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    16.8.2024AQ 2457
    »Was wie Faschismus aussieht, ist in Wahrheit Selbstverstümmelung.«
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    Was wie Faschismus aussieht, ist in Wahrheit Selbstverstümmelung. Beim heutigen Zitat werden einige nicht mitkommen. Deshalb erkläre ich es so ausführlich wie möglich. Faschismus kommt vom italienischen Wort "fascio". Es bedeutet nichts anderes als "Bund" oder "Bündel". Dieses Wort beinhaltet also erst einmal nichts Negatives. Das Zeichen des Faschismus ist eine Axt, deren Stiel aus einem Bündel Reisig besteht. Das kann man nun unterschiedlich deuten. Ein Bund ist positiv gesehen eine Vereinigung von Menschen, die sich zusammentun für eine gemeinsame Sache und sich so besser durchsetzen können. Im Extrem bedeutet das aber, dass viele auf einen einhauen mit dieser Axt. Es spricht überhaupt nichts gegen freiwillige Kooperation. Wenn man sich davon abhängig fühlt und wenn man der Meinung ist, alleine könnte man nichts schaffen und deshalb schließt man sich zusammen, dann entsteht ein Problem. In Gruppen wird der Mensch vom Subjekt zum Objekt. Das hat damit zu tun, dass in Gruppen nicht mehr der Mensch im Vordergrund steht, sondern die gemeinsame Sache. Und diese gemeinsame Sache ist wichtiger als jedes einzelne Mitglied der Gruppe. Was in bestimmten Situationen eine große Hilfe sein kann, nämlich dass sich mehrere Menschen zusammenschließen, um eine Aufgabe zu bewältigen, wird auf Dauer zu einem Unterdrückungsmechanismus. Diese Unterdrückung betrifft aber nicht nur die anderen Gruppen oder andere Menschen, die mithilfe des Bundes bekämpft werden, sondern es betrifft auch die Gruppenmitglieder. Die können nämlich ihre Individualität überhaupt nicht mehr leben. Sie müssen sich den Zielen der Gruppe vollkommen unterordnen. Wenn sie das nicht tun, sind sie kein Bestandteil der Gruppe mehr. Solange sie ein Bestandteil der Gruppe sein wollen, müssen sie sich selbst komplett zurücknehmen. Sie müssen ihre Individualität beschneiden und in letzter Konsequenz zumindest geistig und seelisch sich selbst verstümmeln. Denn sie wollen ja dazugehören. Für die gemeinsame Sache. Und während die meisten Menschen beim Wort "Faschismus" ganz bestimmte Formen und Ausprägungen dieser Bünde und Gruppen als Idee vor ihrem geistigen Auge haben, betrifft es tatsächlich jede gesellschaftliche Gruppe, jedes Unternehmen, jede Partei, jeden Verein, jede Bewegung und sogar die Spiritualität. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass Hunderte bis Tausende nur darauf warten, dich zurückzupfeifen. Auch und gerade in spirituellen Kreisen. Faschismus ist nichts anderes als Gruppenbildung. Eine kompliziertere Definition braucht es nicht. In Gruppen gewinnt immer die Gruppendynamik, niemals das Individuum. Es kann in Gruppen nicht mehr menschlich zugehen, weil der Mensch dem Ziel der Gruppe untergeordnet wird. Und das machen die Menschen selbst. Sie machen das bereits durch den Beitritt zu einer Gruppe. Sobald du irgendwo dazugehören willst, nimmst du dir selbst deine Individualität. Du schränkst dich freiwillig ein. Wenn das ein bewusster Vorgang ist, passt alles. Meistens ist es kein bewusster Vorgang. Es entsteht eine Dynamik in dir, weil du dich an die Gruppe anpassen willst. Bei solchen Erklärungen bekomme ich oft Zustimmung von der falschen Seite. Und zwar von Menschen, die dann sagen: "Genau, ich gehöre zu keiner Gruppe. Ich sage denen meine Meinung." Wenn du gegen eine Gruppe bist, dann wirken die gleichen Mechanismen wie innerhalb einer Gruppe, denn dann hat die Gruppe für dich Bedeutung. Du gibst sie ihr durch deinen Widerstand. Wenn du im Widerstand bist, bist du nicht individuell. Du bist in deinem Widerstand gesteuert von den Gruppen, gegen die du bist. Und damit ist auch der Widerstand gegen diese Gruppen, der Widerstand gegen Faschismus, Selbstverstümmelung. Der Mensch blüht erst auf, wenn er frei von Faschismus, also frei von Gruppenzwang ist. Und er ist erst dann frei von Gruppenzwang, wenn er nicht gegen bestimmte Gruppen sein muss, um von ihnen frei zu sein. "Fasce" bedeutet übrigens nichts anderes als Faszien. Und die Axt, die auch "fasce" genannt wird, deren Stiel aus einem Bündel Ruten besteht, ist ein Symbol, das du öfter finden kannst, als du glaubst. Es wurde bereits im Römischen Reich verwendet und auch heute findest du es im US Kongress, wenn der Präsident spricht links und rechts von ihm. Staaten sind der größte Bund. Die größte eingebildete Gruppe. Eine Gruppe, die von ihren Mitgliedern die Unterdrückung ihrer Individualität und damit Selbstverstümmelung verlangt.