Der Mainstream ist der Tod jeder Bewegung. Jede Bewegung wird mit dem Ziel gestartet, zu wachsen. Jede Bewegung will größer werden. Die Menschen wollen sich mit mehr Menschen vernetzen. Sie wollen mehr Menschen treffen, die eine ähnliche oder sogar die gleiche Meinung wie sie haben. Das ultimative Ziel einer jeden kleinen Bewegung, die wachsen will, ist die Mitte der Gesellschaft oder der Mainstream. Und das, obwohl wir jetzt schon öfter beobachten könnten, dass der Mainstream der Tod einer jeden Bewegung ist. Im Hauptstrom muss man sich ganz anders bewegen als in einer kleinen Bewegung. Außerdem ist der Mainstream immer staatlich kontrolliert. Es gibt dann Gesetze, damit das Ziel der Bewegung, die jetzt im Mainstream angekommen ist, erreicht und eingehalten wird. Sobald eine kleine Sache zu groß wird, greift der Staat ganz automatisch ein. Und sobald die Bewegung zum Gesetz wird, hat sie ihren ursprünglichen Charakter vollkommen verloren. Dieser ursprüngliche Charakter ist das, was die Bewegung überhaupt interessant macht. Man könnte fast sagen, es ist eine gesetzesfreie Zone. Und im Lauf der Zeit etablieren sich auch innerhalb von Bewegungen die Gesetzeshüter. Sogar vollkommen ohne den Staat. Die nennen sich halt anders. Die heißen zum Beispiel Vereinsvorstand oder auch Coach. Der Coach hat bestimmte Regeln und an die sollst du dich halten, damit du es richtig machst. Und da stellt sich die Frage: Was ist es? Es ist ja die Bewegung und die Bewegung ist nicht interessant, sobald sie eingeschränkt wird. Sie ist interessant, weil sie ursprünglich ist. Und die meisten Menschen werden am Anfang von einer Bewegung angezogen, weil sie anarchistisch ist und weil sie selbst noch wirklich mitmachen können. Im Hauptstrom angekommen wird jede Bewegung zu einem seichten, stehenden und stinkenden Gewässer. Jede neue Bewegung wird von Außenseitern initiiert. Im Mainstream kann es keine Außenseiter mehr geben und die Außenseiter, die die Bewegung gestartet haben, werden entweder zum Mainstream oder sie müssen eine neue Bewegung initiieren, um ihre Lieblingsrolle weiterspielen zu können. Kein Außenseiter kann im Mainstream überleben. Außer er passt sich so stark an, dass er kein Außenseiter mehr ist. Seltsamerweise haben die gleichen Menschen, die eine Bewegung gestartet haben und die sich von einer ursprünglichen Bewegung angezogen fühlen, irgendwann die Tendenz, diese Bewegung vereinheitlichen zu wollen. Viele denken auch, das bedeutet, der Bewegung eine Stimme zu geben. Und dann stellt man Forderungen auf. Die muss man dann aber ständig überarbeiten und dann muss man sich anpassen an realistische Forderungen und so weiter. Eine Bewegung hat keinen Selbstzweck. Sie ist nur für die Menschen da. Ohne die Menschen macht eine Bewegung gar keinen Sinn. Früher oder später abstrahieren wir aber. Wir glauben, die Bewegung sei wichtig. Es wäre wichtig, dass wir Gehör finden. Es wäre wichtig, dass wir uns einbringen. Es wäre wichtig, dass sich mehr Menschen anschließen. Es wäre wichtig, dass wir ernst genommen werden. All das ist überhaupt nicht wichtig. Wichtig ist deine Bewegung. Jede Bewegung ist nur dafür da, damit wir Erfahrungen machen können. Jede Bewegung, die versucht, sich durchzusetzen, hat ihren Zweck verfehlt. Und sie dient jetzt etwas Höherem, denken die Menschen! Dieses Höhere ist tatsächlich etwas Niedrigeres. Denn sobald es nicht mehr um die Menschen geht, geht es ums Ego. Es geht um Bedeutung, Macht und Geld. Die beste Bewegung ist diejenige, die nie im Mainstream ankommt. Die beste Bewegung ist die kleinste Bewegung. Und die kleinste Einheit einer Bewegung bist du. Deshalb besteht die beste Bewegung aus einem einzigen Menschen ... aus dir. Wünsche dir nie, zum Hauptstrom zu gehören! Deine Bewegung wird es nicht überleben.