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    31.8.2024AQ 2472
    »Wir geben allem, was wir nicht verstehen, einen Namen.«
    0:004:44
    Wir geben allem, was wir nicht verstehen, einen Namen. Wenn wir etwas nicht erklären können, geben wir dem einen Namen, um so zu tun, als hätten wir eine Ahnung davon. Tatsächlich sprechen wir immer noch über etwas uns vollkommen Unbekanntes. Nur die eigene Erfahrung würde es uns bekannt machen. Doch wir tun so, als könnte diese Aufgabe ein Name oder ein Wort übernehmen. Das ist nicht der Fall. Durch Worte machen wir keine Erfahrungen. Wir erleben es maximal mental und nicht gefühlt. Durch die Benennung von Dingen, Situationen und Ursachen täuschen wir uns selbst und anderen Kompetenz vor. Das machen wir vor allem in den Bereichen, in denen wir keine Lösung anbieten können. Wir haben dann zwar keine konkrete Lösung, aber wir haben zumindest etwas dazu gesagt. So funktioniert das in allen weltlichen Bereichen und auch im spirituellen Bereich. Ich habe dazu vor einiger Zeit ein wunderbares und wunderbar entlarvendes Interview gesehen. Da hat eine Frau von ihrer Erfahrung authentisch berichtet. Sie hat beschrieben, in welcher Situation sie sich befunden hat, als sie eine bestimmte Erfahrung gemacht hat. Sie hat die Erfahrung selbst beschrieben und hat gesagt, dass sie für einige Sekunden oder Minuten nicht hier war, obwohl sie hier war. Und sie hat darüber gesprochen, was das in ihrem Leben verändert hat. Das war echt, authentisch, wahrhaftig. Und dann hat sie ihren weiteren Weg beschrieben. Sie hat erzählt, dass sie dann nach einer Erklärung gesucht hat für diese Erfahrung und ist dadurch zu Gott gekommen und hat diese Erfahrung ab diesem Zeitpunkt Gotteserfahrung genannt. Über die Jahre aber hat ihr diese Erklärung nicht mehr genügt und sie hat nach einer neuen Erklärung gesucht. Und so ist sie dann darauf gekommen, dass sie eine Erfahrung mit Jesus hatte. Und seitdem versucht sie, andere Menschen davon zu überzeugen, dass sie zu Jesus zurückkehren müssen. Das ist vollkommen absurd, denn als sie diese Erfahrung hatte, hat ihr niemand gesagt, dass sie zu Jesus zurückkehren soll. Es ist ihr einfach passiert. Es hat auch niemand angekündigt, dass jetzt eine Gotteserfahrung für sie kommt. Die war einfach plötzlich da. Es ist noch nicht einmal wichtig, wie sie diese Erfahrung nennt. Viel wichtiger ist, wie sie sie beschreibt. Wenn du die Erfahrung beschreibst, bist du am nähesten an der Wahrheit. Sobald du der Erfahrung einen Namen geben willst, entfernst du dich wieder von der Wahrheit. Denn das Wort Gotteserfahrung oder Begegnung mit Jesus kann jeder extrem schnell abhaken. Was du dabei aber erlebt und gefühlt hast, bleibt sowohl bei dir als auch bei denen, denen du es erzählst, hängen. Das Wort ist nichts. Die Erfahrung ist alles.