In der Informationsgesellschaft werden Worte durch Bilder informiert und emotional aufgeladen, damit du sie nicht mehr zur Verständigung nutzen kannst. Ich habe ein ganz einfaches und praktisches Beispiel für dich. Nimm einfach einmal das Wort Anarchie. Welche Vorstellung hast du durch dieses Wort? Welche Bilder hast du vor Augen, wenn du das Wort Anarchie hörst? Ich gebe dir ein bisschen Zeit, damit du in deiner Fantasie schwelgen kannst. Hol deine Erinnerungen hervor. Schau dir an, was du siehst. Und dann sage ich dir die Definition von Anarchie. Du kannst sie auch selbst nachschauen. In diesem Fall stimmt die Definition sogar bei Wikipedia. Anarchie bedeutet frei von Herrschaft. Es bedeutet nicht frei von Regeln und auch nicht Chaos. Es bedeutet: Es gibt keinen Herrscher. Es gibt niemanden, der über dich bestimmen und herrschen kann. Das ist keine Utopie, sondern dein natürlicher Zustand. Dieser Zustand gilt schon immer und der ist sogar unabhängig davon, dass es Herrscher gibt. Denn diese Herrscher und ihre Untertanen bilden sich ihre Rolle nur ein. Eine anarchistische Gesellschaft ist keine Gesellschaft ohne Regeln. Eine anarchistische Gesellschaft ist keine gewalttätige Gesellschaft. Eine anarchistische Gesellschaft ist friedlich so lange, bis einer über den anderen herrschen will. Jetzt kannst du die Gegenprobe machen. Was siehst du, wenn du an Demokratie denkst? Du kannst die Audio gerne anhalten und in dich gehen. Welche Bilder erscheinen bei dem Wort Demokratie? Und jetzt kannst du diese Bilder mit deiner erlebten Realität abgleichen. Denn es wird ja behauptet, dass du in einer Demokratie lebst. Also weißt du ganz genau, was Demokratie ist beziehungsweise wie sie sich auf dein Leben auswirkt. Und jetzt vergleiche ganz ehrlich die Auswirkungen der Demokratie auf dein Leben. In den meisten Fällen wirst du dazu noch nicht einmal in der Lage sein, weil du viele Dinge vergisst. Diese Dinge sind so selbstverständlich für dich, dass dir gar nicht klar ist, dass sie eine Auswirkung der Demokratie sind. Die Demokratie ist nämlich nicht nur das Wahlrecht, sondern auch alles, was dieses Wahlrecht nach sich zieht. Parteien, Regierende, Bestimmer und damit Herrscher. Wenn du ein Herrscher bist, würdest du dann eine Gesellschaft, die frei von Herrschaft ist, befürworten? Wenn du selbst in deinem Leben nichts anderes als Herrschaft kennst, würdest du dann ein Leben frei von Herrschaft befürworten? Und du kennst ein Leben voller Herrschaft. Dein Vater und deine Mutter haben über dich geherrscht. Deine Kindergärtner haben über dich geherrscht. Und deine Lehrer und Professoren und Meister in der Ausbildung haben über dich geherrscht. Wir kennen gar nichts anderes als Herrschaft. Und das Gegenteil davon, Anarchie, also der Zustand, der frei von Herrschaft ist, wird uns als Chaos verkauft. Und das, obwohl wir die ganze Zeit bereits im Chaos leben. Und zwar in einem Chaos mit Sonderrechten für die Herrscher. Ohne diese Sonderrechte für die Herrscher ist das Chaos perfekt. Denn im Chaos organisiert sich alles von selbst. Man hat dir nur Angst gemacht vor den sogenannten Chaoten und an die denken die meisten auch, wenn sie das Wort Anarchie hören. Da stellt sich eine ganz einfache Frage: Wer sind die größeren Chaoten? Diejenigen, die rebellieren? Oder diejenigen, die herrschen? Diejenigen, die die natürliche Ordnung des Chaos durch Herrschaft durcheinanderbringen? Oder diejenigen, die dagegen aufbegehren und den natürlichen Zustand wiederherstellen wollen? Da kommen wir schon zum nächsten Wort, das emotional aufgeladen ist, nämlich das Wort Chaos. Woran denkst du, wenn du an das Wort Chaos denkst? Die meisten denken dabei an Unordnung. Lass ruhig die entsprechenden Bilder hochkommen. Vielleicht denkst du gerade an das unordentliche Zimmer deiner Kinder? Weißt du, was das Wort Chaos tatsächlich bedeutet? Es bedeutet der weite leere Raum. Aus diesem Chaos, aus dieser Leere entsteht alles. Diese Leere beinhaltet die natürliche Ordnung. Diese natürliche Ordnung wird gestört von Menschen, die über andere Menschen herrschen wollen. Dieser Drang ist so tief in vielen Menschen verankert, dass sie es sich überhaupt nicht anders vorstellen können. Es braucht aber auch Menschen, die das mit sich machen lassen, die ihrerseits davon überzeugt sind, dass sie beherrscht werden müssen. Kein Mensch muss beherrscht werden. Vor einigen Monaten habe ich ein Zitat veröffentlicht, dass jeder spirituelle Lehrer im Herzen Anarchist sein muss. Darauf habe ich eine Menge Lacher bekommen. Und einerseits verstehe ich das. Andererseits ist es schon absurd. Wenn die Menschen wüssten, worüber sie lachen, würde ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben. Ein spiritueller Lehrer, der die Leere kennt, also im Chaos zu Hause ist, ist immer frei von Herrschaft und damit Anarchist in seiner pursten Form.