recht machen. Das ist eine wesentliche Erkenntnis, die dir niemand geben kann und die du nur durch Selbstbeobachtung herausfinden kannst. Dein Verstand ist wie ein nerviger Onkel, der immer irgendetwas zu meckern hat. Du wirst ihn niemals zufriedenstellen können, egal wie sehr du es versuchst. Er wird immer mit Angst arbeiten und damit deine Intuition und Vorahnung unterdrücken.