»Wenn du ein Ziel nur durch die Teilnahme aller erreichen kannst, sollte es besser unerreicht bleiben.« Ayn Rand Das heutige Zitat ist im Original etwas länger. Es lautet folgendermaßen: "Wenn du das nächste Mal einem dieser gemeinnützigen Träumer begegnest, der dir erbittert sagt, dass einige sehr wünschenswerte Ziele ohne die Beteiligung aller nicht erreicht werden können, sag ihm, dass seine Ziele besser unerreicht bleiben sollten, wenn er nicht die freiwillige Teilnahme aller erreichen kann und dass er nicht über das Leben von Menschen verfügen kann." Ayn Rand wird vollkommen falsch interpretiert. Das liegt daran, dass diejenigen, die sie interpretieren, ideologisch vorgeprägt sind. Sie kennen das Prinzip von Selbstverantwortlichkeit und Selbsteigentum nicht oder wollen nicht wahrhaben, dass es wichtige Grundlagen für menschliches Zusammenleben sind. Es ist tiefe spirituelle Wahrheit, dass du für die Erreichung eines Ziels immer nur einen Einzigen benötigen darfst und derjenige, der benötigt wird, darf nie ein anderer sein als du. Dieses Zitat gibt es übrigens ganz ähnlich von Mahatma Gandhi. Es lautet: "Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst." Solange du auf andere wartest oder glaubst, von anderen abhängig zu sein, wird sich nichts verändern. Und zwar noch nicht einmal für dich. Vor allem nicht für dich! Du wirst dich aufarbeiten an der Aufgabe, Mitstreiter zu finden. Ich kenne kaum einen spirituellen Menschen, der das nicht kennt aus der Spiritualität. Ganz egal, ob es um die Gründung von Gemeinschaften geht, von gemeinnützigen Vereinen, von einem neuen Geldsystem, was auch immer das Thema sein möge. Wir wollen immer, dass andere mitmachen. Wir vergessen dabei, dass dadurch unsere Ziele verwässert werden. Denn sobald ein Zweiter dabei ist, neigen wir dazu, über unsere Ziele, unsere Motivation, die Vorgehensweise zu diskutieren. Statt zu handeln, sprechen wir. Keine Mitstreiter zu finden ist das Beste, das dir passieren kann. Wenn du auf dich selbst zurückgeworfen wirst, zeigt es sich, ob du es wirklich willst. Es zeigt sich, ob du es so sehr willst, dass du wirklich damit beginnst oder ob es nur eine romantische Vorstellung ist, mit deren Hilfe du dich in Wahrheit davon abhältst, irgendetwas umzusetzen. Denn solange du noch auf andere warten musst, musst du ja nicht damit beginnen. Dann liegt es auch an den anderen, falls dein Projekt scheitert. Du hast einfach nicht genügend Mitstreiter gefunden. Falls ein Projekt mehrere Mitstreiter benötigt und du findest sie nicht, dann solltest du das Projekt so schnell wie möglich vergessen. Es hält dich nur auf und es hält dich davon ab, etwas zu tun, was jetzt schon möglich ist. Die sogenannte Prokrastination ist einer der größten Tricks des Verstandes. Daraus kann man alle möglichen Probleme und vor allem auch sehr viele Scheinlösungen kreieren. Damit du beschäftigt wirkst, aber gar nicht wirklich beschäftigt bist oder zwar sehr beschäftigt bist, aber eigentlich abgelenkt bist. Ein prominentes Beispiel ist die sogenannte Schreibblockade. Tausende Menschen arbeiten daran, ihre sogenannte Schreibblockade zu überwinden. Dabei ist es so einfach. Falls du gerade eine Schreibblockade hast, solltest du nicht schreiben. Was uns meistens im Weg steht, ist nicht das Problem selbst, sondern die ausgedachten Konsequenzen davon. In diese ausgedachten Konsequenzen steigern wir uns so sehr hinein, dass wir an das Problem glauben. Ein ganz einfaches Beispiel: Wenn du nicht schreibst, bist du kein Autor und kannst den Abgabetermin für dein Buch nicht einhalten. Das ist in Wahrheit kein Problem. Der Verstand macht dann aber eines daraus. Er sagt dir: "Das Buch muss fertig werden!" Das stimmt nicht. Es muss nicht fertig werden. Du willst unbedingt, dass es fertig wird, obwohl du gerade eine Schreibblockade hast. Und so kreierst du dir deine Probleme selbst. Dein Verstand lacht sich währenddessen ins Fäustchen, denn jetzt hat er dich komplett im Griff. Auf der einen Seite die schlechten Gefühle, weil du nicht schreiben kannst und auf der anderen Seite der Druck, dass das Buch fertig werden muss. Und das fühlt sich ja auch nicht gut an. Wenn die großen Ziele nicht realisierbar sind, mach es dir einfach. Such dir kleine Ziele. Die großen Ziele sind meistens von einem durchgeknallten Verstand erfunden, der irgendetwas damit kompensieren will. Wenn du zum Beispiel den Drang hast, ein gefeierter Star zu werden, dann ist das kein Wunsch, der ohne die von dir gefühlten Defizite daherkommt. Solche Wünsche bauen immer auf dem auf, was du nicht fühlen willst. Und Ziele als Verdrängung des jetzigen Moments zu nutzen, ist das Dümmste, was man tun kann. Und wenn du dann für die Umsetzung deiner Ziele auch noch die Hilfe von anderen brauchst und im schlimmsten Fall erzwingen musst, dann ist das nicht die Realisierung deiner Träume, sondern Faschismus. Und das ist der Zustand unserer Welt. Ein durchgeknalltes Ego entwickelt Ziele und setzt sie gewaltsam durch.