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    22.8.2024AQ 2463
    »Jeder will andere in dem Maß retten, in dem er den Untergang seiner eigenen Illusion verhindern will.«
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    Jeder will andere in dem Maß retten, in dem er den Untergang seiner eigenen Illusion verhindern will. Unser Wunsch, andere zu retten, ist angetrieben von unserer Angst. Wir wollen das, was andere erleben, nicht erleben. Und deshalb wollen wir, dass auch sie es nicht erleben müssen. Die besten Helfer sind nicht diejenigen, die ganz dringend helfen wollen und sich aufdrängen. Die besten Helfer sind diejenigen, die warten, bis sie gefragt werden. Unser Drang zu helfen, ist eine Übersprungshandlung. Wir wollen das nicht fühlen, was wir fühlen, wenn andere etwas erleben. Wir vergessen dabei vollkommen, dass wir gar nicht wissen können, wie sich diejenigen fühlen, die gerade etwas erleben. Wir interpretieren es. Und das, was wir da automatisch interpretieren und dann fühlen, wollen wir nicht fühlen. Deshalb fühlt es sich so übergriffig an, wenn Menschen ungefragt helfen wollen. Sie wollen gar nicht helfen. Sie wollen ihre Gefühle verdrängen. Die einzigen Menschen, die wirklich gut helfen können, sind diejenigen, die mit ihrer eigenen Hilflosigkeit klarkommen. Menschen, die mit ihrer eigenen Hilflosigkeit in Frieden sind. Wer den Untergang seiner eigenen Illusion nicht verkraftet, kann niemandem helfen. Er ist viel zu sehr mit seinen eigenen Gefühlen beschäftigt beziehungsweise eben nicht. Er ist mit der Verdrängung seiner Gefühle beschäftigt. Und das ist die schlechteste Voraussetzung für gute Hilfe. Wenn du anderen helfen willst, musst du als Allererstes dir selbst helfen. Und wenn du als Allererstes dir selbst hilfst, dann willst du anderen gar nicht mehr unbedingt helfen. Du kannst es aber. Du bist das erste Mal von innen heraus überhaupt in der Lage dazu. Jemand, der fähig ist, drängt sich nicht auf. Es drängen sich immer nur die Unfähigen und Ohnmächtigen auf. Genauer gesagt, diejenigen, die ihre Ohnmacht nicht fühlen wollen. Wenn du helfen willst, lerne, deine Ohnmacht zu fühlen. Nimm sie in deinem Körper wahr, statt sie durch eine Übersprungshandlung von Hilfe zu verdrängen. Je mehr du bereit bist, unterzugehen, desto eher kannst du andere retten. Diese Rettung ist eine vollkommen andere als vorher. Dränge deine Hilfe niemandem auf. Warte, bis du wirklich gefragt wirst. Und wenn du gefragt wirst, sei weiterhin bereit, alles zu fühlen.